Switzerland

Die Touristen sind zurück auf dem Montmartre

Paris ohne Touristen gibt es bestimmt so bald nicht wieder; die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in Frankreich gilt es also zu nutzen. Doch am Montmartre bilden sich bereits wieder die ersten Menschentrauben.

In Paris dürfen die Menschen wieder mehr als einen Kilometer von Zuhause entfernen. Viele zieht es auf den Montmartre und geniessen die Aussicht, wie das Bild zeigt.

In Paris dürfen die Menschen wieder mehr als einen Kilometer von Zuhause entfernen. Viele zieht es auf den Montmartre und geniessen die Aussicht, wie das Bild zeigt.

Ian Langsdon / EPA

Während zweier Monate war Paris auf einen kleinen Radius um unser Haus geschrumpft. Maximal einen Kilometer durfte man sich von seinem Wohnort entfernen, nicht länger als eine Stunde am Tag. Dies galt es jedes Mal mit Formular zu bezeugen. Seit ein paar Tagen ist der Horizont wieder weiter: Hundert Kilometer dürfen es nun sein. Das ist mehr als die ganze Stadt! Wohin als Erstes? Dorthin, wo wir unsere Besucher sonst eher widerwillig begleiten und hinterher oft sagen, dass wir es hätten lassen sollen: Montmartre, Champ de Mars, Trocadéro. Paris ohne Touristen gibt es bestimmt so bald nicht wieder.

Die Metro zum Champ de Mars ist leer, Abstand halten fällt nicht schwer. Der Park am Fuss des Eiffelturms ist der einzige auf Stadtgebiet, der schon wieder offen ist. Dennoch wirkt er nicht überfüllt. Ein Polizeiauto fährt im Schritttempo durch die Baumreihen: prüfende Blicke der Beamten auf die Sonnenhungrigen. Rund um den Eiffelturm ist es seltsam leer. Kein einziger fliegender Händler, keine Schlangen, keine Touristenbusse. Auf der anderen Seite der Seine, in den Jardins du Trocadéro, dreht sich ein Karussell. Niemand fährt mit.

Wie schön muss es erst auf dem Montmartre sein! Mit den Bildern im Kopf, die eine Bloggerin während des Lockdown in den sozialen Netzwerken verbreitet hat, fahren wir dorthin. Doch statt verwaister Gassen und unverstellter Blicke treffen wir auf Schlangen vor einem Glace-Laden und Menschentrauben vor einem Pub, das Bier ausschenkt. Auffallend zurechtgemachte Menschen werfen sich vor schmucken Häusern in Pose. An sonnigen Ecken sitzen Menschen mitten auf dem Trottoir, sie sonnen sich, lesen, trinken Apéro. Sogar eine Gruppenführung findet statt – auf Französisch. Eigentlich fast wie immer, befinden wir, als wir uns zu Dutzenden von anderen auf die Stufen vor der Basilika setzen. Bis von oben eine laute Stimme erklingt: «Meine Damen und Herren, Sie sollten hier nicht auf der Treppe sitzen, das ist eine Versammlung. Wir bitten Sie zu gehen!» Der Polizist hat zwei Kollegen dabei, und die Menschen verteilen sich rasch in alle Richtungen.

Weiteres Kurioses und Unerwartetes aus aller Welt finden Sie jeden Tag in unserer Kolumne «Aufgefallen» – hier finden Sie die neusten und alle älteren Beiträge.

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