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Dominic Deville brachte für Start der neunten «Deville»-Staffel grosse Opfer: «Wir mussten auf wilde Küsse im Team verzichten»

Im Januar ging die achte Staffel von «Deville» zu Ende, am Sonntagabend (22.10 Uhr, SRF 1) kommt Dominic Deville (44) auf den Bildschirm zurück. In den acht Wochen Pause hat sich die Weltsituation grundlegend geändert, das Coronavirus ist das Dauerthema Nummer Eins. Auch den Satiriker bringt das in eine ungewohnte Situation.

BLICK: Am Sonntag startet Deville in die neue Staffel. Wäre es nicht angebracht, wegen der Corona-Pandemie zu pausieren und die Comedy-Sendung späterauszustrahlen?
Dominic Deville: Sind Sie wahnsinnig? Haben Sie mal gesehen, was gerade los ist? Das ist doch, bei aller Tragik, pures Comedy-Gold! Zum Beispiel Daniel Koch! Was für eine Figur! Was für ein Held! Wir werden ihn gebührend in der ersten Sendung feiern und ehren.

Warum machen Sie in so schwierigen Zeiten noch Witze?
Weil ich nicht akzeptieren will, dass die Zivilisation untergeht und das, was davon übrig bleibt ein paar schlecht gemachte Klopapier-Memes sind. Unsere Sendungen werden das satirische Vermächtnis an jene sein die nach uns kommen. Nicht umsonst kommen in unserem Vorspann Pyramiden vor. Denken Sie einmal darüber nach!

Sie senden gezwungenermassen aus einem neuen Studio. Wie haben Sie sich eingerichtet?
Unser «Deville»-Studio ist einfach viel zu gross ohne Publikum. Da schwingt mein Ego immer so unkontrolliert herum, prallt gegen Wände und leere Stuhlreihen. Unschön. Deswegen haben wir uns ein etwas kleineres Krisenstudio in unseren Produktionsräumen eingerichtet. Inklusive gläserner Quarantänebox für unsere Gäste.

Welche Besonderheiten gibt es in Ihrem Büro?
Obwohl unser neues Krisenstudio erheblich kleiner als normal ist, sind wir bemüht alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Deshalb haben wir eine Alarmvorrichtung eingebaut, die nicht nur darauf hinweist, wenn Karpi und ich uns zu nahe kommen, sondern auch anschlägt, wenn der Ombudsmann in unsere Sendung reinschaut! Praktisch!

Amerikanische Late-Show-Hosts moderieren schon von Ihrem Zuhause aus. Ist das bei Ihnen auch denkbar oder ein No-Go?
Ich fände es schäbig, im Schlabberlock aus meinem Schlafzimmer zu senden. Gerade in Zeiten wie diesen sind Haltung und Stil gefragt.

Was waren die Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen?
Wir sind ein kleines, verschworenes Team und sind es gewohnt uns ständig zu berühren, miteinander zu schäkern oder auch einmal wilde Küsse auszutauschen. Darauf mussten wir wohl oder übel verzichten. Es ist uns sehr schwergefallen.

Wie haben Sie zusammen gearbeitet?
Ich sitze alleine im Büro, der kinderlose Rest der Truppe lässt sich vom Homeoffice zuschalten. Wobei ich schon ein bisschen erschrocken bin, was gewisse Autoren unter Office verstehen. Sie haben keine Vorstellung, was ich da zum Teil sehen musste.

Corona-Virus ist das Überthema Nummer Eins. Wie haben Sie die Themen für die kommende Sendung gesetzt?
Was bei Deville «Überthema» ist, bestimmen immer noch wir und nicht so ein mieser, kleiner Virus, der eine 14-tägige Inkubationszeit benötigt. Was für ein Loser!

Wie sehr beschäftigt Sie persönlich das Coronavirus?
Sie müssen sich besser informieren! Es gibt jetzt kein «persönlich» mehr! Nur noch ein kämpferisches «Wir»! Und wir sind daran den Virus zu beschäftigen. Nicht umgekehrt! 24/7!

Wann darf man keine Witze mehr machen?
Ich sage immer, dass die Begrenzung im Humor und der Satire nach unten liegt. Die Frage soll nicht lauten, wo Satire aufhört, sondern wo sie beginnt. Und da drunter gehen wir nicht. Ausser es ist ein Riesengag. Aber nur dann. Versprochen.

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