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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Coronavirus weltweit: Pfizer/Biontech-Impfstoff verhindert laut grosser Israel-Studie symptomatische Erkrankungen um 94 Prozent, New Yorker Forscher identifizieren neue Mutante

Die neusten Entwicklungen

Mehr als 112,5 Millionen Menschen sind laut der Johns-Hopkins-Universität weltweit positiv auf das Virus getestet worden. Rund 2,5 Millionen Infizierte sind verstorben, über 63,4 Millionen genesen.

Viele Hoffnungen ruhen derzeit auf den Covid-19-Impfstoffen. Im Bild wird eine Impfdose des Herstellers Moderna vorbereitet.

Viele Hoffnungen ruhen derzeit auf den Covid-19-Impfstoffen. Im Bild wird eine Impfdose des Herstellers Moderna vorbereitet.

Pat Nabong / AP

Die neusten Entwicklungen

  • Der Pfizer/Biontech-Impfstoff weist laut einer Studie in Israel und einer Untersuchung in Grossbritannien eine hohe Wirksamkeit auf. Laut einem Bericht der «New York Times» am Mittwoch (24. 2.) unter Berufung auf das Fachmagazin The New England Journal of Medicine reduziere der Impfstoff symptomatische Fälle eine Woche nach der zweiten Dosis um 94 Prozent und schwere Krankheitsverläufe um 92 Prozent. Die grossangelegte Studie in Israel sei von Experten begutachtet worden und habe mehrere Hunderttausend Teilnehmer umfasst. Aus einer Untersuchung des Pfizer/Biontech-Impfstoffs durch das britische Imperial College London geht hervor, dass 87,9 Prozent der damit geimpften Personen über 80 Jahre nach der zweiten Dosis Antikörper aufwiesen. Je jünger die Personen, desto höher der Anteil derer, die nach der Impfung Antikörper bilden – bei unter 60-Jährigen 95,5 Prozent, bei unter 30-Jährigen 100 Prozent. Bei rund einem Drittel der geimpften Personen über 80 liess sich nach der ersten Dosis Antikörper nachweisen.
  • New Yorker Forscher identifizieren eine neue Coronavirus-Variante. Die Mutante B.1.526 wurde erstmals im November in Blutproben in New York entdeckt. Mitte Februar machten durch die Variante ausgelöste Covid-19-Erkrankungen bereits 12 Prozent aller Infektionen in der Millionenstadt aus. Dies gab die Hochschule Columbia University Vagelos College of Physicians and Surgeons am Mittwoch (24. 2.) bekannt. Auch ein Forschungsbericht, den das California Institute of Technology diese Woche veröffentlichte, beschreibt die neue Variante. Beide Studien wurden bisher noch nicht durch unabhängige Experten begutachtet. Laut den amerikanischen Forschern gebe es Ähnlichkeiten mit in Südafrika und Brasilien entdeckten Varianten, die als ansteckender als das Ursprungsvirus gelten, und bei denen die Befürchtung besteht, dass die vorhandenen Vakzine nicht ausreichend Schutz bieten könnten. Mehrere Studien haben diese Sorge bisher jedoch widerlegt.  
  • Die Ankündigung der britischen Regierung, alle Lockdown-Massnahmen bis zum 21. Juni aufzuheben, zeigt erste Auswirkungen auf die Musikfestival-Branche. Wie die Veranstalter des Reading-and-Leeds-Festivals am Mittwoch (24. 2.) mitteilten, soll das Musikfest in England mit Künstlern wie Ex-Oasis-Frontmann Liam Gallagher und dem Rapper Stormzy im August stattfinden. «Nach der jüngsten Ankündigung der Regierung können wir es kaum erwarten, zurück auf die Felder zu gehen diesen Sommer», hiess es in einer Twitter-Mitteilung. Im vergangenen Jahr hatte die mehrtägige Musikveranstaltung, die an zwei Standorten in den englischen Städten Reading und Leeds mit jeweils Zehntausenden Teilnehmern abgehalten wird, wegen der Pandemie abgesagt werden müssen. Das bekannteste Rock-und Pop-Festival in Grossbritannien, das Glastonbury-Festival, wurde inzwischen bereits zum zweiten Mal abgesagt.
  • Die italienische Mafia hat die Corona-Pandemie für ihre Machenschaften ausgenutzt. Die Mafiosi hätten im vergangenen Jahr Menschen und Unternehmen mit Geld unterstützt, die in finanzielle Not geraten waren, wie aus dem Bericht der Anti-Mafia-Behörde (DIA) über das erste Halbjahr 2020 hervorgeht. Diese Menschen drohten jedoch dadurch von der Mafia mit der Zeit «aufgesogen» oder zu Instrumenten für Geldwäsche zu werden.
    Die Experten sehen auch eine mögliche Gefahr, dass Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds in die Hände der Mafia geraten könnten. Mit den Hilfsmitteln aus Brüssel will Italien nach der Pandemie unter anderem in die Wirtschaft investieren. Es sei daher massgeblich, die Signale der Mafia-Gruppen abzufangen, wenn sie versuchten, an die Gelder zu kommen.
  • Der Impfstoff von Johnson & Johnson bietet laut neuen Untersuchungen in den Vereinigten Staaten einen hohen Schutz, besonders gegen schwere bis tödliche Covid-19-Verläufe. Wie die «New York Times» mit Berufung auf eine Studie der amerikanischen «Food and Drug Administration» am Mittwoch (24. 2.) berichtet, kann das Vakzin zudem die Ausbreitung des Virus reduzieren. In der entsprechenden Untersuchung wies der Impfstoff eine Wirksamkeit von 86 Prozent gegen schwere Verläufe in den USA und von 82 Prozent in Südafrika, wo eine Mutation grassiert. Die Gesamtwirkung gegen die hochansteckende Südafrikanische Variante liegt laut dieser neuen Studie bei 64 Prozent und damit sieben Punkte höher als in früheren Analysen. Laut der «New York Times» könnte die amerikanische Gesundheitsbehörde den den Impfstoff bereits am Samstag genehmigen.
  • Israels Gesundheitsministerium darf in der Corona-Krise Daten über Nichtgeimpfte weitergeben. Das israelische Parlament billigte am Mittwoch (24. 2.) einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Demnach dürfen die Daten von Bürgern, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, an örtliche Behörden, an das Erziehungs- sowie das Sozialministerium übermittelt werden. «Ziel ist es, diesen Einrichtungen zu ermöglichen, die Menschen persönlich dazu zu ermutigen, sich impfen zu lassen», hiess es in einer Mitteilung des Parlaments. Das Gesetz schreibt vor, dass die Personendaten nur zur Ermutigung zum Impfen dienen dürfen. Sie können nur von bestimmten Zuständigen eingesehen werden und sollen danach gelöscht werden.
  • Die österreichische Gemeinde Mayrhofen im Zillertal in Tirol wird wegen einer Häufung von Corona-Fällen isoliert. Dort wurde bei 29 von 42 Infizierten die zuerst in Südafrika aufgetauchte Coronavirus-Variante festgestellt. Von Samstag bis kommenden Mittwoch dürfen nur Personen mit einem negativen PCR-Test das Gemeindegebiet verlassen, teilte das Land Tirol am 24. Februar mit. Die Bevölkerung wird zu zwei PCR-Tests verpflichtet. Schulen und Handel bis auf Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken in Mayrhofen bleiben bis Mittwoch geschlossen. 
  • Die Türkische Ärztevereinigung (TBB) hat scharfe Kritik an Grossveranstaltungen der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP geübt. «Es zeigt, dass die AKP nicht mal die Leben ihrer eigenen Wähler respektiert», sagte die TBB-Vorsitzende Sebnem Korur Fincanci der Deutschen Presseagentur am Mittwoch (24. 2.). Es sei diskriminierend und respektlos, Veranstaltungen abzuhalten, während ein Grossteil der Gesellschaft durch pandemiebedingte Regeln in Nöten stecke. Die AKP hält bereits mehrere Wochen in Folge Parteikongresse ab. Videos der Veranstaltungen zeigen grosse Menschenmengen.  
  • Polens Regierung plant laut Gesundheitsminister Adam Niedzielski die Einführung von Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und der Slowakei. Mit Blick auf die epidemiologische Situation in den beiden Nachbarländern wolle man den Verkehr an Polens südlicher Grenze einschränken, sagte Niedzielski am Mittwoch (24. 2.) dem Radiosender Tok.fm. Voraussichtlich werde dies ab Samstag gelten. Im Nachbarland Ungarn wurde derweil am Mittwoch (24. 2.) als bisher einziges EU-Land mit der Verabreichung des chinesischen Impfstoffs von Sinopharm begonnen. Angesichts des Mangels an westlichen Impfstoffen setzt der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban verstärkt auf die russischen und chinesischen Produkte.

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