Switzerland

Die «seelenlosen Eingangspartie» mit Schottersteinen beschäftigt die Politik

Die Windischer Einwohnerrätin Elsbeth Hofmänner (CVP) ärgert sich über den neuen Eingangsbereich bei der Badi, konkret: über den Steingarten, der im Frühling dieses Jahres angelegt worden ist (die AZ berichtete). Kurz nach der Umgestaltung machte sie ihrem Unmut in einem Leserbrief Luft. Dass einerseits mehrere Tonnen Schottersteine eingebracht wurden, andererseits aber die bisherige Begrünung verschwand, bester Humus entsorgt und Wildbienen vertrieben wurden, bezeichnet Hofmänner als eine unsinnige Umgestaltung durch unüberlegtes Handeln.

In einem Vorstoss greift sie das Thema erneut auf, bittet den Gemeinderat um die Beantwortung von mehreren Fragen. Sie erkundigt sich danach, warum nicht eine Ideenbörse lanciert worden ist wie bei der Umgestaltung der Bauerngärten beim Bossarthaus und Holländerhaus. Denn der Badi-Eingangsbereich wirke sehr nüchtern statt einladend, stellt sie in ihrer kleinen Anfrage fest.

Wildbienen gehören zu «wertvollen Insekten»

Elsbeth Hofmänner weist auf die neue Bau- und Nutzungsordnung hin. In dieser seien die Grundeigentümer sowohl in der Wohn- als auch in der Arbeitszone zu einem Grünflächenanteil verpflichtet. Im August 2019, fügt sie an, fand für die Bevölkerung ein Informationsanlass statt zum Thema «Mehr Natur im Siedlungsraum». Beim Badiareal allerdings sei ein ökologischer Ansatz komplett missachtet worden, führt die CVP-Einwohnerrätin aus. «Weshalb geht die Gemeinde Windisch mit schlechtem Beispiel voran?» Weiter fragt sie danach, woher die verschieden farbigen Schottersteine stammen und ob die Natur- und Landschaftskommission in dieses Projekt miteinbezogen wurde.

Dass es innerhalb des Badi­grundstücks immer noch genügen Grünfläche habe, ist für Elsbeth Hofmänner keine Er­klärung «für die seelenlose Eingangspartie». Die rund 600 einheimischen Wildbienenarten, fährt sie fort, seien unverzichtbar für das Ökosystem und wichtig für die nachhaltige Bestäubung der Kulturpflanzen. «Sie gehören zu den wertvollen Insekten und werden vielerorts gefördert.» Bei den platzierten Palmen handle es sich um keine einheimische Pflanze. Nur mit der passenden Auswahl, hebt Elsbeth Hofmänner hervor, könne die heimische Flora und Fauna unterstützt werden.

Wer sorgt über den Winter für die Pflege der Palmen?

Die CVP-Einwohnerrätin erwähnt den Betrag von 7500 Franken im Budget und will wissen, ob der Kostenrahmen eingehalten werden konnte und wo die Palmen über den Winter eingestellt werden, wer für die Pflege sorgt und wo und wie dieser jährlich wiederkehrende Aufwand abgerechnet wird. Apropos Winter: Elsbeth Hofmänner interessiert sich ebenfalls dafür, ob die zwischenzeitlich in die vorgelagerte Rabatte gestellten Kleinpflanzen noch korrekt gesetzt werden, um das Wachstum zu fördern und dem Erfrieren über den Winter vorzubeugen. «Was gedenkt der Gemeinderat zu unternehmen», wirft Elsbeth Hofmänner abschliessend den Blick nach vorne, «um künftig dem ökologischen Gedanken auch bei den Gemeindeliegenschaften vermehrt Beachtung zu schenken?»

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