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Edward Hopper und der Film, das ist eine komplexe Liebesgeschichte

Er hätte gerne solche Bilder gemalt. Nun hat er sie wenigstens verfilmt. Wim Wenders zeigt derzeit seinen 3-D-Film «Two Or Three Things I Know about Edward Hopper» in der Fondation Beyeler in Riehen. Seine Hommage an denjenigen Maler, der ihn seit Jahrzehnten beschäftigt und inspiriert.

Wie Malerei und Film, unser Amerikabild und Trumps Politik mit dem Werk Hoppers verbunden sind, oder eben gerade nicht, darüber sprach der deutsche Regisseur am Dienstagabend in der Fondation Beyeler vor vollem Auditorium. Geführt hat das Gespräch Christian Jungen, der künstlerische Leiter des Zürich Filmfestivals.

Edward Hopper und der Film, das ist eine komplexe Liebesgeschichte. Komplex deshalb, weil sie auf diversen Rückkoppelungen beruht. Der Künstler, ein Einzelgänger, oft von Depressionen heimgesucht, überbrückte seine Malblockaden mit exzessiven Kinobesuchen. Der amerikanische Film der 1930er- und 1940er-Jahre, der europäische Film noir haben sein Werk entscheidend beeinflusst. Wenders sagt, kein ihm bekannter Maler habe den Bildausschnitt, den Frame, derart
konsequent filmisch umgesetzt wie Hopper. Aber während das Kino den American Dream zelebrierte, habe Hopper denselben dekonstruiert.

Andersherum hat Hopper zahlreiche Filmemacher beeinflusst. Die Spuk-Villa in Hitchcocks «Psycho» stammt aus einem Hopper-Bild. Ridley Scotts «Blade Runner» ist von Hoppers Ikone «Nighthawks» inspiriert, jenem berühmten Bild mit dem einsamen Trio an der Bar. Wenders Beziehung zum amerikanischen Maler ist sogar eine beinah lebenslange.

Die frühe Faszination für alles Amerikanische

Am Anfang stand für Wenders Amerika, aber noch ohne Malerei, dafür mit allem anderen. «Ich bin 1945 geboren. Für uns waren die Amerikaner Befreier. Alles, was ich mochte, war amerikanisch: das Radio, die Comics, die Filme, die Musik, die Pin-ups, die Autos», sagt Wenders. Und erzählt gleichzeitig von einer anderen Liebe, derjenigen zur Kunst. Schon als Kind habe er seine Eltern in Museen geschleppt. Mit 21 überzeugte er seinen Vater, dass er Künstler werden dürfe: «Ich schaute, dass er bei der Ankündigung sass.»

Wenders ging nicht wie viele andere nach Düsseldorf zu Beuys («da standen sie Schlange»), sondern nach Paris. Bei der Aufnahmeprüfung an die Académie des Beaux Arts erhielt sein Berufstraum jedoch einen herben Dämpfer. «Ich scheiterte beim Aktmalen kläglich.»

Dafür konnte er das Handwerk des Kupferstechers lernen. Das Studium habe bis jeweils 15 Uhr gedauert. Den Rest der Zeit habe er in der Cinémathèque française verbracht, wo er für einen Franc seinem ungeheizten Mansardenzimmer entfliehen konnte. Dort wuchsen seine Filmleidenschaft und die Erkenntnis: «Ich bin ein völlig gescheiterter Maler.»

Der Regisseur ist auch in eigener Sache ein begnadeter Geschichtenerzähler.

Eben gerade nicht Trumps «America First»

Wenders ist den Bildern Hoppers 1973 im Whitney Museum in New York begegnet: «Ich dachte mir: Wieso hat mir noch niemand von diesem Maler erzählt?» Fortan sollte ihn dessen Werk bei seiner eigenen filmischen Entdeckung Amerikas begleiten. Bereits 1977 benutzte er beim Dreh zu «Ein amerikanischer Freund» Hoppers Werk als Inspiration. In «Paris, Texas» suchte er selbst die endlosen Weiten des Westens auf, in «The End of Violence» liess er Hoppers berühmte Bar nachbauen. 2005 drehte er «Don’t Come Knocking» in Montana, in der einstmals wegen der Kupfermine gebauten, heute verödeten Stadt namens Butte.

Für seinen 3-D-Film zu Hopper ist Wenders in diese Landschaft zurückgekehrt. Häuser, Strassenzüge oder Landstrassen, die der Maler einst an der Ostküste vorfand, sind dort dank des Stillstands konserviert.

Wenders ist mit dem 15-minütigen Film eine atmosphärisch dichte Hommage gelungen. Er habe die ursprünglich 30 Minuten gekürzt. Einerseits, um den Film der Aufmerksamkeitsspanne der Museumsbesucher anzupassen, andererseits, weil er nicht zu viel erzählen wollte. Denn Wenders bringt Szenen aus unterschiedlichen Gemälden Hoppers zum Laufen, webt ihre Geschichten um ein paar Einstellungen weiter. «Es war der Versuch», so der Regisseur, «den Betrachter ebenso in die Bilder hineinzuziehen, wie es Hopper tut.»

3D helfe dabei, denn das Resultat entstehe ja erst im Kopf des Betrachters. Und es sei ein Skandal, dass die Filmindustrie dieser wunderbaren Technik nie eine echte Chance gegeben habe.
Skandalös findet Wenders es auch, wenn Anhänger von Trumps «America First» Hopper für sich reklamieren. Der Maler sei viel mehr ein Surrealist gewesen als ein politischer Mensch. «Seine Einbürgerung in den Realismus ist nur dumm. Hopper hat sein ganz eigenes Amerika gemalt.»

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