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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Militärputsch in Burma: Über 80  Demonstranten mit Gewehrgranaten getötet, 19 Menschen zum Tode verurteilt

Die neusten Entwicklungen

In Burma reissen die Proteste auch Wochen nach dem Militärputsch nicht ab. Armee und Polizei gehen immer härter gegen Demonstranten vor. Die frühere Freiheitsikone Aung San Suu Kyi ist seit dem 1. Februar in Haft und ohne Kontakte zur Aussenwelt.

Ein Mann zeigt den Dreifingergruss der Protestbewegung gegen die Militärs bei Demonstrationen am 1. April 2021 in Mandalay.

Ein Mann zeigt den Dreifingergruss der Protestbewegung gegen die Militärs bei Demonstrationen am 1. April 2021 in Mandalay.

Stringer / Reuters

Die neusten Entwicklungen

  • In Burma haben die Sicherheitskräfte am Freitag (9. 4.) Gewehrgranaten auf Demonstranten in der Stadt Bago abgefeuert. Dabei seien laut der Organisation Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) und einer örtlichen Medienorganisation über 80 Personen ums Leben gekommen. Berichte über die Toten in der Stadt rund 90 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Rangun sind nun erst mit Verzögerung in die Öffentlichkeit gelangt, weil die Einsatzkräfte die Leichen zunächst auf dem Gelände einer Pagode zusammengetragen und dann das Gebiet abgesperrt hatten. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Augenzeugen und lokale Medien beruft.
  • 19 Menschen sind in Burma laut Medienangaben zum Tode verurteilt worden. Sie sollen im Zusammenhang mit der Tötung des Angehörigen eines Militärs schuldig gesprochen worden sein, zitierte am Freitagabend (9. 4.) der Sender Myawaddy TV eine Mitteilung der Militärjunta. 17 der Verurteilten seien noch auf der Flucht. Der Vorfall ereignete sich demnach am offiziellen Gedenktag der Armee am 27. März in Rangun. Laut Anwohnern und örtlichen Medien handelte es sich bei den Verurteilten um Zivilisten, die gegen den Militärputsch protestiert hatten. An diesem Tag hatte die Militärgewalt mit mehr als 100 Toten ihren bisherigen Höhepunkt erreicht.
  • Die Junta plant offenbar, den von ihr verhängten einjährigen Ausnahmezustand in Burma zu verlängern. Der Sprecher der neuen Militärführung, Zaw Min Tun, sagte in einem Interview des Senders CNN (9. 4.), die Massnahme könnte «um sechs Monate oder länger» ausgedehnt werden. Gleichzeitig versicherte er, dass «freie und faire Wahlen» innerhalb von zwei Jahren durchgeführt würden, wie es von der Verfassung vorgegeben sei. Die demokratischen Standards in Burma würden aber nicht die gleichen sein wie in westlichen Ländern, so Zaw Min Tun.
  • Der bekannte burmesische Schauspieler Paing Takhon ist am Donnerstag (8. 4.) vom Militär festgenommen worden. Der 24-Jährige, der auch in Thailand und China berühmt ist und auch als Sänger und Model arbeitet, hatte sich an den Protesten gegen die neue Junta beteiligt. Takhon sei am Morgen aus dem Haus seiner Mutter in der grössten Stadt Rangun abgeführt worden, berichteten lokale Medien und die Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM), die den Widerstand gegen die Generäle organisiert. Soldaten seien mit acht Militärfahrzeugen angerückt, hiess es.
  • Burmas Botschafter in Grossbritannien, ein erklärter Gegner der Militärjunta in seinem Land, ist von seiner eigenen Botschaft in London ausgesperrt worden. Kyaw Zwar Minn sei der Zutritt zu dem Gebäude im Zentrum der britischen Hauptstadt verwehrt worden, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am frühen Donnerstagmorgen (8. 4.). Der Militärattaché habe ihn aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, er sei nicht länger der Vertreter des Landes, zitierte die BBC den Botschafter. Dem «Telegraph» sagte Kyaw Zwar Minn, die Botschaft habe eine Anweisung aus der burmesischen Hauptstadt erhalten. Die Metropolitan Police in London meldete, vor der Botschaft versammelten sich Demonstranten, die gegen die Aussperrung des Botschafters protestierten. 
  • Das Militär hat in Burma eine weitere Politikerin der Partei von Aung San Suu Kyi festgenommen. Die 75-jährige Mya Mya Win sei am Sonntag in ihrem Haus in der grössten Stadt Rangun inhaftiert worden, berichtete die Zeitung «The Irrawaddy» am Dienstag (6. 4.). In den vergangenen Wochen waren bereits mehrere Parteimitglieder nach Festnahmen gestorben. Die Leichen wiesen Spuren von schwerer Misshandlung auf. Russland hat derweil vor Sanktionen gegen Burma gewarnt. Druck gegen die handelnden Behörden seien aussichtslos und äusserst gefährlich, teilte das Aussenministerium in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax mit. «Eine solche Linie trägt nur dazu bei, die Parteien gegeneinander aufzuhetzen.» Zudem treibe es das Volk in einen Bürgerkrieg.

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