Switzerland

Die SNB wird transparenter – doch ein bisschen Geheimniskrämerei muss sein

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) reagiert auf internationalen Druck. Sie legt in Zukunft regelmässiger offen, wie stark sie am Devisenmarkt interveniert hat. Weiterhin bleibt aber vieles im Unklaren – und das ist gut so.

Der Schritt zu mehr Transparenz erfolgt bei der SNB nicht ganz aus freien Stücken.

Der Schritt zu mehr Transparenz erfolgt bei der SNB nicht ganz aus freien Stücken.

Goran Basic / NZZ

Geldpolitik und Transparenz – diese beiden Begriffe schlossen sich während Jahrzehnten gegenseitig aus. Es gehörte zum Anforderungsprofil von Notenbankern, möglichst verschwiegen und zugeknöpft zu sein. Doch das Mantra «Reden ist Silber, Schweigen ist Gold» gilt seit den 1990er Jahren immer weniger. Vielmehr ist ein Trend zu mehr Transparenz beobachtbar. Die Notenbanken öffnen sich dem Publikum und den Märkten. Die Geldpolitik wird erklärt, man stellt sich den Medien, und einige Währungsbehörden veröffentlichen gar Sitzungsprotokolle. Das alte Postulat, Geldpolitik müsse überraschen, um wirkungsvoll zu sein, wird kaum noch verfochten.

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) folgt dem Trend. Sie will ab Ende September regelmässiger über das Volumen ihrer Interventionen am Devisenmarkt informieren. Das ist bedeutsam. So sind diese Interventionen zusammen mit dem Negativzins das wichtigste Instrument im Kampf gegen den starken Franken. Neu wird an jedem Quartalsende das Volumen des Vorquartals publiziert. Bisher kommunizierte man nur einmal pro Jahr, dazwischen war Kaffeesatzlesen angesagt: Anhand verfügbarer Bilanzdaten und Statistiken versuchten Aussenstehende, das Eingreifen am Devisenmarkt zu schätzen.

Der Schritt zu mehr Transparenz erfolgt bei der SNB nicht ganz aus freien Stücken. Vielmehr ist der öffentliche Druck gestiegen, vor allem im Ausland. So hat der Internationale Währungsfonds jüngst einen Transparency Code verabschiedet, der mehr Offenheit bei Eingriffen im Devisenmarkt postuliert. Auch das US-Finanzministerium, das die Schweiz auf einer Beobachtungsliste möglicher Währungsmanipulatoren führt, «ermutigt» das Land seit Jahren dazu, regelmässiger über die Interventionen zu informieren. Diesem Druck gibt die SNB nun teilweise nach. Klugerweise veröffentlicht sie die Daten aber erst mit mehrmonatiger Verzögerung. Man sollte es den Marktteilnehmern nicht zu einfach machen, das Verhalten der SNB zu erraten. In der Geldpolitik ist mehr Information nicht immer besser. Ein bisschen Geheimniskrämerei darf – und muss – durchaus sein.

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