Switzerland

Drei russische Agenten wegen versuchten Giftmords angeklagt

Im Zusammenhang mit dem Giftmordanschlag auf einen bulgarischen Waffenfabrikanten und dessen Sohn hat die Staatsanwaltschaft von Sofia am Freitag die Namen von drei Angeklagten bekanntgegeben. Es handelt sich um russische Staatsbürger, die von Medien bereits früher als Mitarbeiter des Militärgeheimdiensts GRU identifiziert worden waren. Nach den mutmasslich in Moskau lebenden Russen wird über Interpol gefahndet. Bei dem Anschlag im Frühling 2015 kam laut Erkenntnissen der bulgarischen Ermittler eine Chemiewaffe zum Einsatz, möglicherweise das Nervengift Nowitschok. Der Waffenhersteller Emilian Gebrew und sein Sohn Christo überlebten beide. Als Tatmotiv gelten Waffenlieferungen des Unternehmers an die Ukraine.

Fahndungsbild von Sergei Fedotow.

Fahndungsbild von Sergei Fedotow.

Staatsanwaltschaft Bulgarien

Nowitschok verwendeten russische Agenten später auch gegen den ehemaligen Spion Sergei Skripal in Grossbritannien. Pikanterweise ist einer der nun in Bulgarien Angeklagten auch in das Attentat auf Skripal verwickelt. Es handelt sich um Sergei Fedotow, der laut der britischen Recherchegruppe Bellingcat eigentlich Denis Sergejew heisst. Laut deren Erkenntnissen hielt sich Sergejew alias Fedotow in den Jahren 2016 bis 2018 häufig auch in der Schweiz auf, mit bis anhin unbekannter Absicht. Bellingcat hat kürzlich zudem glaubwürdige Informationen vorgelegt, wonach der Mord an einem Georgier in einem Berliner Park im vergangenen August ebenfalls auf das Konto eines russischen Geheimdiensts geht.