Switzerland

Eine «beglückende Lebensaufgabe» ist abgeschlossen: Pfarrer Eugen Vogel (†96) ist verstorben

Eugen Vogel hatte noch den Silvestergottesdienst in Windisch besucht. Auf dem Rückweg stürzte er wenige Meter vor seiner Haustüre und zog sich zwei Rippenbrüche zu, was eine Spitaleinlieferung bedingte. Ab 4. Januar weilte er, gut betreut, wieder zu Hause. Doch seine Kräfte nahmen zusehends ab. Am Freitagabend, 15. Januar, durfte er friedlich einschlafen.

Ein Priester mit Leib und Seele, der, so seine Einschätzung, «eine beglückende und erfüllende Lebensaufgabe» ausüben durfte, ist zum Schöpfer heimgekehrt. Die Lebensaufgabe erfüllte er bis ins hohe Alter: Auch mit über 90 Jahren hielt er auf viele Anfragen hin Messen, Predigten oder Abdankungen – als Pfarrer i. R., wobei «i. R.» für ihn nicht «im Ruhestand», sondern «in Rufweite» hiess, wie er schmunzelnd bemerkte.

Im Jahr 1959 wurde er zum Priester geweiht

1924 geboren, wuchs er mit zehn Geschwistern in Escholzmatt LU auf. 1959 wurde er zum Priester geweiht, wirkte anschliessend als Vikar in Aarau, 1962 bis 1965 in Brugg, 1965 bis 1992 als erster katholischer Pfarrer seit der Reformation in Windisch. Ein Jahr nach der Einweihung der Marienkirche (1965) kam im Birrfeld ein zweites Gotteshaus hinzu. Die letzte Station als Pfarrer absolvierte er 1992 bis 1999 in Wohlenschwil.

Das eigentliche Lebenswerk war für ihn der Aufbau der Pfarrei Windisch. Er gewann mit seiner Herzlichkeit und seinem Engagement im Nu die Pfarreiangehörigen, wurde ein überaus beliebter Pfarrer und hielt sich konsequent an seinen Geleitspruch: «Diener Eurer Freude sein». Eine Herzensangelegenheit war für ihn auch die Jugendarbeit. So förderte er wesentlich Jungwacht, Blauring und den Jugendchor Rhygo. Einige Jahre wirkte er des Weiteren als Dekan des Dekanats Brugg und als Synodepräsident der Römisch-­Katholischen Landeskirche im Aargau.

Er legte grossen Wert auf den weiteren Aufbau und die Festigung der Ökumene und fand, so beim reformierten Amtskollegen Walter Meier, offene Türen. Die beiden wurden Freunde, die beiden Pfarreien bauten frühere Grenzen ab und entwickelten eine erfreuliche Verbundenheit. Eugen Vogel: «Ich war sowieso immer gegen die Abgrenzung zwischen den Konfessionen. Das sind doch alle getaufte Christen wie wir, das alleine zählt. Man muss die Einheit anstreben.»

Der Papst schickte ihm persönlich Glückwünsche

Er hatte überhaupt eine sehr aufgeschlossene Haltung. So erklärte er 2005 in einem Interview mit der AZ: «Als Papst würde ich den Pflichtzölibat unbedingt abschaffen. Auch wenn dieser positive Auswirkungen haben kann: Man widmet seine ganze Kraft der Pfarrgemeinde.» Und zu einem anderen Thema: «Die Freigabe des Priesterberufs für Frauen wäre wünschenswert, aus biblischer Sicht gibt es keinen Grund dagegen. Aber dies dürfte wegen der Bedenken in Rom noch ein langer Weg sein.»

Trotz unterschiedlicher Auffassungen: Papst Johannes Paul II. schickte ihm zum 80. Geburtstag persönlich Glück- und Segenswünsche und dankte für sein langjähriges Wirken. Die grosse Wertschätzung der Pfarreiangehörigen durfte er auch bei Jubiläumsanlässen immer wieder erfahren (so 2020 beim 70 Jahr-Dienstjubiläum) – und 2004 bei der Ernennung zum Windischer Ehrenbürger.

Vor einem halben Jahr äusserte er sich in einem Interview zur aktuellen Situation: «Ich wünsche mir für die Kirche und die Welt, dass die Religiosität wieder wichtiger wird und zunimmt. Wir sind sehr wissenschaftsgläubig geworden. Aber gerade die Coronakrise zeigt uns, dass das nicht reicht.»

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