Switzerland

Die Schweizer blieben am Wochenende trotz Frühlingswetter mehrheitlich zu Hause – und alles Weitere zum Coronavirus in 23 Grafiken

Wer ist wie stark vom Virus betroffen? Was unternehmen die Länder im Kampf gegen Sars-CoV-2? Die wichtigsten Daten und Fakten zum Coronavirus.

Seit drei Wochen herrscht in der Schweiz die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz. Der Bundesrat hat am 16. März die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung verschärft. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bleiben bis vorerst 19. April 2020 geschlossen.

Diese Massnahmen sollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen und vor allem verhindern, dass viele Menschen gleichzeitig erkranken und das Gesundheitssystem kollabiert, denn die Fallzahl ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Nun ist aber erkennbar, dass sich dieses Wachstum langsam, aber sicher abflacht.

Über 20 000 Menschen wurden in der Schweiz positiv getestet

Bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz (in Tausend)

1 Wechsel der Datenquelle von Johns-Hopkins-Universität (JHU) zu den Angaben der Kantone

Gezeigt werden in den folgenden Grafiken immer bestätigte Coronavirus-Ansteckungen. Die Anzahl bekannter Infizierter hinkt stets der Realität hinterher. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiv mit dem Virus infizierten Personen überall höher liegt. Zum Einen werden in vielen Ländern nur Risikopatienten und Patienten mit starken Symptomen getestet. Zum Anderen verstreichen zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome etwa fünf Tage und auch der Sars-CoV-2-Test und dessen Auswertung brauchen Zeit.

Im internationalen Vergleich wird deutlich, dass die Ausbreitungskurve in der Schweiz nun etwas flacher verläuft als in Italien oder Deutschland. Noch steiler aber steigt nach wie vor die Kurve der USA. 

Schnelle Ausbreitung in den USA, abflachende Kurve in der Schweiz

Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

Schnelle Ausbreitung in den USA, abflachende Kurve in der Schweiz - Bestätigte Coronavirus-Ansteckungen nach Land und Anzahl Tagen seit dem 100. Fall

Die Zahl der Fälle verdoppelt sich in der Schweiz nun etwa alle 17 Tage, zum gleichen Zeitpunkt des Ausbruchs in Italien und Deutschland verdoppelten sich die Zahlen dort noch in rund 8 Tagen, in der Schweiz konnte der Ausbruch also schneller verlangsamt werden.

Die Geschwindigkeit, mit der sich Schweizer Fälle verdoppeln, wird weiter gebremst

Anzahl Tage, in denen sich die bestätigte Coronavirus-Fallzahl verdoppelt hat*

01234567891011121314151617181920212223242526272829303132333435363738394041Tage seit dem 100. Fall0102030

Noch schneller als in der Schweiz ging es allerdings in Südkorea, wo sich die Kurve einige Tage früher stark abgeflacht hat. Südkorea führte schon früh vergleichsweise viele Tests durch, um die Verbreitung genau nachvollziehen zu können. Zudem wurden infizierte Personen strikt isoliert.

Unsere Analyse der Massnahmen in fünf stark betroffenen Regionen weltweit, inklusive Südkorea und der Schweiz, lesen Sie hier. 

Die Verlangsamung der Verdoppelung der bestätigten Fälle in der Schweiz könnte eine Folge der seit dem 16. März geltenden «ausserordentliche Lage» sein, die das öffentliche Leben stark einschränkt.

Eine Studie des Marktforschungsinstituts Intervista im Auftrag der ETH und des Kantons Zürich zeigt, wie stark sich die täglich zurückgelegte Distanz der Schweizerinnen und Schweizer in den vergangenen Tagen reduziert hat.

In allen Altersgruppen ist die täglich zurückgelegte Distanz pro Person im Mittel auf deutlich unter 10 Kilometer gesunken, Personen unter 25 Jahren haben ihr Verhalten am stärksten angepasst. Auch am milden, sonnigen Wochenende (4. 4.  und 5. 4.) blieben die Schweizer zu Hause.

Auch die Jungen bleiben zu Hause

Mittlere täglich zurückgelegte Distanz pro Person (Medianwert) in der Schweiz, nach Altersgruppen, in Kilometern

1 13. März: Bundesrat schliesst Schulen, verbietet Veranstaltungen mit über 100 Personen, in Bars/Restaurants sind max. 50 Personen erlaubt.

2 16. März: Der Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage». Bars, Restaurants und viele Läden müssen schliessen.

Die Studie basiert auf den Bewegungsdaten von rund 2500 Personen, die mittels einer App ihren Bewegungsverlauf tracken lassen. Die Zahlen wurden so gewichtet, dass sie für die Schweizer Bevölkerung von 15 bis 79 Jahren repräsentativ sind.

Trotz dieser erfreulichen Nachricht: Die Schweiz ist mit rund 230 bestätigten Infektionen auf 100 000 Einwohner weltweit mit am stärksten vom Coronavirus betroffen. Nur Spanien ist noch stärker betroffen. Total sind es in der Schweiz laut den Zahlen der Kantone momentan über 21 000 Fälle.

Spanien und die Schweiz sind pro Kopf am stärksten betroffen

Bestätigte Covid-19-Erkrankungen auf 100 000 Einwohner, nach Land*

stark gebremste oder gestoppte Ausbreitung

0100200300SpanienSchweizItalienBelgienFrankreichÖsterreichDeutschlandPortugalNorwegenNiederlandeUSAIrlandIsraelEstlandDänemarkGrossbritannienIranSchwedenQuatarSlowenienBahrain

Der Pro-Kopf-Vergleich der Infizierten ist zudem mit Vorsicht zu geniessen. Aus zwei Gründen: Erstens, weil in Ländern mit kleinerer Bevölkerung der Pro-Kopf-Anteil schneller ansteigt als in grösseren Ländern, und zweitens, weil viele Länder sehr unterschiedliche Testverfahren haben. Länder wie Norwegen, Südkorea und die Schweiz haben pro Kopf viel stärker getestet als die Vereinigten Staaten, Grossbritannien oder Frankreich. (Stand 26. 3.)

Die Schweiz testet mehr als Südkorea

Testhäufigkeit in ausgewählten Ländern

Land Stand
Bahrain 26. 3. 19 715
Norwegen 25. 3. 13 616
Schweiz 25. 3. 9 802
Südkorea 25. 3. 6 953
Italien 25. 3. 5 365
Deutschland 24. 3. 4 832
Österreich 26. 3. 4 080
Frankreich 24. 3. 1 508
Vereinigte Staaten 26. 3. 1 479
Vereinigtes Königreich 25. 3. 1 460

Aussagekräftiger für einen Ländervergleich ist deshalb wohl die Zahl der Verstorbenen. Doch auch hier kommt die Schweiz pro Einwohner auf eine hohe Zahl. Auf 100 000 Einwohner sind bisher in der Schweiz über 8  Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Italien und Spanien zählen im Verhältnis allerdings mit Abstand am meisten Tote. 

Spanien und Italien haben im Vergleich zur Einwohnerzahl die meisten Tote zu beklagen

Anzahl Corona-Tote pro 100 000 Einwohner

SpanienItalienBelgienFrankreichNiederlandeSchweizGrossbritannienIranSchwedenIrlandDänemarkUSAPortugalÖsterreichDeutschlandSlowenienNorwegenEstlandPanamaEcuadorNorth Macedonia27,0526,2912,6712,0810,288,47,434,43,943,263,092,942,872,311,911,351,341,141,11,050,86

Im Lagebericht des Bundesamts für Gesundheit (BAG) (Stand 2. 4.) werden die in der Schweiz bestätigten Fälle, die Hospitalisierten und auch die Verstorbenen nach Alter und Geschlecht ausgewiesen. Bei den positiv Getesteten sind 53 Prozent Frauen und 47 Prozent Männer. Im Median sind die Infizierten 53 Jahre alt – das heisst die Hälfte ist älter, die Hälfte jünger. In der Altersklassen ab 80 Jahren gibt es pro 100 000 Einwohner die meisten Fälle.

Bei den Jüngeren mehr Frauen, bei den Älteren mehr Männer infiziert

Zahl der positiv Getesteten pro 100 000 Einwohner in der Schweiz und Liechtenstein (Stand 2.4.), nach Altersklassen*

0 - 910 - 1920 - 2930 - 3940 - 4950 - 5960 - 6970 - 7980+0100200300400500

Über 1909 Personen gibt es Informationen zur Hospitalisierung. Diese Personen sind im Mittel 70 Jahre alt und es sind mehr Männer als Frauen. Etwa die Hälfte sind Männer über 50 Jahren. Es sterben auch mehr Männer an Covid-19, 64 Prozent der Verstorbenen sind männlich.

Meiste Hospitalisierte sind ältere Männer

Hospitalisierte in der Schweiz und Liechtenstein (Stand 2.4.) nach Altersklasse

0 - 910 - 1920 - 2930 - 3940 - 4950 - 5960 - 6970 - 7980+0100200300

Aufgeschlüsselt nach Kantonen, zeigt sich, dass das Tessin am stärksten vom Coronavirus belastet ist. Dort sind laut Zahlen der Kantone vom Montag (6. 4.) schon mehr als 700 Personen pro 100 000 Einwohner mit dem Virus infiziert.

Das Tessin und Genf sind weiterhin am stärksten betroffen

Anzahl der Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner, nach Kanton

Das Tessin und Genf sind weiterhin am stärksten betroffen - Anzahl der Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner, nach Kanton

Die Massnahmen des Bundes sollen dabei helfen, die Verdoppelungszeit zu verlängern und so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Wenn die Zahl der durchschnittlich von einem Infizierten angesteckten Personen reduziert wird, gibt es über einen längeren Zeitraum hinweg weniger Infektionen. Weniger Personen erkranken gleichzeitig, so dass das Gesundheitssystem weniger belastet wird. Folgende Illustration soll dies aufzeigen.

Verbreitung des Coronavirus mit und ohne Social Distancing

Ein Rechenbeispiel in 6 Schritten

Viele europäische Länder haben in den vergangenen Wochen einschränkende Massnahmen erlassen. Die folgende Karte zeigt die Lage in Europa im Überblick:

Das Coronavirus beherrscht Europa

Nationale Regelungen

Das Coronavirus beherrscht Europa - Nationale Regelungen

Die rot eingefärbten Länder haben eine nationale Ausgangssperre verhängt, so wie das Italien bereits vor drei Wochen getan hat.

Italien meldet momentan die höchste Zahl an infizierten Personen nach China und den USA. In Italien wurden etwas unter 130 000 Infektionen bestätigt. Über 15 800 Personen sind an Covid-19 gestorben. 

Knapp 130 000 Fälle in Italien

Bestätigte Coronavirus-Fälle in Italien, nach Status der Patienten (in Tausend)

Es sind vor allem bereits kranke, ältere Männer, die an Covid-19 sterben. Das zeigt eine neue Untersuchung der italienischen Gesundheitsbehörde Istituto Superiore di Sanità (ISS). Für die am 19. März veröffentlichte Statistik wurden das Alter, das Geschlecht und zum Teil der Gesundheitszustand von 3200 Opfern von Covid-19 erhoben, zwei Drittel der Opfer stammten aus der Lombardei. 75 Prozent der Verstorbenen waren männlich; 25 Prozent waren weiblich. Von den 481 Fällen, die auch auf den Gesundheitszustand hin statistisch erfasst wurden, hatten nur 6 vor der Erkrankung an Covid-19 nicht bereits an einer anderen Krankheit gelitten.

In Italien sind doppelt so viele Männer wie Frauen gestorben

Altersstruktur von 3037 verstorbenen Covid-19-Kranken in Italien

02004006008000-910-1920-2930-3940-4950-5960-6970-7980-8990+

In den USA steigt die Zahl der bestätigten Infizierungen momentan so stark wie sonst nirgends. Seit dem 26. März werden in den Vereinigten Staaten gar mehr Fälle als in China und Italien gezählt.

Weiterhin steiler Anstieg der Fallzahlen in den USA

Bestätigte Coronavirus-Fälle pro Land (in Tausend)

Diese Entwicklung ist insbesondere darum besorgniserregend, weil es bis jetzt nur schwache Anzeichen gibt, dass die Ausbreitung des Virus in den USA bald eingedämmt werden kann. Die Zeit, in der sich die Fallzahl verdoppelt, blieb drei Wochen lang relativ konstant bei etwa drei Tagen, nun sind es immerhin etwas mehr als sechs Tage.

Weiterhin Verlangsamung in den USA

Anzahl Tage, in denen sich die bestätigte Coronavirus-Fallzahl verdoppelt hat*

01234567891011121314151617181920212223242526272829303132333435363738394041Tage seit dem 100. Fall0102030

Auch die Entwicklung der Zahl der Todesfälle in den USA macht wenig Hoffnung: Das Wachstum ist weiterhin fast exponentiell, auf der logarithmischen Skala in der Grafik resultiert dies in einer fast geraden Linie. Die USA holen schnell Länder wie Italien und Spanien ein, wo das Wachstum der Todesfälle schwächer ist.

Rasanter Anstieg der Todesfälle in den USA

Coronavirus-Todesfälle nach Land und Anzahl Tagen seit dem 20. Todesfall

Rasanter Anstieg der Todesfälle in den USA - Coronavirus-Todesfälle nach Land und Anzahl Tagen seit dem 20. Todesfall

Der grösste Virusherd in den USA liegt in New York. In der Metropole allein wurden bereits mehr als 57 000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 3. 4.). Auch in anderen grossen Städten werden aktuell mehrere mehrere tausend Fälle gezählt. 

Wie sich das Virus in den USA ausbreitet

Gezeigt wird die Zahl der bestätigten Fälle pro Bezirk (County) im Zeitverlauf. Für rund 6200 Fälle ist nur der Bundesstaat, nicht aber das County bekannt, diese Fälle wurden nicht eingezeichnet. Am meisten nicht zugeordnete Fälle gibt es in New Jersey (3935) und im Aussengebiet Puerto Rico, das keine Counties kennt (452).

Gezeigt wird die Zahl der bestätigten Fälle pro Bezirk (County) im Zeitverlauf. Für rund 6200 Fälle ist nur der Bundesstaat, nicht aber das County bekannt, diese Fälle wurden nicht eingezeichnet. Am meisten nicht zugeordnete Fälle gibt es in New Jersey (3935) und im Aussengebiet Puerto Rico, das keine Counties kennt (452).

Datenquelle und Inspiration: New York Times

Stark betroffen ist auch der Bundesstaat Washington. Laut dem Guardian dürfte die hohe Zahl der Infizierten dort aber auch damit zusammenhängen, dass schon früh viel getestet wurde, weil im Staat Washington der erste Fall in den USA bekannt wurde.

Seit knapp zwei Wochen gibt es ausserhalb Chinas mehr Fälle als im Ursprungsland der Pandemie. China zählt knapp 82 000 Fälle, es kommen pro Tag nur noch wenige Fälle hinzu. Derzeit liegt die Zahl der Neuinfizierten so tief wie letztmals Ende Januar.

Zudem ist in sämtlichen Provinzen ein grosser Teil der Patienten genesen. Einzelne Provinzen wie Hunan und Anhui haben es geschafft, dass fast alle Erkrankten überlebt haben. Von je rund 1000 Patienten starben in Hunan nur vier, in Anhui sechs.

In vielen Provinzen sind fast alle Patienten genesen

Zahl der Fälle des Coronavirus in verschiedenen Provinzen Chinas, nach Status der Patienten*

Die meisten Fälle in China sind in der Provinz Hubei aufgetreten, von wo aus die Pandemie ihren Lauf nahm. Von rund 67 800 Patienten sind bis am 17. März rund 55 100 genesen und rund 3100 verstorben. Damit hatte die Provinz im Vergleich einen hohen Anteil verstorbener und noch nicht genesener Patienten.

Nach Ausbruch der Krankheit riegelte die chinesische Regierung zunächst den Ursprungsort Wuhan ab, wenig später folgten weite Teile der Provinz Hubei. In Wuhan wurden schnell provisorische Spitäler errichtet. Parallel dazu wurde die Produktion für Masken und andere benötigte Güter hochgefahren, da der Ausbruch während der Zeit um das chinesische Neujahr stattfand. Auch ausserhalb Hubeis schränkten die Behörden die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung ein.

In Hubei sind die meisten Menschen wieder gesund

Bestätigte Coronavirus-Fälle in der Provinz Hubei, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Peking riegelt Wuhan ab, innert Stunden werden die Massnahmen auf weite Teile Hubeis ausgeweitet.

2 Fertigstellung des zweiten Notfall-Spitals in Wuhan.

3 In Hubei wird die Zählweise der Fälle geändert.

4 Die Zahl der momentan Erkrankten beginnt zu sinken.

5 Hubei lockert die Massnahmen ausserhalb von Wuhan.

Am 14. März lockerten die Behörden in Hubei die Massnahmen ausserhalb von Wuhan. Nur die Ursprungsstadt gilt noch als Hochrisikozone. Auch andere Provinzen haben ihre Quarantäne in den letzten Tagen gelockert. Aktuell sind in Hubei rund 64 000 Patienten genesen, rund 3200 Personen verstorben und rund 650 noch am Virus erkrankt.

China steht nun vor zwei Herausforderungen: Zum einen muss das Land die Wirtschaft wieder hochfahren, ohne einen neuen Ausbruch auszulösen. Zum anderen droht nun die Gefahr, dass Reisende aus dem Ausland die Krankheit wieder einschleppen.

Das Coronavirus breitet sich global weiter aus. Es sind bereits über 180 Länder von der Pandemie betroffen. Von den rund 1 127 000 Menschen, deren Ansteckung mit dem Virus bestätigt wurde, gelten rund 260 000 bereits wieder als geheilt, das sind etwa 20 Prozent (Stand: 5. 4.). Weltweit sind rund 69 300 Menschen an der Krankheit gestorben. Die Zahl der gegenwärtig Erkrankten steigt seit Anfang März wieder stark an.

Die weltweit bestätigten Erkrankungen steigen weiterhin stark

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

Die Entwicklung kann in verschiedene Phasen eingeteilt werden: Zunächst trat das Virus in der chinesischen Provinz Hubei auf, dann breitete es sich im ganzen Land und in anderen Ländern in der Region aus. Die Zahl der bestätigten Fälle in China hat sich im vergangenen Monat aber stabilisiert, und die meisten Patienten sind wieder genesen. Das Virus ist nun in Europa und auf den anderen Kontinenten angekommen und breitet sich immer weiter aus.

Ob ein Staat mit dem Coronavirus gut oder schlecht zurechtkommt, hängt auch vom Grad der Vorbereitung auf eine Pandemie ab. Eine grossangelegte Studie, die 195 Länder im Detail untersucht, kommt zum Schluss, dass reichere Länder tendenziell besser auf einen Ausbruch reagieren können.

Doch selbst die USA, das am besten auf eine Pandemie vorbereitete Land, werden nur mit 83,5 Punkten bewertet und könnten sich somit noch verbessern. Die Schweiz erreicht mit zwei Dritteln der möglichen Punkte Rang 13. Besonders schlecht vorbereitet sind viele Länder in Afrika und im Nahen Osten. Auch Venezuela, wo seit 2013 eine schlimme Wirtschafts- und Versorgungskrise herrscht, steht schlecht da.

Reichere Länder sind besser gerüstet für Epidemien als ärmere

Indexwert (0–100) für den Grad der Pandemie- und Epidemievorsorge

Nordkorea befindet sich ebenfalls in einer unglücklichen Lage. Kommt das Virus aus einem der beiden stark betroffenen Nachbarländer China und Südkorea dort an, droht der Bevölkerung eine Katastrophe. Viele Nordkoreaner sind unterernährt und somit geschwächt, zugleich liegt das Gesundheitssystem des Landes am Boden.

Eine Geschichte von Nikolai Thelitz, Alexandra Kohler, Barnaby Skinner, Jonas Oesch, Balz Rittmeyer, Joana Kelén, Julia Monn, Christian Kleeb, Dominik Batz und Kaspar Manz.

Hinweis: Um sich über die Gefahren, die mit dem Coronavirus einhergehen, als auch über aktuelle Massnahmen in der Schweiz zu informieren, besuchen Sie die Informationswebsite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Weitere Informationen auf Englisch erhalten Sie auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die NZZ hat alle Artikel zum Coronavirus hier zusammengestellt. Alles zu den Symptomen und Tipps für den Alltag finden Sie hier. 

Methodikhinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Wir die Zahlen der Kantone, die das Statistische Amt des Kantons Zürich auf Github zur Verfügung stellt, und die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU). Bei internationalen Vergleichen nutzen wir auch für die Schweiz Zahlen der JHU, um die Vergleichbarkeit zu optimieren. Die Forscher der JHU erheben die Zahlen aus verschiedenen Quellen und lassen sie jeweils von offiziellen Stellen bestätigen (im Detail hier erklärt). Alle Zahlen beziehen sich nur auf die bestätigten Corona-Fälle in den jeweiligen Ländern. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiven Corona-Infizierten überall höher liegt. Die Wissenschafter sind darauf angewiesen, dass die Regierungsstellen korrekte Angaben machen, was nicht immer sichergestellt ist. Zudem können national oder regional unterschiedliche Vorgehensweisen und eine variierende Häufigkeit von Tests einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit der Fallzahlen haben. Die Zahlen der JHU weisen zum Teil kleine Lücken auf, betroffen sind einzelne Werte von Mitte März, wo für einige Länder die Zahlen des Vortags vermeldet werden. Mehr dazu, wie die NZZ Daten zum Coronavirus verwendet, lesen Sie hier. 


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