Switzerland

Ein Freiburger Kuhmärchen: Kuh Ulme und der Motocross-Fahrer

Im Sensebezirk haben sich kürzlich zwei bewegende Geschichten zugetragen. Die Kolumnistin hat nachgelesen – und stellt sich vor, was zwischen den Schlagzeilen geschehen sein könnte.

Stolze Ausnahme: Die Freiburger Kuh Ulme und ihre Drillinge.

Stolze Ausnahme: Die Freiburger Kuh Ulme und ihre Drillinge.

Foto: zvg

Es war einmal vor nicht langer Zeit ein Stall auf einem Bauernhof bei Tafers. Der vorletzte Augusttag war durchzogen gewesen, etwas Sonne, viele Wolken, etwas Regen. An das Wetter in der Nacht hingegen konnte sich Kuh Ulme nachher nicht mehr erinnern. Ihre Aufmerksamkeit galt der Geburt. Es war die strengste, die sie je durchgemacht hatte. Danach blieb sie erschöpft im Stroh liegen und schlief bis in den Morgen hinein.

Landauf, landab war am nächsten Tag auf den umliegenden Höfen im Sensler Reich Raunen und Staunen zu vernehmen. «Hast du gehört?», erklangen aufgeregte Stimmen, «Kuh Ulme hat Drillinge bekommen!» Wenn man bedenke, dass das im Durchschnitt nur bei einer von hundert Kühen vorkomme – alle Achtung. Auch wohlauf seien alle drei, sogar respektable 30 Kilogramm bringe jedes der Kälber auf die Waage.

So wurde das Ende dieses Sommers vielerorts mit einem Gläschen Selbstgebrannten begossen. «Auf Kuh Ulme!»

Meiringen statt Mykonos

Bern, ein paar Tage später. Die Luft im Lokalbüro der nationalen Gratiszeitung war kühl und geruchlos. Von der Decke seilte sich eine kleine Spinne über dem Computer des leitenden Redaktors ab. Er unterbrach kurz seine ziellose Klickerei im Internet, um den Spinnenfaden vorsichtig an einen Kugelschreiber zu hängen und die Spinne so zum Fenster zu tragen.

Seufzend liess sich der Redaktor wieder auf den Bürostuhl fallen. «Verfluchte Pandemie. Es läuft nix.» Trauffers Hochzeit hatte sich nach einem derart langweiligen Abend angehört, dass er nicht einmal einen Reporter hingeschickt hatte. Der «Blick» war offenbar noch verzweifelter gewesen und hatte den «Büetzer Bueb» und «seine Brigitte» auf die Titelseite gehievt: «Ihr grosser Tag daheim.» Meiringen statt Mykonos? Motto: «Weiss»? Jämmerlich!

Minderjährig, ergo kein Führerschein, unangemeldetes Fahrzeug. Potzheilanddonner!

Wenn sich doch nur eine Story ergeben würde wie die des Motocross-Fahrers in Plaffeien neulich. Da stimmte alles: Überraschung, ein bisschen Krimi, Lokalkolorit, eine Identifikationsfigur aus dem Volk und die verarschte Polizei, sogar mehrere Leser-Videos gab es, die in den sozialen Medien durch die Decke gingen. Ein Glücksfall, dass die Verfolgungsjagd zwischen einem Jugendlichen auf einem Töff und einem Polizeiauto querfeldein gefilmt worden war.

Der Fahrer wollte der Kontrolle entkommen. Minderjährig, ergo kein Führerschein, unangemeldetes Fahrzeug. Potzheilanddonner! Im Freiburger Oberland haben sie eben noch Spektakel, wahre Geschichten, die das Leben schreibt, die… – Moment, was ist denn das für ein herziges Tierfoto in der Facebook-Gruppe dieser Freiburger Landwirte?

Happy End

(Auf Ulmes Bauernhof klingelt das Telefon.)

Bauer: Hallo?

Redaktor: Grüessech. Ich habe gehört, bei Ihnen gab es eine Sensation. Drillinge! Ist das wahr?

Bauer: Ja, unsere Kuh Ulme hat sie bekommen. Ich sage Ihnen, so etwas haben wir noch nie gesehen. Nach dem ersten kam noch eins und (…)

(Der Bauer erzählt die Geschichte.)

Redaktor: Schön, schön. Und jetzt hüpft die Familie glücklich auf der Weide herum? Können Sie davon vielleicht ein Video machen? Ich kann leider nicht selbst vorbeikommen, viel zu tun, Sie kennen das ja sicher.

Bauer: Ja, das lässt sich einrichten. Eine gute Idee, bevor sie dann alt genug sind und wegmüssen.

Redaktor: (kurzes, lautes Einatmen) Wie – weg?

Bauer: Natürlich, die Fleischrassen bleiben nicht sehr lange bei uns. Wir suchen aber einen Ort, wo sie zusammensein können.

Redaktor: Ah, uff. Ich dachte schon… Wie heissen sie überhaupt, die drei Racker?

Bauer: Sie haben keine Namen, es sind Mästkälber.

(Stille am anderen Ende der Leitung.)

Bauer: Sie dürfen Ihnen gerne schöne Namen geben, wenn Sie möchten. Hallo, sind Sie noch da?

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