Switzerland

Ein bisschen Ferien: Speisen aus dem Foodtruck verbreiten südamerikanisches Flair

Surfbrett, Hula Doll und Blumenkette verhelfen dem türkisfarbenen VW-Bus in Niederrohrdorf zu einem hawaiianischen Flair – ein toller Kontrast zu dem Schnee, der momentan auf dem Dach von Roberto Kaisers Foodtruck liegt.

Viele Menschen überlegen sich heute gut, was sie ihrem Körper zuführen wollen. Frisch zubereitet sowie leicht, vitaminreich und ausgeglichen soll es sein. Gleichzeitig stehen regionale Produkte, Nachhaltigkeit und Genuss im Fokus – und am Mittag muss das Essen einfach und schnell greifbar sein. All diese Eigenschaften werden in einem Foodtruck vereint. «Regionale und qualitative hochwertige Lebensmittel haben bei uns einen hohen Stellenwert», sagt Roberto Kaiser.

Gleich vor dem Rio Getränkemarkt in Niederohrdorf steht der Foodfabrik Foodtruck. Seit November kann man von Dienstag bis Freitag (11 bis 13.30 Uhr) sowie samstags von 11 bis 14 Uhr einen Hot Chivito holen. Dieser besteht aus einem knusprigen Ciabatta, Pulled Pork oder Beef, Cole Slaw und Blattsalat sowie den hausgemachten Saucen. Auch eine vegane Version mit Hummus und Falafel ist erhältlich.

Chivito ist ein Gericht aus Uruguay. «Die Inspiration für unsere Essen haben meine Partnerin Martina Kretz und ich auf unseren Reisen gesammelt», sagt Kaiser. Sie haben das klassische Chivito etwas abgeändert und mit der Chimichurri-Sauce angereichert.

Roberto Kaiser ist kein Neuling in der Gastronomie. Vor rund 25 Jahren machte der 42-Jährige die Lehre als Koch. Danach arbeitete er in verschiedenen Betrieben der Region. 2015 wollte Roberto Kaiser sich etwas Eigenes aufbauen und gründete zusammen mit seiner Partnerin die Foodfabrik mit Sitz in Künten. Nebst mobiler Gastronomie wie Catering haben sie sich auf die Produktion von Saucen spezialisiert. «Wir beliefern kleine Feiern bis zu grosse Hochzeiten oder Firmenevents», sagt Roberto Kaiser.

Aufgrund der Pandemie auf Streetfood gesetzt

Dann kam Corona und wie bei so vielen Gastronomiebetrieben fällt die Arbeit aus. Grossanlässe finden nicht mehr statt – brauchen also auch kein Catering mehr. So musste auch die Foodfabrik umstellen. «Wir entschieden uns, auf Streetfood zu setzen», sagt Kaiser.

Nebst seiner Passion fürs Kochen ist Roberto Kaiser auch ein leidenschaftlicher Schrauber. «Vor allem die VW-Busse haben es mir angetan», sagt Kaiser. In seiner Garage zu Hause baute er zwei Busse zu Foodtrucks um. Der eine – aus Wien kommende – Bus steht abwechselnd in Zürich und Wohlen. Der türkisfarbene Hawaiibus aus Australien steht in Niederrohrdorf. «Jetzt würden wir gerne noch einen dritten Standort in Baden aufbauen», sagt Kaiser, «wir würden uns freuen, wenn wir einen geeigneten Standplatz mit Starkstromanschluss finden können.»

Argentinische Dip-Sauce gehört zum Konzept

Bekannt ist die Foodfabrik auch für ihre Saucen. Die bekannteste Sauce ist Paula’s Chimichurri, welche in der ganzen Schweiz ihre Fans habe. Die würzige Kräutersauce wird nach einem geheimen Familienrezept von Paula Luduena hergestellt. Mit der Rückkehr Paulas nach Argentinien übergab sie die Produktion der Saucen in die Hände von Martina Kretz und Roberto Kaiser. «Chimichurri ist der Inbegriff einer Argentinischen Dip-Sauce und gehört zu gegrilltem Fleisch wie Messi zum Fussball», sagt Kaiser.

Weitere Saucen wie Velvet Chimichurri und John’s BBQ sowie die hauseigene Salatsauce sind neu seit Beginn der Pandemie auch mit ins Sortiment aufgenommen worden. Roberto Kaiser und sein Team freuen sich, wenn bald wieder Feste gefeiert werden dürfen und sie auch wieder normale Caterings anbieten können. «Bis dahin begrüssen wir unsere Kunden aus den Foodtrucks», sagt Kaiser.

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