Switzerland

Die Oberländerin im Meisterteam

Feierstimmung für Céline Koller am Samstagabend in Thun. Glückwünsche hier, Umarmungen da. Die Adelbodnerin, am 7. Februar 24 Jahre alt geworden, hatte sich als Lead mit dem Team Oberwallis an den Schweizer Meisterschaften den Titel gesichert. «Dass dies in meinem Heimatkanton geschah, vor vielen Kollegen und Verwandten unter den Zuschauern, war sehr speziell», sagte Koller strahlend. «Das macht diesen Triumph noch viel schöner.»

Mit 6:4 arbeitete Oberwallis im Final die amtierenden Weltmeisterinnen aus Aarau vom Eis. Gegen Céline Koller, Lisa Gisler, Birar Hürlimann (Tochter von Janet und Patrick Hürlimann, der 1998 in Nagano Olympiasieger wurde) sowie Skip Elena Stern mussten sich die Aargauerinnen während des Turniers gleich dreimal geschlagen geben. Das mag Curlinginteressierte erstaunen, zumal Silvana Tirinzoni und ihre Mitspielerinnen als Favoritinnen ins Berner Oberland gereist waren. Am Ende verliessen diese die Halle mit versteinerten Mienen, weil Rang 2 für sie einer Niederlage gleichkam.

«Es lief alles für uns»

Das Verdikt ist allerdings nur bedingt eine Überraschung und mit Sicherheit kein Zufallsprodukt. Ihre Ambitionen unterstrichen Koller und Co. während der ganzen Turnierwoche vor täglich 300 bis 350 Zuschauern. Sie gewannen sämtliche Partien, auch gegen die Grossen im Schweizer Frauencurling. Tirinzoni war eine von diesen, Doppelweltmeisterin Binia Feltscher vom CC Langenthal eine andere. Die Oberaargauerinnen (Skip Feltscher: «Wir haben einfach nicht gut genug gespielt») mussten sich mit Rang 3 begnügen. «Es lief wirklich alles für uns», liess sich Koller zitieren. «Wir haben aber auch hart gearbeitet.» Auffallend war, dass die Equipe nichts aus der Ruhe bringen konnte. «Das kommt ebenfalls nicht von ungefähr», erklärte Koller. «Auch im mentalen Bereich haben wir uns auf diese Titelkämpfe vorbereitet.»

Auf dem Weg zum Premieren-Schweizer-Meister-Titel lieferten sich das seit drei Jahren in derselben Besetzung spielende Oberwallis und Vorjahressieger Aarau einen Final auf hochstehendem Niveau. 3:1 lagen die späteren Siegerinnen in Front, 3:3 stand es nach dem 6. End. Mit einem Zweierhaus im 8. End und der 5:3-Führung bogen die Oberwalliserinnen auf die Zielgerade ein. Zu abgeklärt spielten sie, als dass eine Wende noch möglich gewesen wäre. Aarau verkürzte im 9. End zwar nochmals. Doch mit dem Recht des letzten Steins machte das Oberwalliser Ensemble locker alles klar und sicherte sich erstmals das Ticket für die WM, welche ab 14. März im kanadischen Prince George zur Austragung gelangt.

«Zuerst werden wir die abgelaufene Woche analysieren, dann bereiten wir uns auf die WM vor», sagte Koller, die 2015 an der Mixed-WM zusammen mit Yannick Schwaller erstmals internationale Curlingluft geschnuppert hatte. Jetzt darf sie sich Schweizer Meisterin nennen. Es soll nur der vorläufige Höhepunkt in ihrer Karriere sein. Koller, welche die vierte Saison mit dem CC Oberwallis bestreitet: «Ich habe noch hohe Ziele im Curling.»

Bern Zähringer triumphiert

Wie bei den Frauen wurde auch bei den Männern der Titelverteidiger entthront. Bern Zähringer mit Marcel Käufeler, Romano Meier, Michael Brunner und Skip Yannick Schwaller bezwang Genf mit dem olympiaerfahrenen Peter De Cruz im Final 5:3. Zähringer wird die Schweiz im April an der WM in Glasgow vertreten.