Switzerland

Die Tops und Flops – und wer sonst noch aufgefallen ist: Das sorgte im Hockey-Februar für Furore

Tor des Monats:
Dominic Zwerger (Ambri)

Da wissen weder Tigers-Verteidiger Larri Leeger noch Goalie Ivars Punnenovs, wie ihnen geschieht: Nach dem Bully in der Langnauer Zone schnappt sich Ambri-Topskorer Dominic Zwerger von Leeger die Scheibe und netzt mit einem «Between the leg»-Trick ein. Er legt sich den Puck zwischen den eigenen Beinen zurück und skort so das 1:0 beim 3:1-Sieg. So hat der Ösi bereits 2019 in der Champions Hockey League gegen Banska Bystrica getroffen.

Eigentor des Monats:
Marcus Nilsson (SCL Tigers)

Verdutzte Gesichter: Tigers-Goalie Gianluca Zaetta wird von seinem Teamkollegen Marcus Nilsson bezwungen. Der Schwede beteuert danach, dass es das erste Eigentor seiner Karriere ist. Für SCRJ-Verteidiger Fabian Maier ist es dafür der erste Saisontreffer. Ihm wird das Tor gutgeschrieben, weil er als letzter Laker die Scheibe berührt hat, bevor sein Fehlpass auf Nilssons Stock landet und er den Puck ins eigene Tor schiebt. Eigentlich will er damit hinter dem Gehäuse vorbeifahren, wird dabei aber entscheidend von Rappis Wick am Stock gestört.

Skorer des Monats:
Nick Shore (Zug)

Nick Shore hat sich mittlerweile bestens akklimatisiert in unserer Liga. Der 28-jährige US-Stürmer des EV Zug hat im Februar in sieben von zehn Spielen gepunktet. Shore kommt im letzten Monat auf ein Total von 16 Skorerpunkten, drei davon sind Tore. Kein Spieler war im Februar produktiver.

Penalty des Monats:
Toni Rajala (Biel)

Als «Mister Penalty» hat man ihn auch schon betitelt, und mit diesem Treffer macht Toni Rajala seinem Namen alle Ehre. Biels Finne vernascht EVZ-Keeper Leonardo Genoni, indem er einen Ein-Hand-Schuss – den er auch perfekt beherrscht – antäuscht und noch zwei weitere Finten macht.

Parade des Monats:
Luca Boltshauser (Lausanne)

Luca Boltshauser macht Lausannes Sieg in Ambri auch dank einer Wahnsinns-Parade möglich: Mit einem Hechtsprung kann sich der Torhüter der Westschweizer noch irgendwie in Position bringen, bevor Ambris Marco Müller auf den Puckabpraller drischt. Boltshauser pariert mit der Maske.

Sanktion des Monats:
Fabrice Herzog (Davos)

Der brutale Check von HCD-Stürmer Fabrice Herzog an Berns Eric Blum hat ein happiges Urteil zur Folge: Der 26-Jährige wird mit acht Spielsperren und einer Busse von 11'150 Fr. belegt! Dies aufgrund seiner Rücksichtslosigkeit und weil Herzog ein Wiederholungstäter ist – davor wurde er bereits sechsmal aus dem Verkehr gezogen. Blum hat sich dabei eine Hirnerschütterung, einen Nasenbruch sowie eine Schulterverletzung zugezogen. Herzog entschuldigt sich bei seinem Opfer per SMS und sagt gegenüber BLICK: «Ich habe keine Erklärung dafür, weshalb ich Eric so erwischt habe.»

Youngster des Monats:
Damian Stettler (SCL Tigers)

Langnaus Nachwuchs-Keeper Damian Stettler kommt im Februar zu drei NL-Einsätzen. Obwohl die SCL Tigers die drei Spiele verlieren, erkennt man das Talent des erst 19-jährigen Torhüters. Der Teenager wird mit Schüssen eingedeckt, zeigt beim 2:5 gegen die ZSC Lions 39 Paraden, beim 1:3 gegen Zug sowie beim knappen 1:2 gegen Lugano jeweils 31 Saves. Tigers-Trainer Rikard Franzén hat auch auf der Goalie-Position keine Scheu, Junge einzusetzen und hat Stettler ins kalte Wasser geworfen. Die Erkenntnis: Er kann schwimmen.

Auferstehung des Monats:
Lino Martschini (Zug)

Die Tore schienen wie vernagelt für ihn. EVZ-Stürmer Lino Martschini schoss in drei Monaten gerade mal ein Tor. Die Situation sei nicht einfach für ihn, sagte der 28-Jährige am 11. Februar, als er mit BLICK im Schusskeller des Leistungszentrums OYM in Cham ZG ist. Noch ein Spiel bleibt die Ladehemmung bestehen, doch dann die Erlösung: In den sechs folgenden Partien schiesst Martschini vier Tore! Darunter auch das entscheidende beim 4:3-Overtime-Sieg in Genf.

Worte des Monats:
Marc Lüthi, CEO SC Bern

Als SCB-CEO Marc Lüthi vor dem Heimspiel gegen Lausanne mit dem neuen SRF-Kommentator Reto Müller über das Thema Ligareform redet und Müller ihn auf den plötzlichen Gegenwind der Klubpräsidenten anspricht, sagt Lüthi, dass man das Gesamtpaket fertig diskutieren und dann sauber darüber informieren müsse. Ein Steilpass für Müller, der die Kommunikation der National League zur Ligareform hinterfragt. Ohne Umschweife gibt auch Lüthi zu: «Wir sind Riesenflaschen in der Kommunikation.» Naja, dann kanns ja nur besser werden …

Aktion des Monats:
Der Spieler-Protest

Die Spielervereinigung SIHPU hat mit ihrer Protest-Aktion am 20. Februar in allen fünf Stadien überrascht. Sie verzögerten den Anpfiff um zwei Minuten, und alle Spieler hielten ein Spruchband mit den Worten: «Der Nachwuchs ist unsere Zukunft, die Fans unser Rückgrat und Hockey unser Leben.» Damit wollten sie ein Zeichen setzen, weil im Rahmen der Ligareform-Diskussion nicht alles nach ihrem Gusto läuft. Insbesondere die Erhöhung von vier auf sieben Ausländer. «Die ganze Ausländer-Thematik ist sicher das, was bei den Spielern aneckt», sagt SIHPU-Präsident Jonas Hiller. Dieser Spieleraufstand war einmalig in der Schweiz. Bei einigen Klubpräsidenten sowie Liga-Direktor Denis Vaucher eckten die Spieler jedoch damit an, weil sie ihre Aktion bis zuletzt geheim hielten.

Spieler des Monats:
Sven Andrighetto (ZSC Lions)

Was der flinke, trickreiche und zähe Stürmer in den letzten 19 NL-Partien vollbracht hat, ist verblüffend. Sven Andrighetto punktete stets. Letztmals blieb er am 7. Januar in Ambri ohne Skorerpunkt.


Eine solche Serie hat seit 16 Jahren und dem ehemaligen ZSC-Kanadier Randy Robitaille kein Spieler in der National League mehr vollbracht. Zum Rekord von Ken Yaremchuk, der gemäss SRF 1994/95 29 Spiele in Folge für den EVZ skorte, fehlt aber noch einiges.

Im Gegensatz zu früher werden die Tore und Assists heutzutage von den Söhnen des Liga-Managers Willi Vögtlin per Video genau überprüft und angepasst. Früher erbettelten sich vor allem Ausländer beim Schiedsrichter Assists – damit soll Yaremchuk nichts unterstellt werden.

Nur ein Schweizer schaffte bisher eine längere Serie als der WM-Silberheld von 2018: Felix Hollenstein, der Vater von Andrighettos Teamkollegen Denis. Die Kloten-Legende buchte 1988/89 in 22 Partien de suite.

Als Andrighetto im Sommer seinen Vertrag in der KHL bei Awangard Omsk auflöste, waren die ZSC Lions in der Lage zuzugreifen. In ihrem Kader klaffte durch den Abgang von NL-Topskorer Pius Suter zu den Chicago Blackhawks ein Loch. Und dank der NHL-Entschädigung und dem Wegfall von Suters Lohn konnten sie den Transfer auch finanziell stemmen.

Bei der Konkurrenz sah man die Verpflichtung auch mit Skepsis. Einige Sportchefs sprachen hinter vorgehaltener Hand davon, dass bei ihren Nachforschungen über den 27-Jährigen «Red Flags», Warnsignale, aufgetaucht seien. Dem Stürmer haftete das Etikett eines Individualisten an, der nicht einfach in eine Mannschaft zu integrieren und zuweilen launisch ist.

In Zürich konnte man bisher offenbar mit den Launen des Stars gut umgehen, zumal «Ghetto» in den neun Jahren im Ausland menschlich und taktisch gereift ist und Tore am Laufband produziert. Mit je 23 Treffern und Vorlagen ist er derzeit die Nummer 1 der NL-Skorerliste.

Am Sonntag mussten Andrighetto und die Lions im Cupfinal allerdings einen herben Rückschlag einstecken. Nach der 2:5-Pleite, bei der er erneut einen Skorerpunkt verbucht, stürmte der ehemalige NHL-Stürmer sofort in die Kabine, kehrte dann später mit hängendem Kopf zurück, um an der Siegerehrung teilzunehmen. Schliesslich hat er stets betont, dass er zurück nach Zürich gekommen ist, um Titel zu gewinnen. Am Ehrgeiz fehlt es ihm nicht.

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