Switzerland

Ein Blick vom Silicon Valley in die Alpentäler

Aktien, die von der Digitalisierung angetrieben werden, finden sich nicht nur an der US-Westküste. Auch die Schweiz hat wachstumsstarke IT-Titel zu bieten. Diese bewegen sich zwar in Nischen, sind dafür aber günstiger.

Logitech hat als Hersteller von Tastaturen und weiteren Computerperipheriegeräten vom Home-Office-Trend profitiert.

Logitech hat als Hersteller von Tastaturen und weiteren Computerperipheriegeräten vom Home-Office-Trend profitiert.

Dado Ruvic / Reuters

An Tech-Aktien kommt der Anleger nicht vorbei. Doch die üblichen «Technologie-Wetten», US-Aktien wie Apple, Microsoft, Netflix & Co., sind nach einer langen Hausse stolz bewertet, und der Investor muss noch das Dollar-Risiko schultern. Da könnte es sich lohnen, die einheimischen Tech-Werte genauer anzusehen. Die Auswahl ist aber ziemlich beschränkt: Die Anbieter sind in Nischen unterwegs, dort aber jeweils führend. «Die hiesige Tech-Aktien unterliegen den gleichen Trends wie jene an der Nasdaq», sagt Martin Lehmann, Manager des 3V-Swiss-Small-&-Mid- Cap-Fonds.

Der 3V-Fonds ist kein Technologie-Fonds, sondern setzt auf «strukturelles» Wachstum. Der Fondsmanager mag keine zyklischen Unternehmen, die Schweine-Zyklen unterliegen. Er zieht Aktien von agilen Unternehmen vor, die in aussichtsreichen Märkten hohe Renditen erzielen. Deshalb sind Technologie-Aktien im 3V-Fonds übergewichtet. Durch die Covid-19-Pandemie hat die Digitalisierung einen Sprung gemacht und ist gemäss Lehmann dort, wo sie unter «normalen» Bedingungen in fünf Jahren wäre. Homeschooling und Home-Office sind in der Schweiz mittlerweile weit entwickelt, andere Länder haben aber noch Aufholpotenzial. Technologie ist aber nicht ein kurzlebiger Trend, sondern eine Zeitwende.

Die hiesigen IT-Firmen sind global ausgerichtet, der Heimmarkt ist nur von untergeordneter Bedeutung. Doch punkto Management- und Bilanzqualität sind sie typisch schweizerisch. Am kommenden Dienstag publiziert Logitech – einer der Favoriten von Lehmann – die Zahlen zum vierten Quartal, der wichtigsten Periode im Jahr. Das Unternehmen ist in drei Divisionen aufgeteilt. Die Bereiche Computerperipheriegeräte, also etwa Mäuse und Tastaturen, sowie Video-Conferencing haben vom Home-Office-Trend profitiert. Und mit E-Sport-Gaming bedient Logitech einen Megatrend.

Ein wichtiges Element der Digitalisierung sind Cloud-Dienste. Dabei wird die IT-Infrastruktur nicht mehr an einem zentralen Ort betrieben, sondern über das Internet dezentralisiert. Die beiden Schweizer Unternehmen Software One und Also sind in diesem Bereich tätig. Software One liess sich im Oktober 2019 an der Schweizer Börse kotieren. Oft wird das Unternehmen als reiner Wiederverkäufer von Microsoft-Produkten bezeichnet. Damit wird man der Produktpalette des IT-Dienstleisters aber nicht gerecht. Diese Erkenntnis setzt sich auch an der Börse durch.

Internet of Things, Artificial Intelligence, Robotic, 5G und autonomes Fahren sind die neusten Teilbereiche der Digitalisierung. Allen ist gemeinsam, dass sie in der Anwendung Halbleiterkapazität beanspruchen. Der Halbleitersektor brummt, das zeigten auch die Zahlen des weltgrössten Chip-Herstellers TSMC. Mit Inficon, Comet und VAT tummeln sich auch Schweizer Firmen im Sektor. VAT meldete in dieser Woche eine ausgezeichnete Nachfrage im halbleiterbezogenen Ventilgeschäft, die die Markterwartungen und Unternehmensprognosen übertraf. Der Aktienkurs von VAT hat aber bereits sehr viel vorweggenommen.

Die Helvetische Bank bezeichnet die zukünftige Zinsentwicklung für Wachstumsaktien als wichtigste Determinante des Aktienkurses: Bei diesen Titeln sind die abdiskontierten Nettobarwerte der zukünftigen Gewinne im gegenwärtigen Zinsumfeld wegen des tiefen Abzinsungsfaktors markant höher. «Sollten die Zinsen steigen, werden sich diese Bewertungen schnell reduzieren.»

Dem österreichischen Sensoren-Hersteller AMS, dessen Aktien in Zürich gehandelt werden, ist eine grosse Zukunft vorausgesagt worden. Doch die Aktienkursentwicklung in den vergangenen Jahren ist ernüchternd. Nach der Osram-Übernahme könnte die Vision nun endlich zur Tatsache werden, denn nun verfügt AMS mit optischen Sensoren über ein breites Angebot für Smartphones und im Fahrzeugbau. Doch nicht jede Tech-Aktie ist ein Kauf, nur weil sie im IT-Bereich zu Hause ist. Der 3V-Fondsmanager mag etwa das Geschäftsmodell und das Management von U-Blox nicht. Ihm missfällt, dass Forschungs- und Entwicklungskosten in der Bilanz aktiviert werden. «Das hat jüngst zu Abschreibungen geführt», sagt Lehmann.

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