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Donald Trump meldet sich zurück und bereitet sein politisches Comeback vor

Am Sonntag tritt Trump das erste Mal wieder vor die Öffentlichkeit. Bild: keystone

Donald Trump meldet sich zurück und bereitet sein politisches Comeback vor

Erstmals seit seinem Auszug aus dem Weissen Haus wird Trump am Sonntag wieder öffentlich auftreten. Mächtige Kritiker haben ihm verziehen. Doch der 45. Präsident hat massive Geldprobleme.

renzo ruf, washington / ch media

So schnell kann es gehen. Vor knapp zwei Monaten war Donald Trump ein Ausgestossener – selbst in seiner eigenen Partei. Prominente Vertreter der Republikaner waren sich nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar einig darüber, dass der abgewählte Präsident künftig auch innerparteilich keine grosse Rolle mehr spielen solle.

Der 74-Jährige allerdings wollte sich nicht damit abfinden, aufs Altenteil abgeschoben zu werden. Und weil kein anderer Politiker der Republikaner über derart fanatische Anhänger verfügt, änderten die meisten seiner Gegner schnell ihre Meinung. Zuletzt sagte diese Woche der Fraktionschef der Republikaner im Senat, Mitch McConnell: «Was in der Vergangenheit geschah, ist nun nicht mehr relevant. Wir schauen nach vorn.»

Auf die Frage, ob er Trump unterstützen würde, falls er bei der nächsten Präsidentenwahl im Jahr 2024 erneut für die Republikaner anträte, sagte McConnell dem Nachrichtensender Fox News Channel: «Absolutely», auf jeden Fall.

Nun ist es wohl noch zu früh, um bereits über die nächste Präsidentenwahl zu spekulieren – ist doch Präsident Joe Biden erst vor etwas mehr als fünf Wochen ins Weisse Haus eingezogen. Zweifelsfrei aber bereitet Trump sein Comeback vor, nachdem er sich seit seinem Abflug aus Washington weitgehend stillgehalten hatte. Am Wochenende ist er der Stargast an einer Konferenz rechter Aktivisten, die dieses Jahr in Orlando (Florida) stattfindet, unweit seines neuen Wohnsitzes in Palm Beach.

Die Luxusresidenz Mar-a-Lago in Palm Beach, Florida, ist Donald Trumps neue Heimat. Bild: keystone

Nicht nur deshalb wird die Rede Trumps am Sonntagnachmittag (Lokalzeit) einem Heimspiel gleichkommen. Der Konferenz-Organisator American Conservative Union, einst das Vehikel linientreuer Konservativer wie Ronald Reagan, gleicht einem Fanklub für den 45. US-Präsidenten. In seiner Ansprache wird Trump wohl widerspruchslos darüber fabulieren, dass er die Wahl im November gewonnen hätte, wäre (in seinen Augen) alles mit rechten Dingen zugegangen.

Auch erwarten Politbeobachter einige Sätze zu seinem politischen Programm, das in wirtschaftspolitischen Fragen wenig gemein hat mit klassischen republikanischen Positionsbezügen. Viel wichtiger aber ist: Mit seiner Rede wird Trump die versammelten Anhängerinnen und Anhänger unterhalten, wie dies kein anderer rechter Politiker kann.

Trump muss sein Geschäftsimperium retten

Einige Minuten lang wird die Welt Trumps damit wieder in Ordnung sein, zum ersten Mal seit den dramatischen Ereignissen am 6. Januar. Der tosende Applaus kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Bewährungsprobe für den Ex-Präsidenten erst bevorsteht. So muss der Milliardär sein Hotel- und Golfimperium retten, das in den vergangenen zwölf Monaten nicht nur von der Coronapandemie durchgeschüttelt wurde.

Trump schuldet seinem bevorzugten Finanzinstitut, der Deutschen Bank, gegen 330 Millionen Dollar. Die Kredite werden in den nächsten zwei, drei Jahre fällig. Auch deshalb will er sein Hotel in Washington abstossen, während seiner Präsidentschaft der Rückzugsort seiner Anhänger in der Hauptstadt.

Hinzu kommen die zahlreichen juristischen Probleme, mit denen sich Trump konfrontiert sieht. In Atlanta (Georgia) ermittelt eine Staatsanwältin, ob der damalige Präsident nach seiner Niederlage versucht habe, das Resultat der Präsidentenwahl umzustossen.

In New York City wiederum erhielt der lokale Staatsanwalt, der Demokrat Cyrus Vance, diese Woche Zugriff auf die Steuererklärungen des Ex-Präsidenten. Vance behauptet, dass Trump in seiner Karriere als Geschäftsmann seine Geldgeber und den Fiskus regelmässig angelogen habe. Trump weist diese Behauptung scharf zurück; Ermittlungen gegen ihn seien eine «politische Hexenjagd», behauptet er.

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Republikaner und konservative Medien wie Fox News argumentieren in etwa wie folgt: Okay, der Sturm aufs Kapitol war unschön, aber es war Randale und kein geplanter Staatsstreich. Den Ex-Präsidenten treffe keine Schuld. Er habe den Mob nicht angestiftet, sondern bei seiner Rede vor dem Kapitol lediglich von seinem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht.

Überhaupt sei das Impeachment verfassungswidrig, da Trump nicht mehr im Amt sei. Am besten also bringe man das Ganze möglichst schnell …

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