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Eine Million Tote weltweit: Wo Corona noch am stärksten wütet – und wo es besiegt scheint

Eine Frau wird in Larnaca auf COVID-19 getestet: Zypern kämpft zurzeit mit ansteigenden Infektionszahlen. Bild: keystone

Eine Million Tote weltweit: Wo Corona noch am stärksten wütet – und wo es besiegt scheint

Über 33 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben sich inzwischen mit dem Coronavirus angesteckt – und bereits über eine Million ist verstorben. Während das Virus in einigen Ländern aus dem Alltag zu verschwinden scheint, nimmt es an anderen Orten erst richtig Fahrt auf.

Wo gibt es die meisten neuen Fälle?

Bezüglich Quarantänebestimmungen orientiert sich das BAG an den Neuinfektionen der letzten 14 Tage. Diese werden zum internationalen Vergleich jeweils auf 100'000 Einwohner heruntergerechnet. Überschreitet ein Land die Grenze von 60, droht eine Quarantänepflicht nach der Einreise in die Schweiz.

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Dieser Einstufung zufolge liegen die grössten Brandherde aktuell in diesen Ländern*:

  1. Israel: 894 Fälle pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen
  2. Bahrain: 616
  3. Argentinien: 372
  4. Costa Rica: 338
  5. Tschechische Republik: 268
  6. Spanien: 265
  7. Puerto Rico: 244
  8. Frankreich: 242
  9. Peru: 235
  10. Panama: 215

*nur Länder ab 1 Million Einwohnern berücksichtigt

Besonders prekär ist die Lage in Israel: In den letzten Tagen wurden durchschnittlich über 6000 Neuinfektionen gemeldet. Aktuell stecken sich also mehr als 13 Mal mehr Leute an als während der ersten Welle im Frühling. Der zweite Lockdown, der seit Mitte September in Kraft ist, wirkt sich bisher noch nicht eindeutig auf die Kurve aus.

Neuinfektionen in Israel (7-Tage-Schnitt)

Bild: watson.ch

Wo gibt es die wenigsten neuen Fälle?

Gar keine Fälle mehr in den letzten zwei Wochen meldete Laos (letzter Fall am 12. September). Auch viele andere asiatische Staaten scheinen das Coronavirus inzwischen gut im Griff zu haben, wie die Liste der Länder mit den wenigsten Fällen in den letzten 14 Tagen (pro 100'000 Einwohner) zeigt:

  1. Laos (und Tansania**): 0 (0 Fälle)
  2. Kambodscha: 0,01 (1 Fall)
  3. Vietnam: 0,01 (11 Fälle)
  4. China: 0,02 (286 Fälle)
  5. Taiwan: 0,05 (12 Fälle)
  6. Mongolei: 0,07 (2 Fälle)
  7. Jemen: 0,07 (21 Fälle)
  8. Niger: 0,07 (16 Fälle)
  9. Thailand: 0,1 (70 Fälle)
  10. Burundi: 0,1 (13 Fälle)

**Tansania meldete der WHO keinen Fall mehr seit Ende Frühling 2020. Allerdings gibt es in diesem Fall grosse Zweifel, denn das damals einzige Testlabor wurde Ende April geschlossen.

China, wo das Coronavirus Ende des letzten Jahres erstmals nachgewiesen wurde, befürchtete Ende Juli eine zweite Welle. Nach einem (verhältnismässig kleinen) Anstieg sanken die Zahlen in den vergangenen Wochen wieder und in China herrscht daher aktuell eines der weltweit tiefsten Ansteckungsrisiko.

Neuinfektionen in China (7-Tage-Schnitt)

Bild: watson

Wo steigen die Zahlen am schnellsten?

Nebst den Fallzahlen der vergangenen zwei Wochen ist auch der Trend interessant: Ist der Wert im Vergleich zu den vorherigen zwei Wochen tiefer oder höher?

So verzeichnete Zypern in den letzten beiden Wochen beispielsweise 14,4 Fälle pro 100'000 Einwohner. In den zwei Wochen direkt vor dieser Periode lag der Wert noch bei 3,3. Die Neuinfektionen stiegen also deutlich an.

Grösste Anstiege von Infektionen***

  1. Zypern: aktuell 14 (+336%)
  2. Jordanien: aktuell 53 (+284%)
  3. Georgien: aktuell 81 (+249%)
  4. Myanmar: aktuell 14 (+246%)
  5. Ecuador: aktuell 97 (+227%)
  6. Tunesien: aktuell 82 (+221%)
  7. Dänemark: aktuell 129 (+195%)
  8. Lettland: aktuell 10 (+149%)
  9. Niederlande: aktuell 173 (+147%)
  10. Tschechische Republik: aktuell 268 (+140%)

***nur Länder mit einem Wert ab 10 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tagen berücksichtigt, weil prozentuale Schwankungen darunter sehr gross ausfallen können, ohne dass sich die Situation drastisch verschlechtert / verbessert

Wo verbessert sich die Lage aktuell?

Am deutlichsten abgenommen haben die Neuinfektionen in folgenden Ländern:

Grösste Abnahmen von Infektionen

  1. Namibia: aktuell 52 (-44%)
  2. Kosovo: aktuell 45 (-36%)
  3. Kasachstan: aktuell 21 (-36%)
  4. Bolivien: aktuell 64 (-34%)
  5. Eswatini: aktuell 35 (-31%)
  6. Saudi-Arabien: aktuell 23 (-30%)
  7. Kroatien: aktuell 63 (-22%)
  8. Bangladesch: aktuell 13 (-19%)
  9. Dominikanische Republik: aktuell 72 (-18%)
  10. Venezuela: aktuell 38 (-17%)

Wer testet am meisten?

Die Statistikplattform Our World in Data hat von den meisten Ländern Angaben zum Testvolumen gesammelt. Allerdings gibt es nicht von allen Ländern tagesaktuelle Zahlen zum Testvolumen. Ausserdem geben manche Länder das Testvolumen in «Anzahl getesteter Personen» und andere in «Anzahl ausgewerteter Tests» an, was einen Direktvergleich schwierig macht. Die folgende Auswertung ist daher eher ein Indikator, der zeigt, welche Länder tendenziell mehr testen als andere:

Länder mit den höchsten Pro-Kopf-Testvolumen:

  1. Vereinigte Arabische Emirate: 100 Tests pro 100 Einwohner (= ungefähr gleich viele Tests wie Einwohner)
  2. Bahrain: 94 Tests pro 100 Einwohner
  3. Luxemburg: 73 Tests pro 100 Einwohner
  4. Dänemark: 62 Tests pro 100 Einwohner
  5. Malta: 48 Tests pro 100 Einwohner
  6. Israel: 39 Tests pro 100 Einwohner
  7. Island: 37 Tests pro 100 Einwohner
  8. Malediven: 34 Tests pro 100 Einwohner
  9. USA: 34 Tests pro 100 Einwohner
  10. Russland: 32 Tests pro 100 Einwohner

Was machen unsere Nachbarn?

Rückblickend hatte die Schweiz in der ersten Welle im Frühling die meisten Fälle pro Einwohner verzeichnet. Im Sommer haben sich die Zahlen bei uns – und auch bei unseren Nachbarländern – stabilisiert.

Inzwischen sind sie insbesondere in Frankreich wieder deutlich angestiegen. Ob diese Welle tatsächlich stärker ist, als die erste Welle im Frühling, ist aber nicht eindeutig aus diesen Zahlen zu lesen, denn Frankreich hat (wie viele andere Länder auch) das Testvolumen deutlich erhöht. Es ist also möglich, dass im Moment schlicht mehr Fälle erkannt werden als im Frühling.

Trotzdem steht Frankreich im Vergleich zu unseren anderen Nachbarländern zurzeit eher schlecht da. Auch Österreich kämpft mit steigenden Fallzahlen – und hat bereits entsprechende Gegenmassnahmen eingeleitet.

Tägliche Fallzahlen pro 100'000 Einwohner (7-Tage-Schnitt)

Bild: watson

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