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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Nahostkonflikt: Neue Angriffswelle in Israel, Raketenalarm in Tel Aviv, Europäische Länder des Uno-Sicherheitsrats fordern Ende der Gewalt

Die neusten Entwicklungen

Die Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern drohen zu eskalieren. Entzündet hat sich die Gewaltwelle am Status Jerusalems.

Das israelische Abwehrsystem Iron Dome fängt eine Rakete der Hamas über Tel Aviv ab.

Das israelische Abwehrsystem Iron Dome fängt eine Rakete der Hamas über Tel Aviv ab.

Amir Cohen / Reuters

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  • Bei erneut intensivem Raketenbeschuss durch Militante aus Gaza wurden am Mittwochabend (12. 5.) in Israel mehrere Person verletzt. Ein Kind in Sderot schwebt nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom in Lebensgefahr. Im Grossraum Tel Aviv war erneut Raketenalarm ausgelöst worden. Heulende Warnsirenen waren am Abend zu hören. Es war die dritte Angriffswelle seit Dienstagabend. Die Küstenmetropole war in der Nacht auf Mittwoch so heftig mit Raketen beschossen wie nie zuvor. Gleichzeitig hat die israelische Armee in der Nacht Hunderte von Luftangriffen auf Gaza durchgeführt
  • Europäische Länder des Uno-Sicherheitsrats haben ein Ende der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gefordert. «Wir fordern alle Akteure dringend auf, Spannungen abzubauen, Gewalt zu beenden und äusserste Zurückhaltung zu zeigen», sagte der estnische Uno-Botschafter Sven Jürgenson in einer Stellungnahme Estlands, Frankreichs, Irlands und Norwegens am Mittwoch (12. 5.). Die Länder verurteilten dabei die Raketenangriffe auf israelische Gebiete aus dem Gazastreifen sowie Israels Luftangriffe dort. Palästinensische Angriffe gegen die Zivilbevölkerung in Israel seien «besorgniserregend und inakzeptabel». Trotz seines Rechts auf Selbstverteidigung müsse Israel aber maximale Zurückhaltung üben und das Völkerrecht beachten. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin hatten zuvor den Gewaltausbruch in Nahost verurteilt.
  • Die israelischen Streitkräfte haben am Mittwoch (12. 5.) bei einem Luftangriff auf einen Kommandoposten der palästinensischen islamistischen Fraktion Hamas im Gazastreifen 16 Führungspersonen getötet. Dies teilte der israelische Sicherheitsdienst Shin Bet mit. Zu den Toten gehören Bassim Issa, ein Brigadekommandant der Hamas, der Chef der Hamas-Cyber- und Raketentechnologie, Jomaa Tahla, und 13 Mitarbeiter der Waffenproduktion. Zudem wurde ein weiteres von Militanten genutztes Hochhaus in Gaza zerstört.
  • Die deutsche Regierung verurteilt die Raketenangriffe der Hamas und mit ihr verbündeter extremistischer Gruppen auf Städte in Israel scharf. «Ihr Ziel ist es, wahllos und willkürlich Menschen zu töten», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch (12. 5.) in Berlin. Mehrere Personen hätten bereits ihr Leben verloren. «Es sind übrigens genau so jüdische wie arabische Bürger des Staates Israel», sagte er. «Diese Gewalt ist durch nichts zu rechtfertigen und Israel hat das Recht, sich im Rahmen der Selbstverteidigung gegen diese Angriffe zu wehren», sagte er. Grundsätzlich bleibe geboten, dass sich beide Parteien in einen Dialog begeben, um eine friedliche Lösung des jahrzehntelangen Konfliktes in einem verhandelten Abkommen zu erreichen. Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Menschen in Israel angesichts des andauernden Raketenbeschusses seine «uneingeschränkte Solidarität» ausgedrückt. Steinmeier kondolierte Israels Staatspräsidenten Reuven Rivlin in einem Telefonat zum Tod israelischer Staatsbürger durch den massiven Raketenbeschuss.
  • Nach den erneuten Spannungen und Luftangriffen zwischen dem Gazastreifen und Israel passt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) seine Reiseempfehlung für Israel an. «Reisen nach Israel sind mit Risiken verbunden, und es wird im ganzen Land zu erhöhter Vorsicht geraten», heisst es auf der Website des EDA. Die Regionen von Jerusalem, Tel Aviv und Süd-Israel seien unter Raketenbeschuss und es sei nicht ausgeschlossen, dass auch andere Landesteile betroffen sein könnten. Wegen der Pandemie lässt Israel zurzeit aber ohnehin nur Staatsbürger und Personen mit Wohnsitz im Land einreisen.
  • Bei Luftangriffen sollen seit Montag mindestens 35 Personen in Gaza getötet worden sein, unter ihnen 12 Kinder. 233 Menschen seien verletzt worden, das teilte das Gesundheitsministeriums in Gaza am Mittwoch (12. 5.) mit. Auf israelischer Seite sollen fünf Personen ihr Leben verloren haben, unter ihnen ein 7-jähriges Mädchen in der Stadt Lod. 
  • Bei den Luftangriffen auf den Gazastreifen in der Nacht auf Mittwoch (12. 5.) sind laut Angaben des von der islamistischen Hamas geführten Innenministeriums alle Polizeigebäude im Küstengebiet zerstört worden. Die Gebäude seien von Kampfflugzeugen beschossen worden. Israels Armee teilte derweil mit, sie habe in der Nacht ein Gebäude beschossen, in dem sich hochrangige Mitglieder des militärischen Nachrichtendienstes der Hamas aufgehalten hätten. 
  • In der Stadt Lod bei Tel Aviv, in der Juden und Araber gemeinsam leben, ist es am Dienstagabend (11. 5.) zu schweren Ausschreitungen gekommen. Arabische Einwohner schändeten eine Synagoge und setzten sie in Brand. Ausserdem seien Dutzende Autos in Brand gesetzt und Fenster von Geschäften eingeworfen worden. 
  • Militante Palästinenser haben am Dienstag (11. 5.) rund 480 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Davon wurden rund 200 abgefangen und 150 schlugen beim Start fehl, teilte das israelische Militär mit. Rund ein Drittel aller abgefeuerten Raketen sei noch im Gazastreifen niedergegangen. Dies sei aussergewöhnlich viel und habe wahrscheinlich dort auch Opfer zur Folge. Wie das Militär weiter mitteilte, wurde ein Wohngebäude in der nördlich des Gazastreifens gelegenen Stadt Ashkelon von einer Rakete getroffen. Laut Rettungskräften wurden sechs Menschen verletzt. 

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