Switzerland

Die Zürcher S-Bahn wird immer zuverlässiger – SBB erhalten Bonus von 1,7 Millionen Franken

Minime Zugverspätungen zu Stosszeiten und jedes Jahr zufriedenere Passagiere: Während die SBB im Fernverkehr mit Verspätungen kämpfen, erzielen die S-Bahn-Linien in Zürich erneut Bestnoten. Trotzdem gibt es dafür weniger Geld.

Trotz Dichtestress verkehrt die Zürcher S-Bahn pünktlich und sauber.

Trotz Dichtestress verkehrt die Zürcher S-Bahn pünktlich und sauber.

Gaetan Bally / Keystone

Kaum etwas gilt im In- und Ausland als so schweizerisch wie die Pünktlichkeit der hiesigen Züge. Auch der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) wirbt mit einem entsprechenden Videospot. «Im Ernst?», fragt ein italienischer Senior seinen Neffen, nachdem dieser ihm die Durchsage in der S-Bahn übersetzt hat: Man entschuldigt sich für drei Minuten Verspätung. Der Onkel schüttelt ungläubig den Kopf, während vor dem Fenster der Zürichsee vorbeizieht.

Unlautere Werbung kann man dem ZVV nicht vorwerfen: Tatsächlich übertraf die Zürcher S-Bahn 2019 punkto Zuverlässigkeit erneut die Erwartungen, wie der Verkehrsverbund am Mittwoch bekanntgegeben hat. Zumindest im Zürcher Regionalverkehr trifft also noch zu, was sich schweizweit allmählich als Klischee erweist. Dort kämpfen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) nämlich mit zunehmenden Verspätungen; zum zweiten Mal in Folge ging der Pünktlichkeitswert vergangenes Jahr zurück.

In Zürich dagegen erhalten die SBB zum wiederholten Mal einen Bonus für die guten Leistungen, dieses Jahr in der Höhe von 1,67 Millionen Franken. Entrichtet wird dieser vom ZVV und von den übrigen Bestellern der S-Bahn – dem Kanton Zürich, seinen Nachbarkantonen und dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Sie beurteilen die S-Bahn jährlich in einem Bonus-Malus-System: Schneidet sie gut ab, gibt es einen Bonus, wenn nicht, eine Busse. Bewertet werden Pünktlichkeit, Sauberkeit der Bahnhöfe und der Züge sowie die Information der Zugpassagiere bei Störungsfällen wie im Falle des fiktiven italienischen Fahrgastduos.

Weniger Geld für anhaltend gute Leistungen

Punkto Pünktlichkeit blieben die Werte gegenüber dem Vorjahr fast unverändert auf hohem Niveau. Nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv nahmen befragte Zugpassagiere die S-Bahn-Verbindungen als zuverlässig wahr. Die entsprechenden Werte sind seit 2015 sogar stetig angestiegen. Das ist für den ZVV besonders erfreulich: Ob einzelne Züge pünktlich verkehren, ist für ihn laut der Medienstelle weniger wichtig, als ob das System mit allen Anschlüssen funktioniert und die Reisenden ihr Ziel pünktlich erreichen. Auch Sauberkeit und Information erzielten anhaltend gute Werte in den Fahrgastbefragungen.

Trotzdem fällt der Geldsegen für die SBB für 2019 weniger als halb so hoch aus wie noch 2017, als sie einen Rekordbonus von 4,29 Millionen Franken erhielt. Das liegt daran, dass sie seit 2018 strenger bewertet werden. Der Massstab ist dabei dynamisch: Je besser die SBB in vergangenen Jahren abschnitten, desto höher steigen die Anforderungen an kommende. Auch bei den Fahrgastbewertungen wurde die Messlatte höher gesetzt. Deshalb sind die SBB bei Sauberkeit und Information für 2019 trotz guter Bewertung nur noch knapp in den Bonusbereich vorgedrungen.

Ausbau der vergangenen Jahre zahlt sich aus

Bleibt die Frage, weshalb die Bahn ausgerechnet in Zürich pünktlicher verkehrt als in der übrigen Schweiz – zumal der Takt in den letzten Jahren erhöht wurde und die Passagierzahlen aufgrund der wachsenden Bevölkerung stetig ansteigen. Das liege wohl vor allem am Ausbau des S-Bahn-Netzes und an entsprechenden Fahrplanoptimierungen der letzten Jahre, heisst es beim ZVV auf Anfrage. Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die Bauarbeiten am Zürcher Netz weitgehend abgeschlossen sind. Anders als in der übrigen Schweiz, wo fehlerhafte Planung von Baustellen für langfristige Ausbauten und den kurzfristigen Unterhalt als Ursache für die zunehmenden Verspätungen gilt.

Pünktlichkeit wird zu Stosszeiten gemessen

Für das Bonus-Malus-System muss die S-Bahn in der Hauptverkehrszeit ein bestimmtes Pünktlichkeitsniveau erreichen. Ausschlaggebend für die objektive Messung sind die 14 wichtigsten Zürcher S-Bahn-Linien zur Rushhour in der jeweiligen Verkehrsrichtung der Hauptlast: also morgens in die Stadt hinein und abends aus der Stadt heraus. Hier müssen 95 Prozent der Züge einer Linie mit weniger als sechs Minuten Verspätung am Ziel eintreffen, um die Erwartungen zu erfüllen. In die Bewertung mit ein fliessen die subjektiven Wahrnehmungen der Zugpassagiere hinsichtlich Pünktlichkeit und Anschlusssicherung.

Der ZVV bewertet die Leistungen der SBB im S-Bahn-Netz seit 2006. Maximalbonus und -malus betragen ein Prozent der Kostenofferte. Im Jahr 2019 waren dies 7,1 Millionen Franken. 

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