Switzerland

Die Ruag streicht in Emmen 90 Stellen – und weitere Wirtschaftsmeldungen

Ruag richtet den Flugzeugstrukturbau in Emmen neu aus.

Ruag richtet den Flugzeugstrukturbau in Emmen neu aus. 

Martin Ruetschi / Keystone

(awp/sda) Der Technologiekonzern Ruag International will den Flugzeugstrukturbau neu ausrichten. Im Zuge dessen sollen in Emmen bis Ende 2021 maximal 90 der heute 290 Stellen wegfallen.

Ruag International lasse nichts unversucht, den Stellenrückgang in den kommenden zwei Jahren über eine restriktive Einstellungspolitik, natürliche Abgänge, durch interne Stellenwechsel oder Übernahme durch externe Partner möglichst gering zu halten, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Ein Sozialplan komme zur Anwendung und ein internes Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung sei eingeleitet. Lernende seien nicht tangiert.

Grund für den Abbau ist unter anderem, dass Kunde Airbus die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 eingestellt hat. Der Flugzeugstrukturbau von Ruag befinde sich bereits in einem komplexen und hochkompetitiven Marktumfeld, schrieb der Konzern. Mit der Einstellung der A380-Aufträge habe sich die wirtschaftliche Situation in Emmen zusätzlich verschärft.

Verlagerung an andere Standorte

Künftig soll sich der Standort nun auf komplexe Technologien sowie auf die Oberflächenbehandlungen von Flugzeugstrukturbauteilen konzentrieren. Arbeitsintensive manuelle Tätigkeiten wie die Blechfertigung und der Zusammenbau von zivilen Flugzeugstrukturteilen sowie die Zerspanung dagegen werden an die beiden anderen Standorte verlagert.

Hohe Stückzahlen sind in Zukunft Sache des deutschen Standorts in Oberpfaffenhofen, während sich der Standort im ungarischen Eger auf die manuelle Bearbeitung von Flugzeugstrukturteilen konzentrieren soll. Neben dem Flugzeugstrukturbau sind in Emmen heute auch andere Ruag-Bereiche wie das Raumfahrtgeschäft oder das Rüstungsgeschäft präsent.

Ruag International ist seit Anfang Jahr als zivilischer Geschäftsbereich vom Rüstungsbereich getrennt. Der Bundesrat hatte im März 2019 die Entflechtung des für die Armee tätigen Bereichs des Bundeskonzerns genehmigt. Ruag International soll zu einem Aerospace-Technologiekonzern weiterentwickelt und mittelfristig vollständig privatisiert und an die Börse gebracht werden. Seit Jahresbeginn bestehen unter der Beteiligungsgesellschaft BGRB Holding AG mit MRO Schweiz und RUAG International zwei neue Subholdings.

(Reuters) Das Coronavirus macht laut Insidern dem Technologieunternehmen Apple zu schaffen. Wegen Reisebeschränkungen nach China könnten Apple-Experten derzeit nicht an der neuen iPhone-Generation arbeiten, sagten ehemalige Mitarbeiter und Supply-Chain-Experten am Mittwoch.

Ein Mann läuft an einem Werbeplakat für Apples iPhone 11 Pro vorbei, das an einem Apple Store in Hongkong angebracht ist. Aufnahme vom 10. Oktober.

Ein Mann läuft an einem Werbeplakat für Apples iPhone 11 Pro vorbei, das an einem Apple Store in Hongkong angebracht ist. Aufnahme vom 10. Oktober. 

Athit Perawongmetha / Reuters

In den ersten Monaten des Jahres vor dem grossen Produktionsstart im Sommer würden in China bei Zulieferern wie Foxconn die Montageprozesse für die neuen Modelle festgelegt und letzte Fehler ausgebügelt, so zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter. Obwohl Apple zwar auch mit anderen Herstellern wie Wistron zusammenarbeitet, würde die Einführung neuer Geräte generell bei Foxconn gehandhabt, weil das Unternehmen am fortschrittlichsten sei, sagten Supply-Chain-Experten.

Foxconn, der weltgrösste Hersteller von Auftragselektronik, musste die Wiedereröffnung wichtiger iPhone-Fabriken in Shenzhen und Zhengzhou nach dem Mondneujahrsfest infolge des Coronavirus verzögern. Das Unternehmen gehe davon aus, bis Ende Februar die Hälfte seiner chinesischen Produktion wieder aufnehmen zu können.

Foxconn gab in einer E-Mail bekannt, dass das Unternehmen alle gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheits- und Sicherheitspraktiken in seinen Fabriken befolge, um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu schützen. «In Übereinstimmung damit verfolgen wir einen vorsichtigen Ansatz bei der Umsetzung unserer Produktionspläne nach dem Urlaub in jedem unserer Standorte in China», so der Apple-Zulieferer. Apple lehnte einen Kommentar zunächst ab.

Vergangene Woche hatte Apple die Anleger mit einer Umsatzwarnung verschreckt: Wegen der Coronavirus-Epidemie in China rechnet der Smartphone-Hersteller nicht mehr damit, seine Umsatzziele für das laufende Quartal erreichen zu können und geht davon aus, dass die weltweiten iPhone-Lieferungen begrenzt würden, da die Standorte in China die Produktion nicht wie erwartet schnell wieder hochfahren.

(dpa) Der Computerkonzern Microsoft hat wegen der Folgen des Coronavirus sein bisheriges Umsatzziel für die PC-Sparte gestrichen. Aufgrund von Belastungen der Lieferkette dürfte die zuvor ausgegebene Prognose im laufenden Geschäftsquartal nicht erreicht werden, warnte Microsoft am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA.

Die Aktie reagierte nachbörslich mit Verlusten und drehte ins Minus. Microsoft hatte Ende Januar einen Umsatz zwischen 10,75 Mrd. $ und 11,15 Mrd. $ für die Sparte in Aussicht gestellt. Wegen erhöhter Unsicherheiten aufgrund des Virus hatte der Konzern damals bereits bewusst eine aussergewöhnlich weite Spanne angegeben.

Die PC-Sparte von Microsoft umfasst etwa die Windows-Betriebssysteme und Hardware-Produkte wie Surface-Laptops und -Tablets sowie die Spielekonsole Xbox und dazugehörige Artikel. Das Unternehmen betonte in seiner Mitteilung, dass die Windows-Nachfrage weiterhin hoch sei. Der Ausblick für alle anderen Geschäftsbereiche bleibe unverändert.

(dpa) Die Klagewelle in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ist aktuell die grösste Baustelle für Bayer-Chef Werner Baumann. Wenn der Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzern am Donnerstag seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorlegt, wird deshalb grosse Aufmerksamkeit der Frage gelten, wie sich die Zahl der Klagen wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat zwischen Oktober und Dezember weiterentwickelt hat.

Zuletzt hatte Bayer im Oktober von 42 700 Klagen berichtet. Das bedeutete damals mehr als eine Verdoppelung der Klagen binnen drei Monaten. Ein Grund für den dramatischen Anstieg war, dass die Klägeranwälte in den USA damals massiv um neue Mandanten geworben hatten.

Bayer verhandelt zurzeit in den USA mit den Anwälten der Kläger über einen möglichen Vergleich, um den Rechtsstreit zu beenden. Spekuliert wird, dass eine Einigung den Leverkusener Konzern rund 10 Mrd. $ kosten könnte.

In den ersten drei Prozessen in den USA war der Konzern zu hohen Schadenersatzzahlungen verurteilt worden. Bayer weist die Vorwürfe allerdings zurück und hat Berufung gegen die Urteile eingelegt. Rückendeckung bekam der Konzern zuletzt von der US-Umweltbehörde EPA, die Glyphosat bei vorschriftsmässigem Gebrauch nicht als Gesundheitsrisiko einstuft.

Konzernchef Werner Baumann steht unter Druck, rasch eine Lösung zu finden. Auf der Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatten die Aktionäre dem Konzernchef angesichts der Probleme nach der Übernahme von Monsanto, dem Hersteller des umstrittenen Unkrautvernichters, die Entlastung verweigert. Für den Vorstandschef war das eine schallende Ohrfeige. Eine solche Erfahrung wird er kaum noch einmal machen wollen.

(awp/sda) Einmaleffekte haben Swiss Prime Site im vergangenen Geschäftsjahr zu einem Gewinnsprung verholfen. Im laufenden Jahr geht der Immobilienkonzern davon aus, dass sich die ökonomischen und politischen Bedingungen wie im vergangenen Jahr präsentieren werden.

Dank operativen Verbesserungen, höheren Neubewertungen sowie der Auflösung von latenten Steuerverbindlichkeiten im Umfang von 172,5 Mio. Fr. konnte der grösste börsennotierte Schweizer Immobilienkonzern den Reingewinn von 310,9 auf 608,5 Mio. Fr. im Vorjahr fast verdoppeln. Die Dividende solle unverändert 3,80 Fr. je Aktie betragen, wie SPS am Donnerstag mitteilte.

Der Gesamtertrag stieg im Jahresvergleich laut den Angaben um 3,7% auf 1,26 Mrd. Fr.. Die Mieteinnahmen als grösster Posten erhöhten sich auf 486,9 von 479,4 Mio. Fr.

Das Betriebliche Ergebnis (Ebit) wuchs deutlich um 31,3% auf 628,3 Mio. Fr.. Das Segment Immobilien trug den Löwenanteil dazu bei. Das Ebit im Kerngeschäft erreichte ein Plus von fast einem Drittel auf 572,9 Mio. Fr.. Darin enthalten sind Neubewertungen in der Höhe von 204,4 Mio. Fr..

Die Leerstandsquote per Ende Jahr belief sich auf 4,7% nach 4,8% vor Jahresfrist, der Wert des gesamten Portfolios stieg um 5,0% auf 11,8 Mrd. Fr..

gvm.

Der Schweizer Industriekonzern ABB wird seinen neuen Konzernchef Björn Rosengren weniger generös entlöhnen als dessen Vorgänger Ulrich Spiesshofer. Der 55-jährige Deutsche musste nach 14 Jahren, von denen er 6 als Konzernchef geamtet hatte, im vergangenen April das Unternehmen verlassen. Schon der interimistisch als CEO eingesprungene Verwaltungsratspräsident Peter Voser erhielt keine langfristigen variablen Vergütungen und Zusatzleistungen mehr.

Bjoern Rosengren

Die direkte Gesamtvergütung von Rosengren, der sein Amt Anfang März antritt, wird mit 5,95 Mio. Fr. um 21,5% geringer sein als die von Spiesshofer (knapp 7,6 Mio. Fr.), weil die variablen Lohnbestandteile begrenzt werden. Im besten Fall, wenn also alle Ziele vollständig erreicht werden, könnte das Jahressalär von Rosengren auf 9,35 Mio. Fr. steigen. Bei Spiesshofer hätte die Maximalauszahlung mehr als 12 Mio. Fr. betragen. Nach seinem Abgang erhielt Spiesshofer noch zwei Jahressaläre, weil zur einjährigen Kündigungsfrist noch ein Wettbewerbsverbot von einem weiteren Jahr hinzukam. Deshalb summierte sich die Abgangszahlung auf 13 Mio. Fr.

Würde der 61-jährige Rosengren ABB verlassen und ihm ein Konkurrenzverbot auferlegt, müsste der Konzern keine Entschädigung leisten. Hingegen heisst ihn sein neuer Arbeitgeber mit einer einmaligen Zuteilung von 149 054 ABB-Aktien willkommen. Dieses Paket im Wert von knapp 3,3 Mio. Fr. erhält er, weil er wegen des Stellenwechsels auf bereits zugeteilte Sandvik-Aktien verzichten musste.

df.

Das Traditionsunternehmen aus Gränichen hat 2019 das Betriebsergebnis deutlich stärker als den Umsatz gesteigert. Um sein Margenziel von 8 Prozent zu erreichen, muss es aber noch ein gutes Stück Arbeit leisten. Dominik FeldgesPublikationsdatum Hören Merken Drucken Teilen

Der Aargauer Bauzulieferer Zehnder hat sich vorgenommen, die Umsatzrendite auf Stufe Betriebsergebnis (Ebit) mittelfristig wieder auf 8% zu erhöhen. Letztmals hatte sich die Firma auf diesem Niveau 2016 bewegt – gefolgt von einem Absturz auf 4% im Jahr darauf. Im vergangenen Jahr gelang immerhin eine weitere Verbesserung von 5,2 auf 6,5%. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass der Ebit mit 35% deutlich stärker als der Umsatz stieg, der sich um 7% auf 644 Mio. € erhöhte.

Laut dem Unternehmen aus Gränichen, das ausser im Heizkörper- auch im Lüftungsgeschäft tätig ist, zahlten sich verschiedene Effizienzmassnahmen im Einkauf, in der Produktion und in der Administration aus. Zudem wurde das Angebot bei Badheizkörpern, die einem starken Preisdruck ausgesetzt sind, gestrafft. Das Konzernergebnis stieg um 31% auf knapp 32 Mio. €. Die Aktionäre sollen am Erfolg mit einer um 25% erhöhten Dividende von 1 Fr. pro Aktie partizipieren. Im laufenden Jahr peilt das schwergewichtig auf Europa ausgerichtete Unternehmen eine weitere, jedoch nicht näher bezifferte Steigerung des Umsatzes und des Ebit an.

(sda) Die Swisswindows AG mit Sitz in Mörschwil hat am Mittwochmorgen Konkurs beantragt. Das Unternehmen beschäftigt schweizweit rund 170 Angestellte. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons St. Gallen bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht der Onlineplattform «FM1Today».

Die Swisswindows AG ist ein Entwickler und Hersteller von Fenster- und Türsystemen für Renovation und Neubau. Das Unternehmen beschäftigt am Hauptsitz Mörschwil sowie an den Standorten Müllheim und Härkingen rund 170 Mitarbeiter. Diese wurden am Morgen über den Konkurs informiert.

Laut den bisherigen Informationen des Kantons sind den Angestellten die Februarlöhne nicht ausbezahlt worden. Diese Ansprüche seien im Rahmen der Insolvenzentschädigung bei der kantonalen Arbeitslosenkasse versichert.

Die vom Konkurs betroffenen Angestellten sollten sich möglichst rasch beim zuständigen RAV anmelden, damit sie von den Unterstützungsmassnahmen der Arbeitslosenversicherung profitieren könnten, informierte das Amt für Wirtschaft und Arbeit.

(dpa) Plastikdosen als Design- und Haushaltsklassiker, Partys als Verkaufskanal – mit diesem Modell hat sich der amerikanische Hersteller Tupperware einen Namen gemacht. Doch das Unternehmen aus Orlando im Gliedstaat Florida steckt tief in der Krise. Verschärfte Konkurrenz im Markt für Haushaltsartikel und der boomende Online-Handel setzen der auf Direktvertrieb ausgerichteten Firma zu. Die Geschäfte laufen schon lange schlecht, dafür sind die Schulden hoch. Anleger scheinen Tupperware schon fast abgeschrieben zu haben.

Am Dienstag brach die Aktie zeitweise um rund 50% ein, was den Kurs auf ein Rekordtief von unter 3 $ drückte. Zum Vergleich: Ende 2013 hatten die Papiere noch über 90 $ gekostet. Hinter dem Börsenabsturz der einstigen Kultfirma verbergen sich operative Probleme. Seit acht Quartalen sinken die Erlöse. Im November schmiss Chefin Tricia Stitzel nach nur 18 Monaten hin. Ihr Nachfolger Chris O'Leary wurde nur als Übergangslösung verpflichtet, die Suche nach einem dauerhaften Chef war bisher erfolglos.

Das fast 75 Jahre alte Unternehmen, dessen Gründer Earl Tupper 1946 die Küchenwelt mit seinen bunten «Wunderschüsseln» aufmischte, steht mit dem Rücken zur Wand. Der Geschäftsbericht für 2019 musste wegen Ungereimtheiten bei der Bilanzierung des Beauty-Geschäfts Fuller in Mexiko verschoben werden, was zu millionenschweren Sonderbelastungen führen könnte und den Aktionären am Dienstag endgültig die Laune verdarb. Es war nicht die einzige Hiobsbotschaft: Tupperware gab wegen Problemen in Brasilien, China, den USA und Kanada eine Gewinnwarnung ab und räumte Verschuldungsprobleme ein.

Während sich der Einzelhandel in den vergangenen Jahren mehr und mehr ins Internet verlagert hat, wo Shopping-Giganten wie Amazon oder Alibaba mit enormer Marktmacht die Preise drücken, setzte Tupperware lange Zeit unbeirrt weiter auf seine klassischen Verkaufswege über den Direktvertrieb: «Partys sind noch immer unser Verkaufsmodell», sagte der damalige Konzernchef Rick Goings der Deutschen Presse-Agentur noch 2017. 

Zwar bietet Tupperware seine Produkte mittlerweile auch stärker im Netz an, ist hier jedoch weit abgeschlagen. Das Produktportfolio hat sich über die Jahre stark verändert. Aufbewahrungsschüsseln für Lebensmittel sind schon länger nicht mehr der Hauptgeschäftstreiber. Einen Grossteil seines Umsatzes macht das Unternehmen inzwischen etwa mit Wasserfiltern oder Mikrowellenprodukten. Zudem gehören Kosmetik- und Körperpflegeprodukte dazu. Asien hat den Heimatmarkt Nordamerika inzwischen als grösste Umsatzstütze überholt, aber auch dort liefen die Geschäfte, vor allem in China, zuletzt schlecht. 

(dpa) Der Chef des amerikanischen Unterhaltungsriesen Disney, Bob Iger, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in den USA mit.

Nach 15 Jahren an der Spitze des Unterhaltungskonzerns Disney geht Bob Iger.

Nach 15 Jahren an der Spitze des Unterhaltungskonzerns Disney geht Bob Iger.

Justin Lane / EPA

Zum Nachfolger wurde der Disney-Manager Bob Chapek ernannt, der zuletzt für die Vergnügungsparks des Konzerns zuständig war. Nach dem Start des Streamingservices Disney+ glaube er, dass nun der optimale Zeitpunkt sei, um an einen neuen Vorstandschef zu übergeben, erklärte Iger.

Auch wenn es schon seit längerem Spekulationen darüber gibt, wer Iger ablösen könnte, ist zumindest der Zeitpunkt des Rücktritts eine handfeste Überraschung. Disneys Aktien reagierten nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Iger hatte den Spitzenposten mehr als 15 Jahre inne gehabt und den Entertainment-Konzern in dieser Zeit mit den Übernahmen von Studios wie Pixar, Marvel und Lucasfilm sowie grosser Teile des Konkurrenten 21st Century Fox sehr stark geprägt.

Iger wird dem Konzern noch bis Jahresende als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats erhalten bleiben. Nachfolger Chapek ist seit 27 Jahren für Disney tätig, in den vergangenen fünf Jahren war er für das florierende Geschäft mit Themenparks und Resorts verantwortlich.

Igers letztes Grossprojekt war der Streamingservice Disney+, der in den USA am 12. November Premiere gefeiert hatte. Mit dem Angebot eröffnete der Hollywood-Gigant die Jagd auf den Rivalen Netflix, der der klassischen TV- und Film-Industrie in den vergangenen Jahren viele Kunden abjagte.

Der Start von Disney+ lief ausgesprochen erfolgreich, in weniger als drei Monaten konnte der Streaming-Dienst dank niedriger Preise und beliebter Produktionen wie der «Star Wars»-Serie «The Mandalorian» fast 29 Millionen Kunden gewinnen.

(dpa) Beim SAP-Konkurrenten Salesforce hat es eine überraschende Veränderung an der Konzernspitze gegeben. Co-Chef Keith Block trat zurück, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Der Konzern werde künftig alleine von Marc Benioff geführt. Zudem gab Salesforce die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2019/2020 (31. Januar) bekannt. Der Umsatz legte um 29 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar (15,7 Milliarden Euro) zu.

Der Gewinn des Softwareherstellers brach dagegen um fast 90 Prozent auf 126 Millionen Dollar ein. Grund dafür waren deutlich höhere Steuern sowie stark anziehende Kosten zum Beispiel für Forschung und Entwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr erhöhte der Konzern die Umsatzprognose leicht. Demnach soll der Erlös um rund 23 Prozent auf 21 bis 21,1 Milliarden Dollar steigen. Salesforce teilte zudem mit, den Konkurrenten Vlocity für 1,3 Milliarden Dollar in bar kaufen zu wollen.

An der Börse überschattete Blocks Rückzug die etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen, die erhöhte Prognose und die Übernahme. Das Salesforce-Papier büsste nachbörslich zuletzt rund zwei Prozent ein, nachdem es im regulären Handel im Zuge der allgemeinen Marktschwäche rund zweieinhalb Prozent abgegeben hat. Die Aktie hatte allerdings auch erst vergangenen Donnerstag mit 195,72 Dollar ein Rekordhoch erreicht. An der Börse ist Salesforce derzeit umgerechnet knapp 150 Milliarden Euro wert und damit etwas mehr als SAP.

Hewlett-Packard spricht wieder mit Xerox über eine Fusion.

Hewlett-Packard spricht wieder mit Xerox über eine Fusion. 

Brendan Mcdermid / Reuters

(sda/dpa) Der PC- und Drucker-Hersteller HP hat im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Jahresvergleich um 16% auf 678 Mio. $, wie der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Die Erlöse gingen um knapp 1% auf 14,6 Mrd. $ zurück.

HP erwehrt sich schon länger eines Übernahmeversuchs des kleineren Rivalen Xerox, der sein Angebot zuletzt auf knapp 35 Mrd. $ angehoben hatte.

HP hält die Offerte weiter für zu niedrig, das Unternehmen sehe sich damit «deutlich unterbewertet». Das Management erklärte nun aber, Gespräche mit Xerox führen zu wollen, um eine mögliche Kombination im Sinne der Aktionäre auszuloten.

Zugleich erhöhte HP sein Aktienrückkaufprogramm auf 15 Milliarden Dollar, um Anleger im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs auf seine Seite zu ziehen.

Die Avancen von Xerox hatten von Anfang an aufhorchen lassen, da das Unternehmen viel kleiner ist als HP. Als treibende Kraft für einen möglichen Deal gilt der umstrittene US-Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen grosse Anteile hält.

SIG Combibloc hat 2019 einen Gewinn von 106,9 Mio. € erwirtschaftet nach einem Verlust von 83,9 Mio. im Vorjahr. Für 2020 erwarte der Verpackungskonzern ein währungsbereinigtes Wachstum des Kernumsatzes am unteren Ende einer Bandbreite von 6 bis 8%. Die bereinigte Ebitda-Marge werde angesichts von anhaltenden Investitionen voraussichtlich am unteren Ende einer Spanne von 27 bis 28% liegen.

(awp/sda) PSP Swiss Property hat im vergangenen Jahr erneut vom Tiefzinsumfeld und der starken Nachfrage nach Immobilien profitiert. Dank höherer Liegenschaftserträge und Neubewertungseffekten sowie einem einmaligen Steuereffekt stieg der Reingewinn um 47,1% auf 453,4 Mio. Fr. Die Prognose für das laufende Jahr fällt etwas günstiger aus. Wie der zweitgrösste Schweizer börsenkotierte Immobilienkonzern am Dienstag weiter mitteilt, stieg der Liegenschaftsertrag um 4,0% auf 290,5 Mio. Fr.

Der Betriebsgewinn (Ebitda) fiel unter Ausklammerung der Liegenschaftserfolge um 6,0% höher mit 256,1 Mio. aus. Der entsprechende Reingewinn legte um gut ein Fünftel auf 215,2 Mio. zu.

Der durchschnittliche Leerstand im 7,26 Mrd. Fr. schweren Immobilienportfolio lag am Bilanzstichtag Ende Jahr bei 3,5% nach 5,0% im Jahr zuvor.

Mit den vorgelegten Zahlen hat PSP die Erwartungen der Analytiker beim Reingewinn übertroffen und beim Liegenschaftsertrag genau getroffen. Die Dividende soll nun auf 3,60 Fr. je Titel erhöht werden (Vorjahr 3,50 Fr.).

Für das Gesamtjahr 2020 wird nun ein Ebitda (ohne Liegenschaftserfolg) von über 260 Mio. Fr. erwartet. Bei den Leerständen per Ende 2020 strebt der Immobilienkonzern eine Quote von unter 3,5% an.

(dpa) Das sich weltweit ausbreitende Coronavirus hat am Montag die amerikanischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow Jones Industrial, der vor rund zwei Wochen bei über 29 500 Punkten Rekordhöhe erreicht hatte, büsste mehr als 1000 Punkte ein und schloss unter der Marke von 28 000 Punkten. Letztlich beendete er den Tag mit minus 3,56% bei 27 960,80 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Mitte Dezember.

Finanzspezialistin Erica Fredrickson (li.) beobachtet mit einem Kollegen die fallenden Börsenkurse am Montag in New York.

Finanzspezialistin Erica Fredrickson (li.) beobachtet mit einem Kollegen die fallenden Börsenkurse am Montag in New York. 

Richard Drew / AP

Der marktbreite S&P 500 verlor 3,35% auf 3225,89 Zähler, und der technologielastige Nasdaq-100-Index sackte um 3,89% auf 9079,63 Zähler ab. Dagegen waren Staatsanleihen im Zuge der Risikoaversion der Anleger als sichere Häfen gefragt. Zehnjährige amerikanische Bonds stiegen an diesem Tag auf den höchsten Stand seit Sommer 2016.

Experten sind mittlerweile skeptisch, ob die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus noch gestoppt werden kann. «Das Zeitfenster für die Eindämmung des Ausbruchs schliesst sich nun sehr schnell», zitierte die britische Zeitung «The Telegraph» Devi Sridhar von der Universität Edinburgh, die zur weltweiten öffentlichen Gesundheit forscht. Nathalie MacDermott, Expertin für Infektionskrankheiten am renommierten King's College in London, nannte vor allem die Situation in Italien, Südkorea und Iran «sehr besorgniserregend».

Die Analysten von Goldman Sachs revidierten inzwischen ihre Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA nach unten. Statt eines auf das Jahr hochgerechneten BIP-Wachstums im ersten Quartal von 1,4% erwarten sie nun nur noch ein Wachstum von 1,2%. Dabei verwiesen sie vor allem auf eine langsamer als bisher erwartete Belebung der Wirtschaftsaktivität in China sowie auf die Reisebranche.

An diesem Tag gab es fast keine Gewinner an den amerikanischen Börsen. Überall überwogen tiefrote Vorzeichen. Besonders unter Druck gerieten Aktien von Unternehmen, die unmittelbar von den Folgen der Infektionskrankheit betroffen sind, etwa Reise- und Fluggesellschaften, Buchungsportale oder Krankenversicherungen. Im Dow waren die Aktien von UnitedHealth mit minus 7,8% Schlusslicht. An der Nasdaq nahmen American Airlines mit minus 8,5% den letzten Platz ein, und auch die Online-Reiseportale Booking Holdings und Expedia Group zeigten sich mit Verlusten von um die 7% sehr schwach.

Auch die stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Technologietitel standen auf den Verliererlisten ganz oben. Wenn die Produktion stillsteht oder sich verlangsamt, Lieferketten-Engpässe sich bemerkbar machen und auch die Nachfrage sich abschwächt, schlägt dies auch direkt in diese Branche durch. So büssten die Tech-Schwergewichte Apple fast 5 Prozent und Microsoft mehr als 4% ein. Unter den Autobauern verloren GM und Ford ebenfalls mehr als 4% und Tesla 7,5%.

Zu den wenigen Werten, die sich relativ stabil halten konnten, zählten als defensiv und damit weniger konjunkturabhängig geltende Aktien von Konsumgüterherstellern, Telekomanbietern und Pharmaherstellern.

Die Anteile von Gilead Sciences und Regeneron Pharmaceuticals legten sogar deutlich um 4,6 beziehungsweise 5,5% zu. Das Biotech-Unternehmen Gilead hat mit Remdesivir ein Mittel entwickelt, das in klinischen Studien in Wuhan erst kürzlich Wirksamkeit bewiesen hatte. Mutige Anleger spekulieren offenbar auf mögliche weitergehende bahnbrechende Erfolge. Regeneron hatte Anfang des Monats bekanntgegeben, zur Bekämpfung des Coronavirus verstärkt mit dem amerikanischen Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (HHS) zusammenzuarbeiten, um eine Antikörperbehandlung zu entwickeln.

Der Euro wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,0855 $ gehandelt. Im frühen europäischen Geschäft hatte die Gemeinschaftswährung nur knapp über der Marke von 1,08 $ notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag schliesslich auf 1,0818 $ (Freitag: 1,0801 $) fest. Der Dollar kostete damit 0,9244 € (0,9258 €). Am amerikanischen Rentenmarkt legten zehnjährige Staatsanleihen kräftig zu und stiegen auf den höchsten Stand seit Mitte 2016. Sie legten zuletzt um 1 Punkt auf 101 8/32 Punkte zu, wodurch die Rendite auf 1,36% gedrückt wurde.

(dpa) Knapp 900 Börsenunternehmen aus Europa haben im vergangenen Jahr 124 Mrd. € – umgerechnet rund 131 Mrd. Fr. – zusätzlich in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen gesteckt oder entsprechende Investitionen angekündigt. 59 Mrd. € davon seien in CO2-arme Technologien gegangen, 65 Mrd. € in Forschung und Entwicklung, teilte die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) am Dienstag in Paris mit. CDP sammelt Daten zu Emissionen und Klimastrategien von Unternehmen.

In keinem Land waren diese Investitionen demnach so hoch wie in Deutschland. Um das EU-Klimaziel zur Emissionsfreiheit bis 2050 zu erreichen, müssten die Unternehmen ihren Investitionsaufwand in CO2-arme Technologien aber von 12 auf 25% mehr als verdoppeln, erklärte die Organisation. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die europäischen Neuinvestitionen um fast ein Drittel, was laut CDP vor allem mit grösseren Einmalinvestitionen im Jahr 2018 zusammenhängt.

Rund neun Zehntel der gemeldeten Investitionen werden in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe – also etwa für erneuerbare Energien oder Elektro-Fahrzeuge – getätigt, wie aus dem Bericht der unabhängigen Organisation hervorgeht. Er umfasst Daten von 882 europäischen Unternehmen, deren Emissionen nach CDP-Angaben drei Viertel der gesamten EU-Emissionen entsprechen. Darunter sind etliche deutsche Konzerne wie BASF, Bayer, die Deutsche Bahn, VW und Eon.

(dpa) Der amerikanische Kreditkartenriese Mastercard reagiert mit einer Umsatzwarnung auf erhöhte Unsicherheiten wegen des Coronavirus. Im laufenden Quartal dürfte das Wachstum um rund zwei bis drei Prozentpunkte geringer ausfallen als Ende Januar prognostiziert, teilte der Finanzkonzern am Montag nach Börsenschluss in den USA mit.

Trotz der Belastungen durch das Virus stellt Mastercard immer noch eine relative starke Zunahme der Erlöse um 9 bis 10% verglichen mit dem Vorjahreswert in Aussicht. Es blieben jedoch viele Unsicherheiten hinsichtlich des Geschäftsausblicks, warnte das Unternehmen. Die Aktie geriet nachbörslich weiter ins Minus.

(dpa) Der PC- und Drucker-Hersteller HP hat im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Jahresvergleich um 16% auf 678 Mio. $ (625 Mio. Euro), wie der Konzern am Montag nach dem amerikanischen Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Die Erlöse gingen um knapp 1% auf 14,6 Mrd. $ zurück.

HP erwehrt sich schon länger eines Übernahmeversuchs des kleineren Rivalen Xerox, der sein Angebot zuletzt auf knapp 35 Mrd. $ angehoben hatte. HP hält die Offerte weiter für zu niedrig, das Unternehmen sehe sich damit «deutlich unterbewertet». Das Management erklärte nun aber, Gespräche mit Xerox führen zu wollen, um eine mögliche Kombination im Sinne der Aktionäre auszuloten. Zugleich erhöhte HP sein Aktienrückkaufprogramm auf 15 Mrd. $, um Anleger im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs auf seine Seite zu ziehen.

Die Avancen von Xerox hatten von Anfang an aufhorchen lassen, da das Unternehmen viel kleiner ist als HP. Als treibende Kraft für einen möglichen Deal gilt der umstrittene amerikanische Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen grosse Anteile hält.

Die Nationalbank dürfte derzeit wieder versuchen, den Franken zu schwächen.

Die Nationalbank dürfte derzeit wieder versuchen, den Franken zu schwächen. 

Ruben Sprich / Reuters

(awp) Die Schweizerische Nationalbank dürfte jüngst wieder am Devisenmarkt interveniert haben. Der Anstieg der Sichtguthaben von Banken bei der SNB deutet laut Marktteilnehmern darauf hin. Sie erwarten aufgrund der Situation um das Coronavirus ausserdem bald weitere Interventionen.

Konkret ist der Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben bei der SNB für die vergangene Woche (Mittwoch bis Mittwoch) um 2,2 Mrd. auf 592,3 Mrd. Fr. gestiegen, wie die SNB am Montag mitteilte. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als guter Indikator für mögliche Interventionen der SNB zur Frankenschwächung. Sie kauft dann etwa Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Der Anstieg der Sichtguthaben sei «ein deutliches Indiz» für eine Intervention, sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zu Beginn des Jahres sei es normal, dass die Sichtguthaben aus saisonalen Gründen anstiegen. «Wenn Mitte Februar die Sichtguthaben hingegen um 2 Mrd. Fr. steigen, lässt dies klar auf Devisenmarktinterventionen schliessen, vor allem in der momentanen Situation» – 2 Mrd. Fr. seien allerdings kein besonders hohes Volumen, sagte er.

Zahlen von nächster Woche spannender

«Die Zahlen von nächster Woche werden daher interessanter sein, weil sie dann das Verhalten der SNB in der jetzigen Situation aufzeigen, in der das Coronavirus der europäischen und der Schweizer Wirtschaft deutlich näher gerückt ist», sagte der Ökonom weiter. So gilt die Verunsicherung wegen des Virus als Grund für die Aufwertung des Frankens. Denn die Schweizer Währung hat international Bedeutung als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

In der Nacht auf Montag – nach Bekanntwerden eines drastischen Anstiegs der Anzahl an Infizierten – war der Euro-Franken-Wechselkurs im asiatischen Handel erstmals seit Sommer 2015 unter die Schwelle von 1,06 Fr. gefallen. Mittlerweile notiert das Währungspaar aber wieder leicht darüber.

Starke Interventionen von 2015 bis 2017

Intervenieren im grossen Stil musste die SNB zuvor etwa in den Jahren 2015 bis 2017. Nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar 2015 war der Franken bekanntlich massiv in die Höhe geschossen und hatte die Schweizer Exportwirtschaft dadurch vor massive Probleme gestellt. Allein 2015 kaufte die SNB Devisen für 86,1 Mrd. Fr., 2016 waren es dann 67,1 Mrd. Fr. und 2017 48,2 Mrd. Fr. Aber auch schon 2014, also im Jahr vor der Aufhebung des Mindestkurses, hatte sie Devisen in Höhe von 25,8 Milliarden erworben.

Keinen grossen Bedarf mehr für Interventionen gab es dann im vergangenen Jahr mit Käufen im Gegenwert von lediglich noch 2,3 Mrd. Fr. Grund war vor allem die relative Schwäche des Frankens, wobei der Euro-Franken-Wechselkurs im April kurzfristig gar die Marke von 1,20 überstiegen hatte.

(awp/sda/Reuters) Der Arzneimittelhersteller Stada baut sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten durch einen weiteren Zukauf aus. Stada übernimmt 15 Markenprodukte vom britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK), wie die Hessen am Montag mitteilten. Dazu gehören etwa das Vitaminpräparat Cetebe, das Erkältungsmittel Coldrex, das Allergiemittel Tavegyl, das Halsschmerzmittel Mebucaine und das Venenmittel Venoruton. Die Produkte werden in mehr als 40 Ländern vermarktet, darunter Deutschland, Russland, Polen und Spanien.

Stada habe mehr als 300 Mio. € gezahlt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Stada und GSK wollten sich zum Kaufpreis nicht äussern.

Die für Marken wie das Grippemittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannte Stada gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven, die das hessische Unternehmen für gut 5 Mrd. € übernommen hatten. Erst im vergangenen November hatte der Konzern aus Bad Vilbel bei Frankfurt den grössten Zukauf der Unternehmensgeschichte gestemmt und für 660 Mio. $ Geschäfte vom japanischen Pharmakonzern Takeda übernommen.

GSK hat sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) mit dem von Pfizer zusammengelegt und konzentriert sich nun auf Marken mit weltweiten oder internationalem Potenzial. Durch den Verkauf komme GSK dem Ziel näher, in den Jahren 2019 und 2020 durch die Veräusserungen eine Milliarde Pfund (1,2 Mrd. €) zu erlösen. GSK mache dabei gute Fortschritte, sagte ein GSK-Sprecher.