Switzerland

Ein Schweizer Torjäger, der nicht Embolo heisst: Gladbach siegt im Borussen-Duell dank Doppelpacker Elvedi

Es war ein ganz und gar grausamer Auftakt in die Rückrunde für den BVB. Die ob der Schlappe gegen Leverkusen nicht gerade mit Selbstvertrauen ausgestatteten Dortmunder hielten die Null gegen Borussia Mönchengladbach gerade einmal 43 Sekunden.

Was war passiert? Jonas Hofmann luchste dem Dortmunder Jude Bellingham von hinten den Ball ab, spitzelte das Spielgerät rüber zu Florian Neuhaus, welcher nach ein, zwei Übersteigern zum Schlenzer ansetzte und zum 1:0 abschloss.

Aber: Bei Hofmanns Intervention war viel Armeinsatz dabei. Schiedsrichter Gräfe sah sich die Aktion auf dem Bildschirm an und entschied - zurecht - auf Foul von Hofmann. Es blieb also beim 0:0. Marco Rose, der Gladbacher Trainer, war selbstredend ausser sich.

Das Blut von Trainer Rose geriet mehrfach in Wallung

Dass Rose ohnehin gereizt war, konnte man nachvollziehen. Was hatte er in dieser Woche nicht alles kundtun müssen zum Fall Embolo, zu seinem Schweizer Stürmer, der sich einen Fehltritt geleistet und gegen die Corona-Verordnungen verstossen hatte. Embolo übrigens sass zu Beginn noch auf der Bank. Vielleicht war das ein kluger Schachzug, um den 23-Jährigen vom grellsten Scheinwerferlicht zu befreien.

Wenig später geriet Roses Blut abermals in Wallung. Wieder Tor für seine Mannschaft, wieder zog Gräfe wegen eines möglichen Abseits den VAR zu Hilfe. Der entschied diesmal aber tatsächlich auf reguläres Tor. Gladbach führte, Rose durfte sich etwas entspannen.

Der Torschütze zum 1:0 hiess Nico Elvedi. Jener Elvedi, der bereits am Dienstag für den siegbringenden Treffer gegen Bremen besorgt war und eigenhändig dafür sorgte, dass Schweizer Nationalspieler in der Bundesliga auch mit sportlichen Leistungen von sich reden machen.

Dortmund belohnte sich für die Drangphase

Im Anschluss setzte sich einer der Hauptdarsteller dieser Saison in Szene: Erling Haaland. Der Norweger nahm einen Steilpass von Sancho direkt und chippte ihn über Sommer hinweg in die lange Ecke zu seinem 13. Saisontor. Erster Abschluss, erstes Tor. Die Dortmunder beeindruckten die Gladbacher mit brutaler Effizienz.

Und der BVB drückte weiter. Stindl lenkte einen Schuss von Akanji - einem weiteren Schweizer - per Kopf an den Pfosten. Wenig später wurde die Drangphase belohnt. Erneut spielten die Dortmunder Haaland frei, erneut vollstreckte der 20-Jährige eiskalt.

Mit Eis in den Venen zum zwischenzeitlichen 2:1: Dortmunds Stürmer Erling Haaland erzielt seinen 14. Saisontreffer.

Dortmund hat Haaland, Gladbach hat - Elvedi. Ja, der 24-Jährige mausert sich in Abwesenheit von Embolo zum Torjäger. Nach einem Freistoss von Stindl aufs Dortmunder Tor liess Bürki ungenügend abprallen, Nati-Kollege Elvedi sagte Danke und schob ein. 2:2, vier Treffer nach gerade mal etwas mehr als 30 gespielten Minuten. In der Folge entwickelte sich ein wildes, ein intensives Spiel mit teilweise konfusen Aktionen in beiden Abwehrreihen. Nur die Halbzeitpause bremste das Spektakel.

Spuck-Sünder Marcus Thuram krönte sein Comeback

Mit viel Tempo ging es auch im zweiten Umgang weiter. Eine Hälfte, in der sich die Gladbacher die anfängliche Führung zurückholten. Linksverteidiger Bensebaini liess Gegenspieler Brandt mit einer Finte ins Leere laufen, legte sich den Ball auf seinen schwächeren rechten Fuss und schnibbelte diesen cool an Bürki vorbei zum 3:2 ins Netz.

Mönchengladbach hatte die Partie nun im Griff, liess den Ball klug durch die eigenen Reihen laufen und kam zu dezidierten Angriffen. In Minute 71 betrat auch Embolo das Feld im Borussia Park, gefährliche Aktionen vor dem Tor hatte er keine mehr. Dafür trumpfte mit Marcus Thuram einer auf, der nach seiner Spuckattacke und anschliessender Sperre gegen Dortmund sein Comeback gab. Nach einem Freistoss köpfte der Franzose zum 4:2 ein. Es war der dritte Treffer nach einem Gladbacher Standard an diesem Abend und besiegelte das dritte sieglose Spiel des BVB in dieser Woche.

Gladbach hingegen bleibt im Jahr 2021 weiter ungeschlagen und schiebt sich in der Tabelle an Dortmund vorbei auf Platz vier.

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