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DIE NEUSTEN ENTWICKLUNGEN - Atomstreit mit Iran: Teheran hat erstmals Uran auf mehr als 60 Prozent angereichert

Die neusten Entwicklungen

Das Atomabkommen ist zusammengebrochen. Droht nun eine nukleare Aufrüstung Irans? Oder zeichnet sich mit Präsident Joe Biden eine diplomatische Lösung ab? Ein Überblick über die Ursprünge der Konfrontation und die jüngsten Ereignisse.

Der Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, gibt bekannt, dass sein Land erstmals Uran auf 60 Prozent angereichert hat.

Der Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, gibt bekannt, dass sein Land erstmals Uran auf 60 Prozent angereichert hat.

Wana News Agency / X07016

Die neusten Entwicklungen

  • Iran hat in der Nacht auf Freitag (16. 4.)zum ersten Mal Uran bis auf 60 Prozent angereichert. Das gab der Chef des iranischen Atomprogramms Ali Akbar Salehi laut der Nachrichtenagentur Fars auf Twitter bekannt. Bisher war in der Atomanlage Natans mit den neuen im Land hergestellten Zentrifugen eine Anreicherung auf maximal 20 Prozent erfolgt. Mit der Steigerung auf 60 Prozent will das Land den Druck auf die Partner des Atomabkommens von 2015 erhöhen, die amerikanischen Sanktionen zurückzunehmen und zu den Vereinbarungen zurückzukehren.
  • Trotz einem von Vorwürfen geprägten Klima gehen die Gespräche über die Wiederbelebung des Atomabkommens weiter. Die Unterhändler aus Europa, China, Russland und Iran traten am Donnerstag (15. 4.) in Wien nach einem mehrtägigen Unterbruch zusammen. Involviert sind auch Vertreter der USA, aber iran lehnt direkte Gespräche mit ihnen ab. In zwei Expertengruppen wird erarbeitet, welche Sanktionen die USA aufzuheben haben und welche Teile des Atomprogramms Iran herunterfahren muss, damit die beiden Länder nach und nach wieder in Übereinstimmung mit dem Atomabkommen von 2015 gelangen. Iran fordert, dass die USA sämtliche seit 2017 verhängten Sanktionen aufheben müssten, damit Iran sich wieder an das Atomabkommen halte. Washington zeigt dagegen nur die Bereitschaft, die direkt gegen das Abkommen verstossenden Sanktionen zu beenden.
  • Iran hat eine frühere Drohung wahr gemacht und will Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent herstellen. Teheran hat am Dienstag (13. 4.) die Internationale Atomenergieagentur davon in Kenntnis gesetzt und bereits mit den Vorbereitungen in der Anreicherungsanlage von Natanz begonnen. Mit diesem – als Reaktion auf den Sabotageakt in Natanz ergriffenen – Schritt sorgt Iran für eine Eskalation im Atomstreit mit dem Ausland und namentlich den USA. Denn für Uran, das auf 60 Prozent angereichert ist, gibt es keine legitime Verwendung im Rahmen der zivilen Kernenergienutzung. Das Regime in Teheran behauptet zwar, solche Radionuklide für medizinische Zwecke verwenden zu wollen, aber diese Darstellung stösst im Ausland auf verbreitetes Misstrauen. Mit solchem Spaltmaterial wäre Iran nur noch einen kleinen Schritt von der Produktion von waffenfähigem (90-prozentigem) Uran entfernt. Das Land hat bis jetzt sein Uran auf 20 Prozent angereichert, obwohl bereits dies grosse Sorgen wegen des möglichen Missbrauchs für den Bau von Atombomben ausgelöst hat. Im Wiener Atomabkommen ist nur eine schwache Anreicherung auf weniger als 4 Prozent erlaubt.
  • Nach dem Sabotageakt in der Urananreicherungsanlage von Natanz fehlt ein klares Bild vom Ausmass der Schäden. Laut einem iranischen Sprecher gab es Schäden an einigen «älteren» Zentrifugen, aber weder Verletzte noch einen Austritt von Radioaktivität. Westliche Quellen sprechen dagegen von starken Zerstörungen. Laut israelischen und amerikanischen Geheimdienstkreisen hat eine gezielt herbeigeführte Explosion das interne Stromversorgungssystem zerstört. Es werde mindestens neun Monate dauern, bis die Urananreicherung in der unterirdischen Produktionshalle wieder aufgenommen werden könne, berichtete die «New York Times».
  • Iran macht Israel verantwortlich, auch israelische Medien sprechen von einer Aktion des Mossad. Ungeklärt ist die Art des Angriffs: Während israelische Medien zumindest anfangs von einer Cyberattacke sprachen, verweisen iranische Angaben auf einen anderen Hintergrund, nämlich eher einen physischen Angriff: Laut unbestätigten Berichten gelang es den Urhebern des Anschlags, einen Sprengsatz in die unterirdische Anlage zu schmuggeln. Fereidun Abbasi-Davani, ein früherer Leiter der Atombehörde, teilte mit, dass auf ähnliche Weise der Sabotageakt vom vergangenen Juli in Natanz erfolgt sei. Die damalige Explosion verwüstete eine Werkhalle in einem anderen Teil der Anlage von Natanz. Iran hat Israel wiederholt für Angriffe auf seine nukleare Infrastruktur und die Tötung von Atomwissenschaftern verantwortlich gemacht.
  • Der Sabotageakt in Natanz ereignete sich nur wenige Stunden nach einem Besuch von Präsident Hassan Rohani. Dabei hatte Rohani aus Anlass des «Tags der Nukleartechnologie» feierlich eine Installation mit modernen Uranzentrifugen dem Betrieb übergeben und den Beginn von Tests der neusten iranischen Entwicklung verkündet – Zentrifugen des Typs IR-9. Diese sollen Uran rund 50 Mal schneller anreichern als die bisher hauptsächlich eingesetzten Zentrifugen der ersten Generation. Dass Iran neuartige Uranzentrifugen einsetzt, hatte kürzlich auch die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) in einem am 17. März bekanntgewordenen Bericht mitgeteilt. 
  • Iran macht rasche Fortschritte bei der Produktion von mittelstark angereichertem Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent. Nach Angaben der iranischen Atombehörde vom 7. April wurden seit Anfang Jahr 55 Kilogramm dieser Substanz hergestellt. Damit verläuft die Produktion sogar schneller, als das Parlament Ende letzten Jahres in einem Gesetz vorgegeben hatte. Iran will gemäss dieser Richtlinie in diesem Jahr mindestens 120 Kilogramm Uran auf einen Grad von 20 Prozent anreichern. Solches Spaltmaterial gilt als besonders heikel, weil es keinen unmittelbaren Nutzen für Irans Kernkraftindustrie hat und als Vorstufe für die Herstellung von waffenfähigem Uran dienen kann.

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