Switzerland

DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Militärputsch in Burma: Biden nennt Militärgewalt schrecklich und abscheulich, über 100 Tote am Samstag nach Protesten gegen Militär

Die neusten Entwicklungen

In Burma reissen die Proteste auch Wochen nach dem Militärputsch nicht ab. Armee und Polizei gehen immer härter gegen Demonstranten vor. Die frühere Freiheitsikone Aung San Suu Kyi ist seit dem 1. Februar in Haft und ohne Kontakte zur Aussenwelt.

In Rangun halten Teilnehmer eines nächtlichen Protests andächtig Kerzen in die Höhe.

In Rangun halten Teilnehmer eines nächtlichen Protests andächtig Kerzen in die Höhe.

Reuters

Die neusten Entwicklungen

  • Der amerikanische Präsident Joe Biden hat die Militärgewalt in Burma scharf verurteilt. «Es ist schrecklich. Es ist absolut abscheulich», sagte Biden am Sonntag (28. 3.) nach Angaben von mitreisenden Reportern bei der Abreise aus seinem Heimat-Gliedstaat Delaware. Biden hatte dort das Wochenende verbracht und machte sich am Sonntag auf den Rückweg in die Hauptstadt Washington. Auf die Frage nach möglichen Sanktionen und einer Reaktion der amerikanischen Regierung auf die Gewalt in Burma sagte Biden demnach nur knapp: «Wir arbeiten gerade daran.»
  • Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Burma, Tom Andrews, hat dem Militär «Massenmord» an seiner eigenen Bevölkerung vorgeworfen. Andrews reagierte damit in der Nacht auf Sonntag (28. 3.) auf Berichte, wonach am Samstag mehr als 100 Menschen durch das Militär getötet wurden. Hunderte seien verletzt und festgenommen worden. Dabei sollen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und gezielten Kopfschüssen gegen unbewaffnete Zivilisten, auch Kinder und medizinisches Personal, vorgegangen sein. Der amerikanische Aussenminister Antony Blinken sprach auf Twitter von einer «Schreckensherrschaft» des Militärs. Nach Angaben des Nachrichtenportals «Myanmar Now» sind am Samstag 114 Menschen in 44 Städten getötet worden. 
  • Die Militärchefs von einer Reihe westlicher Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung die Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Burma scharf verurteilt. Gleichzeitig forderten sie die Militärjunta in dem in der Nacht zum Sonntag (28. 3.) veröffentlichten Schreiben auf, internationale Standards der militärischen Professionalität anzuwenden. Die Erklärung wurde von Mark Milley, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs der USA, und seinen Kollegen aus Australien, Kanada, Deutschland, Griechenland, Italien, Japan, Dänemark, den Niederlanden, Neuseeland, Südkorea und Grossbritannien unterzeichnet
  • In Burma sind bei landesweiten Demonstrationen gegen das Militär mehr als 90 Personen getötet worden. Das berichtete die Zeitung «Myanmar Now» am Samstag (27. 3.) unter Berufung auf Zahlen aus 40 Städten. Dagegen sprach die Zeitung «The Irrawaddy» von 59 Toten, unter ihnen drei Kinder im Alter von sieben, zehn und 13 Jahren. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist es der «blutigste Tag» seit dem Putsch Anfang Februar. Am offiziellen Gedenktag der Armee kam es in weiten Teilen des Landes, wie in der Handelsmetropole Rangun, in der nördlichen Region Mandalay und im südlichen Bago zu Protesten gegen die Machtübernahme. Dabei sollen Militärangehörige und Polizisten mit scharfer Munition und gezielten Kopfschüssen gegen unbewaffnete Zivilisten vorgegangen sein. Diplomatische Vertreter reagierten mit Entsetzen. Die Europäische Union sprach in den sozialen Medien von einem Tag des «Terrors und der Ehrlosigkeit». Auch der amerikanische Botschafter verurteilte das Vorgehen des Militärs.
  • Der burmesische Militärführer Min Aung Hlaing hat am Samstag (27. 3.) die Abhaltung von Wahlen versprochen. Er gab jedoch kein konkretes Datum an. «Die Armee möchte sich mit der gesamten Nation die Hände reichen, um die Demokratie zu beschützen», sagte der General live im staatlichen Fernsehen. Zugleich warnte er: «Gewalttätige Aktionen, die die Stabilität und die Sicherheit beeinträchtigen, mit dem Zweck , Forderungen zu stellen, sind unangebracht.» Bei seiner Rede anlässlich der jährlichen Parade zum «Armee-Tag» hiess er ausserdem die Anwesenheit russischer Militärvertreter willkommen und bezeichnete Russland als «wahren Freund». Er begründete den Militärputsch am 1. Februar mit der angeblichen Notwendigkeit, gegen gesetzeswidrige Handlungen der entmachteten Nationalen Liga für Demokratie (NLD) der seither inhaftierten Aung San Suu Kyi vorzugehen. Einige führende Parteimitglieder hätten sich der Korruption schuldig gemacht und rechtliche Schritte würden gegen sie eingeleitet. 
  • Das staatliche Fernsehen Burmas hat sich am Freitag (26. 3.) mit einer drastischen Warnung an die Demonstranten gerichtet, die sich gegen den Militärputsch wehren. «Ihr solltet von der Tragödie vorangegangener hässlicher Tode lernen, dass ihr Gefahr lauft, Schüsse in den Kopf oder Rücken abzubekommen», hiess es laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters im burmesischen Fernsehen. Aus der Warnung ging demnach nicht unmittelbar hervor, ob den Einsatzkräften gestattet wurde, zu schiessen um zu töten. Rund 330 Personen sind im Zusammenhang mit dem Putsch in den vergangenen zwei Monaten ums Leben gekommen. 
  • Grossbritannien und die USA haben neue Sanktionen gegen Burma verhängt, die sich gegen wirtschaftliche Interessen des Landes richten. Das britische Aussenministerium teilte am Donnerstag (25. 3.) mit, die Sanktionen zielten auf das Konglomerat Myanmar Economic Holdings Ltd, das sich im Besitz des burmesischen Militärs befindet. Als Begründung wurden unter anderem Menschenrechtsverletzungen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya angeführt.

Football news:

In unserem Serie-A-Telegramm führen wir weiterhin Umfragen durch, um den besten Spieler der italienischen Meisterschaft in der Saison 2020/2021 zu wählen. Die Abstimmung findet in Form eines Playoff-Rasters statt. Es ist 1/4 gegangen, es ist Zeit, die Ergebnisse zusammenzufassen
Strafe für 9 Superliga-Klubs: eine Gesamtspende von 15 Millionen und eine Absage von 5% der Euroeinnahmen. Mit Real, Juve und Barça verspricht die UEFA, sich ernsthafter mit der Rebellion auseinanderzusetzen
Neymar verlängert seinen Vertrag bei PSG bis 2026. Am Samstag wird Stürmer Neymar weiter bei PSG spielen. Der 29 Jahre alte Brasilianer habe sich mit dem Verein auf eine Vertragsverlängerung bis 2026 geeinigt, teilte die L ' Equipe mit
Arsenal kann Onan unterschreiben, wenn seine Disqualifikation verkürzt wird. Ajax will 14 Millionen Euro für den Torwart
Lille hält zwei Runden vor dem Ende die Führung in der 1.Liga. Die letzten Spiele - mit St. Etienne und Angers steht die Saison in der französischen Meisterschaft kurz vor dem Abschluss. In der 36. Runde der 1. Liga war Lille stärker als Lance
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Frage nach drei Klubs beantwortet, die noch nicht aus der Super League ausgeschieden sind: Real Madrid, Juventus Turin und Barcelona
Golovin hat einen negativen Coronavirus-Test bestanden