Switzerland

Dieser Ritter führt etwas im Schild

Wenn Peter Friedli von seinem Hobby erzählt, zuckt man unweigerlich ein bisschen zusammen. Und auch er sei erschrocken, als er das erste Mal «mit einem Zweihänder eines auf den Helm bekam». Peter Friedli kämpft in seiner Freizeit als Ritter. Nicht einfach wild drauflos, sondern nach Regeln. Buhurt heisst die Sportart, unter der die Kämpfe zusammengefasst werden; das Wort existierte schon in der mittelalterlichen Turnierkultur. «In der Schweiz ist es eine Randsportart», sagt Friedli, der in Unterkulm lebt und im technischen Unterhalt arbeitet. In Deutschland oder Italien sei Buhurt viel bekannter, auch in Russland. Dort gibt es Kämpfer, die von diesem Sport leben.

Beim Wettkampf tragen die Ritter eine 30 Kilogramm schwere Rüstung, darunter der Gambeson, genannt Gambe, einen Anzug aus mehrlagigem Tuch, der polstert und auch vor Schlägen schützt. Peter Friedlis Helm wiegt fünf Kilogramm. «Man gewöhnt sich dran.»

Ist das Knie am Boden, ist der Kampf verloren

Seine Lieblingswaffe ist ein Schwert, das er sich extra hat machen lassen, mit einer schottischen Breitschwertklinge, dazu ein Schild. Das Schwert passt historisch gesehen nicht ganz zum 14. Jahrhundert, das die Buhurt-Kämpfer gewöhnlich abbilden sollen. Aber es ist Peter Friedlis Lieblingswaffe. Beim Buhurt kämpfen immer gleich viele Ritter gegeneinander, das können Einer gegen Einen sein oder 150 gegen 150. Im Ausland könne es schon zu so grossen Kämpfen kommen, sagt Friedli. Ziel des Kampfs: den Anderen zu Boden bringen. Sobald eine Hand oder ein Knie den Boden berührt, muss der Kämpfer ­aufgeben. Und dafür wird auch nicht mehr auf ihn einge­schlagen.

Frauen gebe es beim Buhurt auch, sagt Friedli. Aufgrund der Rüstung merke man jeweils erst, wenn sie den Helm abziehen, wen man vor sich habe.

Peter Friedli und seine Frau Evelyne Studer besuchen in ihrer Freizeit gern Anlässe wie Mittelaltermärkte. Friedli trägt dann den Gambeson, manchmal auch das Schwert, selbst wenn kein Kampf ansteht. Seine Frau kleidet sich ebenfalls zeitgemäss. So fühlen sie sich wohl, das Ambiente und die entspannte Stimmung unter den Mittelalter-Enthusiasten gefällt ihnen. Abends wird zusammen gebrätelt und diskutiert. Unter den Kämpfern, die Friedli kennt, sind Spitzenköche, Bauarbeiter, Anwälte und Polizisten, die alle gern für kurze Zeit der Gegenwart entfliehen. Peter Friedli und Evelyne Studer würden nicht für immer ins Ritter-Zeitalter zurückwollen. «Mir ist bewusst, dass das Leben damals sicher nicht einfach war», sagt er. Schon allein wegen des Essens, das ihm nicht immer schmeckt. Die Kleider seien auf jeden Fall bequem, doch auf die heisse Dusche nach einem schweisstreibenden Training möchte er nicht verzichten.

Ein Raum für Training und Ritterschmaus

Momentan trainiert Peter Friedli im Kanton Freiburg und muss dafür jede Woche einen langen Weg auf sich nehmen. Weil er gern öfters trainieren würde und es in der Region auch interessierte Buhurt-Kämpfer gebe, ist Peter Friedli nun auf der Suche nach einem Vereinslokal in der Region. «Ideal wäre eine Lokalität für eine Besenbeiz und einen Trainingsraum», sagt er. Im Raum müsste man einen Kampf-Ring aufbauen können, aus Balken, damit sich die kämpfenden Ritter dort abstützen können und nicht Vollgas in eine Wand krachen. Peter Friedlis Frau hat das Wirtepatent. Am Wochenende sollten sich Leute aus der Szene zum Training, aber auch zum geselligen Beisammensein mit Speis, Trank und Kinderprogramm treffen können. Auch Neulinge sollen willkommen sein. Alles in allem: «Das Thema Mittelalter ausleben, ohne dass man blöd angeschaut wird», sagt Friedli. Hinweise auf eine Lokalität nimmt er auf [email protected] entgegen. Zum Rittertum gehört auch die eigene Musik. «Keltische Musik mit alten Instrumenten.» Davon sind Peter Friedli und seine Frau angefressen. Sie spielt Dudelsack und er lernt jetzt Geige. Das Schwert ist nicht das einzige Instrument des Ritters.

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