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Die Stadt sollte den «Aarauerhof» kaufen und dem Bahnhofplatz mehr Grosszügigkeit geben

Viel Glas und ein Rooftop-Restaurant: Der Neubau hätte spektakulär ausgesehen. Die 30-Millionen-Investition hätte Aarau einen Touch Modernität gegeben. Aber es wird sie wohl nie geben. Denn die heutigen Besitzer des Hotels Aarauerhof, die Zürcher ZFV-Unternehmungen, haben die Lust am Projekt verloren. Mehr noch: Sie wollen den Betrieb (80 Zimmer, 25 Mitarbeiter) loswerden. Der «Aarauerhof» steht seit September offiziell zum Verkauf. Wie viel er kostet, ist nicht bekannt. Ebenso wenig, ob schon ein neuer Besitzer gefunden worden ist. Die Wahrscheinlichkeit ist eher klein. Es ist eine schlechte Zeit für Stadthotels.

Für viele war es ein Schock, als die ZFV-Unternehmungen den Rückzug ankündigten. Aber er könnte auch eine Chance sein. Eine Chance für die Stadt Aarau, etwas zu schaffen, vor dem man in 50 Jahren den Hut zieht. Und das für die Bevölkerung täglich von Nutzen wäre.

Wurde 1972 gebaut

Im Herbst 2010 ist der neue Bahnhof eingeweiht worden, der Platz mit der Wolke folgte 2013. Aarau ist ohne den neuen Bahnhof nicht mehr vorstellbar. Er entwickelte sich zu einer Drehscheibe, wie das kaum jemand erwartet hatte. Er stösst – gefühlt – schon heute an Kapazitätsgrenzen. Das gilt ganz besonders für den Bahnhofplatz. Die Bushaltestelle ist zu klein, die Nachfrage nach Veloparkplätzen stetig am Wachsen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die eben beschlossene 1,7 Millionen Franken teure Velostation die Bedürfnisse dauerhaft befriedigen kann.

Der «Aarauerhof» ist 1972 vom Stararchitekten Justus Dahinden gebaut worden. Das Gebäude ist schwer sanierungsbedürftig. Viele finden es hässlich. Der «Aarauerhof» spielt heute im gesellschaftlichen Leben der Stadt kaum mehr eine Rolle. Er ist verzichtbar.

Land würde knapp 11 Millionen Franken kosten

Was spricht gegen die Idee, den «Aarauerhof» bodeneben abzubrechen? Dem Bahnhofplatz mehr Grosszügigkeit zu geben? Die bestehende Tiefgarage des Hotels mit kontrolliertem Aufwand in einen Velokeller mit komfortabler, vielleicht spektakulärer Einfahrt umzuwandeln?

Die Initiative müsste von der Stadt aus kommen. Sie müsste das Gebäude erwerben. Das Hotelgrundstück ist mit 10,7 Aren relativ klein. Bei einem Quadratmeterpreis von 10'000 Franken würde das Land knapp 11 Millionen Franken kosten. Das würde insgesamt sicher nicht reichen. Aber die Stadt hat Geld auf der hohen Kante. Sie ist vergleichsweise reich – höchstens arm an Visionen und an Mut zu mehr Platz.

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