Switzerland

Ein grosser Schritt für Schwamendingen: Der Zürcher Gemeinderat stimmt der Verschönerung der Einhausung zu

Die Zürcher Bevölkerung muss den Urnengang von 2006 quasi wiederholen und erneut über den Kostenanteil der Stadt an der Einhausung Schwamendingen abstimmen.

Seit März 2019 wird die Einhausung in Schwamendingen gebaut, 2024 soll sie fertig sein.

Seit März 2019 wird die Einhausung in Schwamendingen gebaut, 2024 soll sie fertig sein.

Karin Hofer / NZZ

Seit dem März 2019 wird in Schwamendingen gebaut. Doch wie die Einhausung am Ende im Detail aussehen soll, ist noch immer nicht klar. Zum Zeitpunkt der Volksabstimmung 2006 waren eine rudimentäre Begrünung und ein paar Spazierwege auf dem Autobahndeckel vorgesehen. Nun möchte die Stadt die Einhausung aber aufhübschen und eine attraktive Parkanlage bauen. Das hat Konsequenzen für die Kosten.

Bei der Abstimmung 2006 hatte die Zürcher Bevölkerung der Kreditvorlage mit grosser Mehrheit zugestimmt. Damals wurde der Anteil der Stadt an den Gesamtkosten der Einhausung Schwamendingen auf 39,8 Millionen geschätzt. Nun soll der Anteil 83,8 Millionen Franken betragen – also mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Grund dafür ist einerseits die Teuerung, andererseits die von der Stadt vorgesehene Verschönerung des Parks.

Die Stadt will auf dem Autobahndeckel zusätzliche Sträucher und Bäume pflanzen und Schattendächer aufbauen, um die Hitze im Sommer erträglicher zu machen. Doch damit die Pflanzen im Sommer nicht austrocknen, muss ein Bewässerungssystem gebaut werden – und auch das kostet, weil zusätzliche Leitungen verlegt werden müssen. Zudem will die Stadt zwei Züri-WC aufstellen und zwei Spielplätze bauen.

Pavillon als Zankapfel

Den kulturellen Mittelpunkt des Parks soll ein Pavillon bilden, der für soziokulturelle Veranstaltungen genutzt werden könnte. Genau dieser Pavillon war am Mittwochabend im Gemeinderat Teilen der SVP ein Dorn im Auge. Der SVP-Gemeinderat Dubravko Sinovcic sagte: «Aus unserer Sicht ist es nicht dringend nötig, diesen Pavillon jetzt zu bauen.» In Zeiten der Corona-Krise und einer drohenden Rezession sei es wichtig, genau zu prüfen, wo gespart werden könne, und beim Pavillon könne man sparen. Sinovcic forderte deshalb eine Kürzung des Objektkredits um 3 Millionen Franken – um genau so viel also, wie der Pavillon kosten soll. Man könne den Bau auch später noch erstellen, falls das Bedürfnis dann noch bestehe, schloss Sinovcic seine Stellungnahme.

Auf wenig Verständnis stiess er damit bei Frank Rühli von der FDP. Dieser sagte: «Zürich-Nord hat lange genug unter dieser verkehrspolitischen Sünde gelitten.» Die lokale Bevölkerung habe es verdient, dass man den Park inklusive Pavillon baue. Man habe sich bei der FDP auch schwergetan mit den Kosten, aber eine Verschiebung auf später löse das Problem nicht. Man solle deshalb nun die Möglichkeit nutzen, etwas für die Bevölkerung in Schwamendingen zu tun. «Es ist ein kleiner Schritt für die Stadt, aber ein grosser Schritt für Zürich-Nord.»

Erneute Abstimmung

Rühli sprach damit offenbar einer Mehrheit des Gemeinderats aus dem Herzen. Die Kürzung des Objektkredits erhielt lediglich von 11 Gemeinderäten Zuspruch. In der Schlussabstimmung wollte sich dann auch die SVP nicht mehr gegen die Verschönerung der Einhausung stemmen – und so schien es zumindest mit Blick auf das Abstimmungsresultat am Ende so, als sei man sich im Gemeinderat einig gewesen: Der Objektkredit von 83,8 Millionen Franken wurde einstimmig bewilligt.

Das letzte Wort hat nun die Zürcher Bevölkerung. Sie wird erneut über den Kostenanteil der Stadt an der Einhausung Schwamendingen abstimmen und den Urnengang von 2006 damit quasi wiederholen. Einen Termin gibt es noch nicht. Klar ist bereits: Der Bau der Einhausung Schwamendingen soll 2024 abgeschlossen sein.

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