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Diese Grafik zeigt, dass Greta leider recht hat (und China über die Bücher muss)

Diese Grafik zeigt, dass Greta leider recht hat (und China über die Bücher muss)

In einem Panel mit jungen Klimaaktivisten in Davos wurde Greta Thunberg gefragt, welche Erfolge im letzten Jahr gegen den Klimawandel verzeichnet werden konnten.

Die jetzt 17-jährige Schwedin antwortete sehr differenziert. Einerseits sei erfreulich, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung gestiegen sei und Klima- und Umweltanliegen zu wichtigen Themen geworden seien. Den erfreulichen Worten folgte alsbald ein Aber: «Aus einer anderen Perspektive muss man leider sagen: Es hat sich ziemlich genau gar nichts geändert. Die weltweiten CO2-Emissionen sind nicht gesunken. Grundlegend hat sich genau nichts getan.»

Und leider hat Greta Thunberg recht.

Der weltweite CO2-Ausstoss

Das Jahr 2020 ist noch jung. Das bedeutet, dass die Auswahl an verifizierten Daten zum letzten Jahr noch nicht gross ist. Eine erste Prognose liefert der internationale Forscherverbund Global Carbon Project (GCB): +0,6 Prozent. So viel soll der weltweite CO2-Ausstoss 2019 durch fossile Brennstoffe zugenommen haben. In absoluten Zahlen bedeutet das Emissionen von 36,8 Milliarden Tonnen CO2 (36,8 Gigatonnen). 2018 belief sich der Zuwachs auf 2,1 Prozent, 2017 auf 1,5 Prozent.

Optimisten sehen deshalb eine geringfügige Verbesserung und eventuell Vorzeichen für einen Trend. Der GCB schreibt dazu aber: «Es gibt keine Anzeichen, dass die fossilen CO2-Emissionen 2019 ihren Höhepunkt erreicht haben.» Wie die animierte Grafik weiter unten zeigt, gab es zwischen 1960 und 2019 bereits mehrere Phasen, in denen die CO2-Emissionen rückläufig waren. Als nachhaltige Trends erwiesen sich diese kurzen Zeitabschnitte allerdings nie.

Zur Erinnerung: Um zu erreichen, dass die Klimaerwärmung 1,5° nicht überschreitet, müssen ab 2020 die jährlichen Emissionen um 7,6 Prozent zurückgehen.

China sorgt für das Wachstum

Die globale Perspektive ist ernüchternd. Auf regionaler Ebene können aber durchaus kleinere Erfolge gefeiert werden. So hat Deutschland 2019 seine Emissionen um 7 Prozent verringert. Wind-, Wasser-, Solar- und Biogasanlagen haben im nördlichen Nachbarn erstmals mehr Strom produziert als Kern- und Kohlekraftwerke zusammen. Ebenfalls weniger Kohlestrom produzierten auch die USA.

Dies und die Bemühungen anderer Länder führten dazu, dass, ein Staat ausgeklammert, 2019 sogar eine weltweite Emissionsreduktion von 0,02 Gigatonnen erreicht wurde.

Doch beim ausgeklammerten Staat handelt es sich um den weltweit grössten CO2-Produzenten China. Der Spitzenreiter erhöhte seine jährliche Produktion noch einmal um 0.26 Gigatonnen und sorgt damit weltweit für die 0,6 Prozent Zuwachs.

Ein Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Kein anderes Land steht in Sachen Elektrifizierung des Verkehrs besser da als China.

Robert Habeck zu Trump Rede in Davos

Video: twitter/Katrin Eigendorf

An der Grenze zwischen China und Nordkorea

Internierung von Uiguren

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