Switzerland

Ein Hauch Dolce Vita: Wegen Corona dürfen Gastrobetriebe mehr Tische nach draussen stellen – für immer?

Baden, die lebensfrohe Stadt – der einstige Slogan ist im Moment zutreffend wie schon lange nicht mehr. «Es herrscht ein Dolce-Vita-Flair», sagt Reto Zurflüh von der Bodega-Bar am Cordulaplatz. Grund für den Hauch von Italianità in Badens Zentrum: Restaurants dürfen aktuell mehr Aussenraum nutzen als vor der Coronakrise, können also mehr Tische draussen aufstellen.

Zu verdanken haben dies die Gastrounternehmen dem Stadtrat: Er schnürte im Mai ein Millionen-Hilfspaket, um den betroffenen Betrieben über die Coronakrise hinwegzuhelfen. Unter anderem verzichtet die Stadt auf Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Raums –und zeigt sich grosszügig, wenn es darum geht, diesen zu besetzen. Dadurch können die Abstandsregeln zur Eindämmung des Coronavirus eingehalten werden und die Restaurants rentabel arbeiten.

«Auch die umliegenden Geschäfte profitieren»

Reto Zurflüh und das Bodega-Team nahmen das Angebot dankend an: «Dass wir momentan mehr Tische rausstellen dürfen als früher, ist eine enorme Bereicherung, vor allem nach diesen schwierigen Wochen ohne Einnahmen. Wir profitieren auch finanziell stark. Ein grosses Danke an die Stadt Baden.» Niemand störe sich daran, dass mehr Tische auf dem Cordulaplatz stehen. Im Gegenteil: «Auch die umliegenden Geschäfte profitieren, weil der ganze Platz attraktiver wirkt und sich die Menschen mehr Zeit nehmen, um sich umzu­sehen. Wenn wir auch in Zukunft mehr Platz vom öffentlichen Raum brauchen könnten, wäre dies fantastisch.»

Das Angebot werde von den Gastrobetrieben rege genutzt, bestätigt Stadtrat Matthias Gotter (CVP). «Mir persönlich gefällt es sehr: Die Gassen und Plätze erhalten mehr Leben.» Es gebe Stimmen, die finden, Restaurants und Beizen sollten auch in Zukunft, nach Corona, mehr Teile des öffentlichen Raums benutzen dürfen als früher. Dazu sagt der Sicherheitsvorsteher: «Grundsätzlich bin ich bereit für Diskussionen. Selbstverständlich müsste stets eine Rettungsgasse vorhanden bleiben für Notfallfahrzeuge.» Es habe zwar Beizen gegeben, die es übertrieben, die zu viel Platz in Anspruch nahmen. «Selbstverständlich braucht es nach wie vor eine Bewilligung der Gewerbepolizei. Insgesamt halten sich die Betriebe aber an die neuen Vorgaben», sagt Matthias Gotter. Auch ihn freut: «Bisher gab es keine kritische Rückmeldung.»

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