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Dietiker Stadtrat Heinz Illi warnt: «Die neue Lockerheit ist gefährlich»

In den vergangenen Wochen hat sich die Dietiker Gemeindeführungsorganisation (GFO) nicht mehr regelmässig getroffen – nun kommt dieser Corona-Stab wieder häufiger zusammen: «Die Situation ist zwar besser geworden, aber das Ganze ist längst noch nicht vorbei», sagt Stadtrat und GFO-Leiter Heinz Illi (EVP). Er ruft die Bevölkerung im Interview dazu auf, nicht fahrlässig zu werden.

Als Sie vom Coronafall beim FC Dietikon gehört haben, was ging Ihnen da durch den Kopf?

Heinz Illi: Ich fragte mich schon, ob dieser Grillabend vor dem Saisonstart nun wirklich sein musste. Denn bislang sind wir ja gut durch die Coronazeiten gekommen. Die Dietiker Bevölkerung hat sich, trotz all der damit verbundenen Einschränkungen und Unannehmlichkeiten, an die Vorgaben und Weisungen gehalten. Weil sie Disziplin zeigte, mitmachte und gewisse Vorsicht walten liess, kamen wir gut durch die erste Welle. Dafür gebührt allen auch Dank.

Jetzt befürchten Sie aber ein Nachlassen dieser Disziplin?

Es ist eine gewisse Lockerheit aufgekommen. Bei den Begrüssungen herzt und küsst man sich wieder. Auf der Limmat kommen sie zu sechst in engen, kleinen Viererbooten herunter, und nach dem Auswassern sitzen die Böötler dann auch noch zu Hunderten nah beisammen, um etwas zu feiern. Auch in den Gartenwirtschaften scheint es, als ob alles wieder etwas näher zusammengerückt ist. Es ist, als ob an das Coronavirus kein Gedanke mehr verschwendet wird.

Die GFO tritt nun wieder öfter zusammen. Bereitet dem Corona-Stab die aktuelle Entwicklung Kopfweh?

Angst haben wir keine. Aber wir haben Respekt und wollen nun angesichts steigender Fallzahlen sowie des Endes der Ferienzeit gewappnet sein.

Was kann Dietikon denn gegen das Virus tun?

Wir setzen voll auf Prävention. Die städtischen Angestellten haben wir gerade wieder informiert, wie wichtig Handhygiene und Abstandhalten sind. Dies wollen wir auch unserer Bevölkerung in Erinnerung rufen.

Wir sind doch alle virenmüde; wir wollen wieder Freude im Alltag spüren.

Auch wenn wir alle genug davon haben – weg ist das Virus dennoch nicht. Ich würde auch gern wieder allen die Hand geben bei der Begrüssung, ich bin nicht der Typ für Ellbogen- oder Schuhspitzenbegrüssungen. Die Nähe, die fehlt mir, wie allen anderen auch. Aber das müssen wir aushalten. Wir dürfen nicht nachlässig werden und jeden Zweiten abküssen, den wir treffen. Das ist gefährlich. Wenn wir uns jetzt an die Schutzmassnahmen halten, dann ist schon viel gewonnen. Dann wird es auch nicht wieder schärfere Einschränkungen geben müssen.

Apropos scharf. Sie liessen im Gegensatz zu Nachbargemeinden Pärke sperren.

Ja, wir fuhren hart ein. Während der schönen Frühlingstage waren fast alle unserer Pärke geschlossen. Die Einwohnerinnen und Einwohner konnten auf öffentlichen Anlagen nicht mehr grillieren, sie konnten sich nicht mehr hinsetzen.

War das im Rückblick nicht zu hart?

Es trafen sich einfach zu viele Personen auf den Anlagen, die Abstände wurden nicht eingehalten. Es war sicher keine einfache, aber die richtige Entscheidung. Es haben sich übrigens zu meinem Erstaunen viele Einwohner bei mir gemeldet, um sich für diesen Schritt zu bedanken. Denn so sei allen klar geworden, dass das Abstandhalten wichtig sei.

Die Parkschliessungen gewissermassen als Zeichen?

Ja, es war zwar eine grosse Einschränkung für die Bevölkerung, aber sie hat sich an die Anordnung gehalten. Denn sie hat gemerkt, dieses Virus ist ernst zu nehmen. Ein solches Zeichen, eine solch klare Haltung vermisse ich heute vielerorts. Ich war kürzlich in einem Restaurant. Eine Liste, um sich für ein späteres allfälliges Contact-Tracing einzutragen, und ein Desinfektionsmittel lagen zwar gleich auffällig und vorbildlich beim Eingang bereit. Doch auf dem Zettel daneben stand, dass sich die Gäste hier freiwillig eintragen und bei Bedarf auch die Hände desinfizieren könnten. Das muss doch heissen: Bitte gebt Eure Namen an! Bitte Mittel verwenden! Und dann habt einen schönen Abend bei uns!

Es stehen nun weitere Lockerungen an, so soll bald die 1000er-Grenze bei Veranstaltungen fallen. Was heisst das für Dietikon?

Was dies für die Stadthalle bedeutet, müssen wir noch anschauen. Das Thema der Anlässe beschäftigt die GFO aber in den kommenden Wochen auch unabhängig von diesem Bundesratsentscheid. So muss die Gemeindeführungsorganisation insbesondere die Risiken prüfen und abwägen, die bestehen. Es ist noch offen, ob beispielsweise die Chilbi oder der traditionelle Chlauseinzug in diesem Jahr stattfinden können. Auch das werden keine einfachen Entscheide sein.

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