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Switzerland

Diese zwei Schüler schrieben die besten Aufsätze — und erhalten nun eine einmalige Chance

Recht, Populismus, Soziale Medien, Fake News und direkte Demokratie sind unter anderem Themen der fünften Demokratiekonferenz mit dem Motto «Zukunftsfähigkeit der Demokratie». Darüber werden am 28. November Politiker, Professoren und auch Schülerinnen und Schüler in Stuttgart diskutieren. Denn ein wichtiger Programmpunkt ist die Zukunft der Demokratie aus der Perspektive der Jugend.

Dafür reisen zwei Jugendliche aus Baden-Württemberg und zwei aus dem Aargau nach Stuttgart. Es handelt sich um die vier Gewinner des Aufsatzwettbewerbs. Bewertet wurden die Texte von einer Jury nach Qualität und Originalität. Im Aargau gewannen schlussendlich zwei Jugendliche aus der Kantonsschule Wohlen, nämlich Jasmin Pfeuti und Pascal Aczel.

Eine einmalige Chance für die Jugendlichen

Pascal Aczel setzt sich auch privat mit politischen Themen auseinander. Er sagt: «Ich könnte es mir auch vorstellen politisch aktiv zu werden. Leider stimmen meine Interessen mit keiner Partei genug überein.»

Auch Jasmin Pfeuti beschäftigt sich mit aktuellen Themen und besuchte bereits Podien von verschiedenen Jungparteien. Trotz des politischen Interesses wird die Demokratiekonferenz aber der erste Polit-Event in dieser Grössenordnung für sie sein. «Für mich ist es eine Chance Politik hautnah mitzuerleben», sagt Jasmin Pfeuti.

Und auch Pascal Aczel freut sich auf die Konferenz. «Die Vorträge werden sicher sehr interessant und informativ. Ich freue mich aber auch auf den Abendanlass», erzählt er lächelnd. «Der ganze Tag wird ein neues Erlebnis für mich sein.»

Ihren Aufsatz konnten die Schülerinnen und Schüler die am Wettbewerb teilnahmen über eines von fünf vorgegebenen Themen schreiben. Zur Auswahl standen: Neue Medien, Sicherheit vs. Freiheit, Beteiligung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie Update. Für die Texte hatten die Jugendlichen Zwei Schulstunden Zeit und mussten zwischen 6000 und 7000 Zeichen schreiben.

Fehlinformationen in neuen Medien

Jasmin Pfeuti hat sich für die neuen Medien entschieden. Sie thematisiert die positiven Seiten, wie einfacherer Informationsbeschaffung und breitere Bildung durchs Internet, aber auch die Gefahren von Fehlinformationen und Beeinflussung durch Nachrichtenportale. «Unsere Medien sind ein essenzieller Teil unserer Gesellschaft. Kann man ihnen nicht mehr vertrauen, kann auch unser Politsystem nicht mehr funktionieren», sagt die Gymnasiastin.

Auch ihr Lehrer Matthias Schwank sieht das so. Er sagt: «Die Schule sollte den Umgang mit Medien fördern. Der Konsument muss gestärkt werden, um sich selbst eine richtige Meinung bilden zu können.»

Ein weiterer Aspekt ist die Abnahme von Printmedien. Als Grund sieht sie die vielen kostenlosen Nachrichten-Apps, die die Informationsbeschaffung überall und mit minimalen Aufwand möglich machen. Sie schreibt: «Ich persönlich finde dies schade, denn, meiner Meinung nach, lesen wir digital weniger aufmerksam als analog. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir eher noch die ganze Zeitung durchstöbern und lesen würden, läsen wir eine gedruckte Ausgabe.»

Sicherheit im Internet ohne Einschränkungen

Pascal Aczel hat eine andere Richtung mit seinem Referat eingeschlagen. Bei ihm geht es nicht um Meinungsbildung und Informationsbeschaffung, sondern um die Freiheit und Sicherheit im Internet. Er machte sich Gedanken über Themen, die in der Zukunft eine grosse Rolle spielen werden.

Der wichtigste Punkt dabei ist wie man im Internet Sicherheit gewährleisten kann, ohne die Nutzer in ihren Tätigkeiten einzuschränken. Dabei geht er vor allem auf die neu beschlossene Urheberrechtsreform der EU ein und auf Plattenlabels wie die GEMA.

«Der Wille nach einer Reform, die regeln soll, dass beim Upload von Inhalten ins Internet das Urheberrecht beachtet werden soll, ist für mich klar berechtigt», schreibt er. «Doch die Möglichkeit, das mit Algorithmen ohne Probleme umsetzen zu können, ist auf dem heutigen Stand der Technik noch nahezu unmöglich, wie viele IT-Fachpersonen bestätigen.» Es sei viel zu schwer für Maschinen zu erkennen, welcher Inhalt mutmasslich geklaut und wieder hochgeladen wurde und was unter Satire fällt.

In seinem Referat schlägt er ausserdem vor die Cyberabwehr der Schweiz weiter auszubauen und ein E-Voting-System einzuführen. Er ist der Meinung: «Mit E-Voting übers Smartphone würden sicherlich mehr Jugendliche wählen. Das Problem ist nur, dass es sehr schwierig wird digitale Daten 100 Prozent zu sichern. Was bei wichtigen Wahlen aber unverbindlich ist.»

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