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Ein heftiger Schlagabtausch, aber keine Entgleisungen: Trump versucht es mit einer neuen Attacke gegen Biden

In der zweiten und letzten Fernsehdebatte vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl haben Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden sich heftig gestritten. Im Gegensatz zur ersten Debatte verzichtete der Republikaner aber, gegen den Demokraten und die Debatten-Moderatorin — die sehr diszipliniert vorgehende «NBC»-Journalistin Kristen Walker — zu pöbeln. Fünf Momente, die von der Debatte in Nashville (Tennessee) in Erinnerung bleiben werden.

1. Trump gibt den normalen Präsidenten

Er konnte es nicht lassen: Einmal mehr sagte Donald Trump am Donnerstag, er habe in den vergangenen vier Jahren mehr für Afroamerikaner getan als sämtliche Präsidenten, mit der Ausnahme vielleicht von Abraham Lincoln. Auch sagte er, er sei «die am wenigsten rassistische Person» im Raum. Das ist absurd. Aber auch vergleichsweise harmlos. Die meisten Amerikaner haben sich wohl daran gewöhnt, dass Trump stets übertreibt. Viele verzeihen ihm dies wohl, so lange er sonst nicht über die Stränge schlägt. Und in der Tat verzichtete Trump darauf, rechtsextreme Gruppierungen zu verteidigen oder in andere Fettnäpfchen zu treten. Er wirkte streckenweise ganz normal — obwohl er das natürlich nicht ist. Mit diesem Manöver wird er sich zwölf Tage vor dem Wahltag am 3. November etwas Luft verschaffen haben. Zögerliche Wechselwähler, die sich nicht sicher waren, ob sie Trump erneut unterstützen wollen, haben nun eine Ausrede.

2. Seine Korruptionsvorwürfe prallen von Biden ab

Trump scheiterte aber dabei, seinen Kontrahenten Joe Biden als «korrupten Politiker» zu entlarven, so wie er dies geplant hatte. Auf Einladung Bidens brachte der Präsident zwar die Vorwürfe gegen Biden und seinen Sohn Hunter aufs Parkett — in aller Kürze: konservative Medien werfen Hunter vor, finanziell davon profitiert zu haben, dass sein Vater der Vize von Präsident Barack Obama war. Aber Trump gelang es nicht, die Vorwürfe gegen die Bidens in einfachen Worten zu erklären. Stattdessen klang er wie ein Moderator des Nachrichtensenders «Fox News Channel», der atemlos über die neusten «Breaking News» plaudert, die sich angeblich in E-Mails verstecken, die auf einem Laptop Bidens gefunden wurden. Biden dementierte die Vorwürfe, für die es keine Beweise gibt, und rief dem Fernsehpublikum die dubiosen Geschäfte Trumps in Erinnerung, der zum Beispiel ein bisher geheimes Bankkonto in China besitze. Dann sagte er: Letztlich aber stehe aber weder die Familie des Präsidenten noch die Familie des Herausforderers im Zentrum, sondern die amerikanische Durchschnittsfamilie.

3. Biden kann debattieren

Sowieso: Biden kam vorbereitet in die Debatte und hatte einige gute Konter im Köcher. So kündigte er an, Präsident sämtlicher Amerikaner zu sein, und die Trennung in «rote» (republikanische) und «blaue» (demokratische) Bundesstaaten zu überwinden. Auch wies er die Kritik Trumps am angeblich zu linken Wahlprogramm des Demokraten zurück, in dem er sagte: «Der Typ ist sehr verwirrt.» Trump sei anscheinend der Meinung, er trete gegen einen Vertreter des linken Randes seiner Partei an, zu dem er sich nicht zähle. Auch gelang es Biden recht geschickt, die falschen Versprechungen Trumps in der Debatte über eine Krankenkassen-Reform zu entlarven. Oder sein planloses Vorgehen in der Coronakrise anzuprangern, die sich auch in Amerika wieder zuspitzt.

4. Trump treibt Biden, zwischenzeitlich, in die Enge

Trump wiederum war am stärksten, wenn er Biden als «traditionellen Politiker» beschimpfte. So warf er dem Demokraten mehrmals vor, seine Positionsbezüge seien bloss leere Versprechungen — denn wenn er es ernst meinen würde, hätte er in seiner langen, fast 50 Jahre dauernden Karriere, ja längst die notwendigen Gesetze verabschieden können. Natürlich ist das ein Vorwurf, der sich leicht entkräften lässt. So war der Klimawandel im Jahr 1972, als sich Biden erstmals um einen Sitz im Senat in Washington bewarb, kein Thema. Auch war Trump in den vergangenen vier Jahren Präsident, hätte also zum Beispiel die gescheiterte Krankenkasse-Reform zu Ende bringen können. Die Nadelstiche des Präsidenten aber zeigten schon ein bisschen Wirkung. So distanzierte sich Biden zum Beispiel in recht deutlichen Worten von der Einwanderungspolitik der Regierung von Präsident Barack Obama, dem er acht Jahre lang als loyaler Vize gedient hatte. Auch schlug Biden in der Umweltpolitik recht radikale Töne an, in dem er sagte, die Auto-Nation Amerika müsse sich von der Ölindustrie abwenden.

5. Der «neue» Trump kommt wohl zu spät

Ob der weniger aggressiv auftretende Präsident allerdings die Dynamik dieses Präsidentschaftswahlkampfes noch drehen kann, sei dahingestellt. Erstens haben bereits mehr als 48,5 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner — etwa ein Drittel sämtlicher Wähler — ihre Stimme abgegeben. Und zweitens ist es Trump nicht gelungen, Biden derart zu provozieren, dass er einen Schnitzer begeht. Die Attacken gegen seinen Sohn Hunter, eine höchst emotionale Angelegenheit für den stolzen Familienpatriarchen, jedenfalls parierte der Demokrat problemlos. Die Debatte in Nashville zeigt allerdings, dass sich Biden nicht ausruhen kann, will er die Wahl gewinnen.

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