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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Gewalteskalation in Äthiopien: Hunderte von Menschen starben bei Massaker in Axum in Tigray, berichtet Amnesty International

Die neusten Entwicklungen

Äthiopiens Armee führt in der Region Tigray Luftangriffe durch. Die Lage im wichtigen 100-Millionen-Staat am Horn von Afrika bleibt angespannt. Ein Bürgerkrieg scheint nicht ausgeschlossen.

Flüchtlinge aus der Tigray-Region in Äthiopien warten am 14. November vor dem Zentrum der Uno-Menschenrechtsorganisation in Hamdayet im Sudan darauf, registriert zu werden.

Flüchtlinge aus der Tigray-Region in Äthiopien warten am 14. November vor dem Zentrum der Uno-Menschenrechtsorganisation in Hamdayet im Sudan darauf, registriert zu werden.

Marwan Ali / AP

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  • Truppen aus dem benachbarten Eritrea haben in der umstrittenen Tigray-Region Äthiopiens systematisch Hunderte von Menschen getötet.  Dies berichtet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Zu dem zweitägigen Massaker sei es in der Stadt Axum  Ende November gekommen, teilte Amnesty International am Freitag (26. 2.)  mit. Augenzeugen berichteten demnach, dass Bewohner der Stadt getötet, Häuser willkürlich beschossen und Gebäude geplündert worden seien. Während der Offensive zur Einnahme Axums hätten äthiopische und eritreische Truppen etliche Kriegsverbrechen begangen, sagte Deprose Muchena, der Leiter für Ostafrika und das südliche Afrika bei Amnesty International. «Darüber hinaus haben eritreische Truppen randaliert und systematisch Hunderte von Zivilisten kaltblütig getötet, was nach einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit aussieht.» Amnesty sprach nach eigenen Angaben mit 41 Überlebenden und Augenzeugen sowie mit 20 weiteren Menschen, die Kenntnisse von dem Massaker haben. 
  • Das Rote Kreuz warnt vor einer drastischen Verschärfung der humanitären Lage in Äthiopiens Konfliktregion Tigray, sollte nicht schnell mehr Hilfe bei den Menschen ankommen. «Die Lage in Äthiopien verschlechtert sich jeden Tag und jede Minute», sagte am Donnerstag (28. 1.) der Präsident der äthiopischen Rotkreuzgesellschaft, Ato Abera Tola. Rund 3,5 Millionen Menschen würden Hilfe benötigen. Man bemühe sich, Nothilfe zu leisten, aber die Ressourcen seien beschränkt und man könne viele Menschen nicht erreichen. «Dies ist kein typischer humanitärer Nothilfeeinsatz. Dies ist ein Konflikt, dies ist Krieg.» Im Dezember hatten sich die Uno und Addis Abeba darauf verständigt, dass Helfer ungehinderten Zugang zu den Notleidenden in den von der Regierung kontrollierten Gebieten bekommen würden. Allerdings werden bei weitem noch nicht alle Menschen in Tigray erreicht und einige Organisationen kritisieren die bürokratischen Hürden.
  • Nach dem Massaker im Westen Äthiopiens hat sich die Zahl der Toten auf über 220 verdoppelt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat ein freiwilliger Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Freitag (25. 12.) angegeben, dass am Mittwoch (23. 12.) 207 Opfer der Gewalttat und 15 Angreifer beerdigt wurden. Die Äthiopische Menschenrechtskommission und Amnesty International hatten zuerst von mehr als 100 Todesopfern gesprochen. 40 000 Menschen sind geflohen. Bewaffnete hatten in Grenznähe zum Sudan Angehörige der Volksgruppen Amhara, Oromo und Shinasha angegriffen.
  • Humanitäre Helfer haben laut der Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, noch immer keinen vollen Zugang zur Konfliktregion Tigray in Äthiopien. Dies trotz einer offiziellen Einigung mit Addis Abeba. Zwar begrüsse man die Erklärung der äthiopischen Regierung vor einigen Wochen, es werde ungehinderten humanitären Zugang geben, dies müsse aber für alle Gebiete in Tigray gelten, in denen von den Kämpfen betroffene Zivilisten lebten, teilte Bachelet am Dienstag (22. 12.) mit. Derzeit sei der Zugang für humanitäre Helfer weiterhin eingeschränkt und es gebe auch nach wie vor ein Kommunikations-Blackout in vielen Gebieten.

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