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Ein Beruf, bei dem sich die Arbeitskräfte rar machen: Koch gesucht

«Einen guten Koch zu finden, erweist sich als schwierig», sagt Arthur «Thuri» Eiholzer, Wirt des Restaurants Feldschlössli in Hornussen. Im Moment unterstützen ihn ein Hilfskoch und eine Küchenhilfe, sagt Eiholzer. Er habe eine Sehne gerissen und suche nach einem Aushilfskoch für zwei bis drei Monate. «Nur meldet sich niemand», bedauert er.

Als mögliche Gründe bringt Arthur Eiholzer die Arbeitszeiten von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 22 Uhr ins Spiel. «Meistens arbeiten wir auch an den Wochenenden», so Eiholzer. «Wenn ein Koch Familie plant oder einem Verein beitreten möchte, geht dies nur mit geregelten Arbeitszeiten.»

Zimmerstunden sind im «Airpick» nicht möglich

Auch Hassan Benci vom Restaurant Airpick beim Flughafen Schupfart thematisiert die Arbeitszeiten als Grund für den Fachkräftemangel. «Zwischen 12 und 16 Stunden muss man manchmal im Betrieb stehen», sagt Benci. Es gebe viele «tote Zeiten».

Aktuell sucht er sowohl einen Koch als auch einen Serviceangestellten. In den vergangenen zwölf Jahren als Pächter und Gastgeber des «Airpicks» sei es immer schwieriger geworden, passende Gastro-Angestellte zu finden. «Bei uns kann es am ­Wochenende, von Freitag bis Sonntag, sowie grundsätzlich an Feiertagen sehr hektisch werden», sagt Benci.

Das «Airpick» ist ein Ausflugsrestaurant. «Beim geringsten Sonnenstrahl kommen Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Fricktal, um hier oben zu spazieren und anschliessend im Restaurant etwas zu essen und zu trinken.»

Zusätzliches Personal

Geöffnet ist das «Airpick» von Mittwoch bis Samstag von 8.30 bis 23 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 21 Uhr. Da das «Airpick» keine Zimmerstunden wie beispielsweise das «Feldschlössli» in Hornussen kennt, will Hassan Benci zusätzliches Personal anstellen, um seinen Angestellten nötige Ruhepausen zu ermöglichen.

Im Restaurant Löwen in Herznach wird auf Ende März der Küchenchef pensioniert und ebenfalls ein Koch gesucht. «Eine grosse Auswahl an Stellensuchenden ergibt die Anfrage beim RAV nicht», sagt Chef Marcel Suter. Isabelle Wyss, ­Leiterin der arbeitsmarktlichen Integration beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV), bestätigt dieses Bild.

Suche gestaltet sich schwierig

«Wir stellen fest, dass viele Gastrobetriebe Köche suchen», sagt sie. Gleichzeitig wisse man, dass der Beruf an die Substanz gehen kann. Aus Erfahrung suchten Köche deshalb eher nach einem geregelten Umfeld, sagt Isabelle Wyss und nennt Spitäler und Heime.

Doch selbst im Gesundheitszentrum Fricktal in Laufenburg erweist sich die aktuelle Suche nach einem Koch als schwierig. Die Kommunikationsmanagerin Sibylle Augsburger Hess spricht von einem Fachkräftemangel, von dem die gesamte Gastronomiebranche betroffen sei. «Am GZF muss ein Koch nicht nur einige Jahre Berufserfahrung, idealerweise im Gesundheitswesen, mitbringen, sondern auch über eine hohe Fach- und Sozialkompetenz verfügen», sagt Augsburger Hess. Neben üblichen Menüs seien Kostformen wie Diäten und Unverträglichkeiten sowie auch Mangelernährung Thema.

Die Hoffnung aufgeben wird Marcel Suter vom «Löwen» in Herznach nicht. «Ich hatte in den letzten elf Jahren schon zwei Mal Glück bei meiner Suche beim RAV», sagt er. Das Vorurteil, dass nur Junge eine Chance hätten, könne er nicht bestätigen. «Ich erinnere mich an einen Fall, als ich zwei junge und einen 60-jährigen Koch Probe kochen liess», schildert er. «Der Ältere kochte grossartig, legte die richtige Arbeitseinstellung an den Tag – und hat die Stelle erhalten.»