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Switzerland

Diese Brugger Schwermetaller schwimmen derzeit auf der Erfolgswelle

Vom beschaulichen Brugg auf die grossen Bühnen in Europa. «Wir sind sehr glücklich», sagen Romana Kalkuhl und Damir Eskic mit einem Lachen. «Es darf gerne so weitergehen. Es macht mega Spass.»

Das sympathische Paar hat sich einen Namen gemacht in der Heavy-Metal-Szene. Sie ist Gitarristin bei Burning Witches, er ist Gitarrist bei Gomorra und bei Destruction, einer der ältesten Thrash-Metal-Bands aus Deutschland. Zudem erteilen sie Gitarrenunterricht in ihrer Heimatstadt.

Zuvorkommend und bestens gelaunt erzählen sie beim Gespräch an diesem kalten Abend bereitwillig aus ihrem Leben, das sich noch einmal stark verändert hat in diesem Jahr. Beide haben bereits in verschiedenen Formationen gespielt. Der 39-jährige Eskic war Gründungsmitglied der Brugger Band Gonoreas.

Sie seien viel unterwegs gewesen, blickt er zurück. Mit mehreren Alben und zahlreichen Konzerten hätten sie einige Erfolge verbuchen können. «Wir hatten Freude an der Musik, waren eine tolle Gruppe.»

Aus der Band Gonoreas wurde Gomorra

Seine 29-jährige Partnerin Romana Kalkuhl hatte eines Tages die Idee für eine reine Frauen-Band. «Das war schon länger mein Traum», sagt die Gitarristin. Ihr Bekannter Marcel «Schmier» Schirmer, Sänger und Bassist bei Destruction, war begeistert vom Konzept und stand den Bruggern mit seiner Erfahrung zur Seite. Entstanden seien in der Folge viele Freundschaften, sagen Romana Kalkuhl und Damir Eskic. Mittlerweile gehe es zu und her wie in einer grossen Familie.

Durch diese Konstellation seien dann zusätzliche Türen aufgegangen und es hätten sich weitere Bekanntschaften ergeben – unter anderem zu einem früheren Manager einer grossen Plattenfirma. Dieser ermunterte Eskic, mit der Band Gonoreas – in der zwei Wechsel anstanden – einen Neustart zu wagen unter dem Namen Gomorra.

Mit seinem Wissen und seinen Kontakten konnte der Manager bei einem namhaften Plattenlabel gute Bedingungen aushandeln. Eskic darf zwar noch keinen Namen nennen, ist sich aber bewusst: «In dieser Branche braucht man die Hilfe von Leuten, die sich auskennen.» Denn für Musiker bestehe sonst beim Abschluss von Verträgen die Gefahr, über den Tisch gezogen zu werden. Sie müssten am Schluss nicht nur sämtliche Kosten übernehmen, sondern auch das ganze Risiko tragen.

Die beiden neuen Alben erscheinen nächstes Jahr

Die Aufnahmen für ihr Album haben Gomorra abgeschlossen, ein Video-Clip ist abgedreht, erzählt Eskic. Auch seine Partnerin Romana arbeitete bis vor wenigen Tagen im Studio am neuen Werk von Burning Witches. Beide Veröffentlichungen sind im nächsten Jahr vorgesehen.
Damit nicht genug der Veränderungen.

Im Februar dieses Jahres erhielt Eskic unvermittelt das Angebot, als zweiter Gitarrist bei Destruction einzusteigen. Beim Telefonanruf glaubte er zuerst an einen Scherz. In der Folge besprach er sich mit seiner Partnerin – die ihn motivierte, diese einmalige Chance unbedingt zu packen. Für ihren Gitarrenunterricht in Brugg sind die Stellvertretungen übrigens gewährleistet, sagen Romana Kalkuhl und Damir Eskic. Oft sind es frühere Schüler, die einspringen. Von der Musikschule würden ihnen keine Steine in den Weg gelegt, im Gegenteil: «Wir erhalten viel Unterstützung.»

Drei Wochen hatte Eskic Zeit zum Üben der Destruction-Songs. Es folgte die erste Tour zusammen mit der US-amerikanischen Thrash-Metal-Band Overkill vor fast restlos ausverkauften Häusern. «Von null auf hundert», fasst der Gitarrist mit einem Schmunzeln zusammen.

Vom grossen Echo wurden sie total überrumpelt

Mit dem Herumreisen und den Auftritten bekundete Eskic keine Mühe, zugute kam ihm seine Erfahrung als Musiker. «Neu war, dass ich getrennt war von meiner Partnerin», stellt er fest. Und ebenfalls ungewohnt war der luxuriöse Tourbus, ein Sechs-Sterne-Hotel auf Rädern, sagt Eskic, ausgestattet mit Holz und Leder. «Es war wunderschön.»

Seine Aufenthalte in Paris oder London habe er gleich verknüpfen können mit Museumsbesuchen. Und dank Internetzugang im Bus habe er auch jederzeit in Kontakt stehen können mit Romana. An drei Tagen weilten die beiden für Auftritte sogar – zufälligerweise – am gleichen Festival.

Romana Kalkuhl lebt mit ihrer Band Burning Witches derzeit selber «in einer Traumwelt», wie sie sagt. Die Band bestritt Konzerte auf den ganz grossen Bühnen: Wacken, Sweden Rock, Rock Hard. «Plötzlich rufen Tausende deinen Namen, kaufen deine T-Shirts, wünschen Autogramme. Das ist schon ein spezielles Gefühl.»

«Wir wurden vom Erfolg total überrumpelt»

Das riesige Interesse, die Chart-Platzierungen in der Schweiz, in Deutschland, England, Belgien und Holland hätten sie in diesem Ausmass nicht erwartet, stellt die Musikerin fest. «Wir wurden vom Erfolg total überrumpelt.»

Auch für 2020 treffe eine Konzertanfrage nach der anderen ein, sagt die Gitarristin mit einem strahlenden Lachen. Zwischen 70 bis 100 Auftritte könnten es werden, vielleicht komme sogar noch eine Runde in Asien dazu.

Zuerst aber sind Burning Witches und Gomorra zu erleben am Winter Rock Festival übermorgen Freitag in Brugg. Eröffnet wird der Abend von Crashtime aus Solothurn. «Das ist unser Heimspiel», freuen sich Romana Kalkuhl und Damir Eskic. Im eher familiären Rahmen im Salzhaus gleich vor der eigenen Haustüre – «ein super Lokal» –, bestehe die Möglichkeit, auch einmal mit Freunden und Fans ins Gespräch zu kommen. «Dazu fehlt andernorts oft die Zeit. Wir hoffen, die Leute kommen und haben Spass.»

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