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Ein Skandal, der niemanden überraschen sollte: Im Zweiten Weltkrieg hat der «Stern»-Gründer Henri Nannen antisemitische Pamphlete produziert

Der Norddeutsche Rundfunk hat einige der Flugblätter gezeigt, die der spätere Verleger als Leiter einer SS-Propagandakompanie verantwortete. Neu ist daran wenig. Doch die Frage, warum er so lange als journalistische Lichtgestalt galt, stellt sich mit neuer Dringlichkeit.

Henri Nannen, hier bei einem TV-Auftritt am 1. Januar 1984.

Henri Nannen, hier bei einem TV-Auftritt am 1. Januar 1984.

Imago

Auch 77 Jahre nach Kriegsende ist die Nazi-Zeit noch nicht vollständig aufgearbeitet. Eigentlich neu und überraschend ist allerdings längst nicht alles, was dem Publikum als sensationelle Entdeckung präsentiert wird: Dass Henri Nannen, der 1996 verstorbene Gründer und langjährige Herausgeber der Illustrierten «Stern», dem Regime publizistisch zudiente, ist seit langem bekannt. Nannen war Stadionsprecher bei den Olympischen Spielen 1936, er berichtete als Kriegsreporter von der Ostfront, und in Italien leitete er eine Propagandakompanie, die amerikanische Soldaten zur Fahnenflucht animieren sollte.