Switzerland

Die Nati will Russland und Co. fordern – so stark sind die Kader in der Schweizer Gruppe

Patrick Fischer will mit der Nati wieder die Medaillen angreifen. Bild: KEYSTONE

Analyse

Die Nati will Russland und Co. fordern – so stark sind die Kader in der Schweizer Gruppe

Am Freitag beginnt die Eishockey-WM in Lettland. Wir zeigen dir, wie stark die teilnehmenden Teams sind. Heute die Gruppe A.

Eine Kadereinschätzung vor der Eishockey-WM ist immer schwierig, denn meistens sind die Spielerlisten noch nicht definitiv. Dieses Jahr ist es aber einfacher als auch schon. Weil aufgrund der Coronaviruspandemie Nachnominierungen aus der NHL kaum möglich sind, werden sich die Kader kaum mehr verändern.

Wir wollen euch schon einmal einen Überblick über die Stärke der diversen Mannschaften verschaffen: heute die Gruppe A, in der die Schweiz spielt.

Gruppe A:

Bild: screenshot iihf.com

Russland

Tor:

Russland setzt im Tor auf drei WM-Neulinge. Ivan Bocharov, Ivan Fedotov und Alexander Samonov sind allesamt gute KHL-Torhüter. Die «Sbornaja» war auf der Goalieposition sicher schon besser besetzt, aber Andrei Vasilevsky und Co. sind noch in der NHL engagiert.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Verteidigung:

Im Vergleich zu der Mannschaft, gegen die die Schweiz in den Testspielen gespielt hat, hat die Verteidigung der Russen noch einiges an Verstärkung aus der NHL erhalten. Ivan Provorov von den Philadelphia Flyers ist im Powerplay eine gefährliche Waffe. Vladislav Gavrikov von Columbus ist ein guter Zweiweg-Verteidiger und Artyom Zub von Ottawa ist ein Defensiv-Spezialist.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Ivan Provorov verstärkt die Russen an der WM. Bild: keystone

Sturm:

Die Feuerpower bei den Russen muss dieses Jahr von KHL-Stürmern kommen. Es sind zwar auch einige NHL-Stürmer dabei (Mikhail Grigorenko, Alexander Barabanov), aber diese sind bei Weitem keine Stars. Vielmehr gilt es für die Gegner Russlands Konstantin Okulov, Sergei Tolchinsky oder Anton Burdasov, seines Zeichens bester Torschütze von SKA St.Petersburg, zu beachten

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 11/15 ⭐

Schweden

Tor:

Schwedens Nummer 1 an diesem Turnier dürfte Viktor Fasth sein. Der ehemalige NHL-Keeper bestreitet seine fünfte WM und war trotz seines fortgeschrittenen Alters von 38 Jahren der beste Torhüter der schwedischen Liga (Fangquote von 93,4 Prozent in 31 Spielen). Dahinter ist auch Adam Reideborn vom KHL-Klub Kasan eine gute Option.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Verteidigung:

Schweden hat schon stärkere Mannschaften an eine WM geschickt. Das zeigt sich auch, das drei National-League-Vertreter in der Mannschaft wohl eine grössere Rolle übernehmen werden. In der Verteidigung sind Genfs Henrik Tömmernes und Magnus Nygren vom HC Davos dabei. Daneben gibt es auch den 20-jährigen Nils Lundkvist zu beachten. Der Erstrunden-Draft-Pick (als Nr. 28 2018) von den New York Rangers wurde diese Saison zum besten Verteidiger der schwedischen Liga ausgezeichnet.

Bewertung: ⭐⭐⭐

HCD-Verteidiger Magnus Nygren bestreitet seine dritte WM. Bild: keystone

Sturm:

Im Sturm ist Zugs Carl Klingberg mit dabei und in der Person von Oscar Lindberg ein weiterer Spieler mit Zuger Vergangenheit. Den Lead dürften die NHL-Stürmer Victor Olofsson (Buffalo), Adrian Kempe, Rickard Rakell (beide Anaheim) und Marcus Sörensen (San Jose) übernehmen.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 10/15 ⭐

Tschechien

Tor:

Im Tor hat Nationaltrainer Filip Pesan die Qual der Wahl. Er kann den jungen Petr Kvaca zwischen die Pfosten stellen, der letzte Saison einer der besten Torhüter der tschechischen Liga war. Oder er kann auf Simon Hrubec setzen, der bei Omsk in der KHL überzeugt hat.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Verteidigung:

Die Verteidigung der Tschechen besteht aus drei Spielern, die in der finnischen Liiga spielen, sowie Protagonisten aus der KHL, der tschechischen Extraliga und zwei Verstärkungen aus der NHL. Die meisten sind keine besonders starken Offensiv-Verteidiger bis auf einen: Filip Hronek von den Detroit Red Wings. Der 23-Jährige sammelte diese Saison in 56 NHL-Spielen 26 Punkte.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Sturm:

Vorne wirken die Tschechen dieses Jahr sehr gefährlich. Einerseits sind da die NHL-Stürmer Jakub Vrana, Filip Zadina, Filip Chytil und Dominik Kubalik. Der frühere National-League-MVP ist in der Schweiz noch bestens bekannt. Aber auch Vrana gilt es zu beachten, er ist blitzschnell und torgefährlich. Dazu kommt National-League-Topskorer Jan Kovar vom EV Zug und der jüngst zum besten Spieler der tschechischen Liga gewählte Matej Stransky, der im Sommer zu Davos wechseln wird.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

An der letzten WM erzielte Dominik Kubalik in zehn Spielen sechs Tore und sechs Assists. Bild: EPA/KEYSTONE

Gesamtbewertung: 10/15 ⭐

Schweiz

Tor:

Im Tor setzt Patrick Fischer auf bewährte Kräfte. Leonardo Genoni hat unlängst im Playoff-Final wieder seine grosse Klasse bewiesen. Dass er sein Potenzial auch an Weltmeisterschaften ausspielen kann, hat er die letzten Jahre immer gezeigt. Reto Berra ist eine Nummer 2 mit der Klasse einer Nummer 1 und Melvin Nyffeler hat noch keine WM-Erfahrung, aber in den Playoffs ebenfalls überzeugt.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Verteidigung:

Es fehlt Roman Josi, um die Schweizer Verteidigung noch einen Punkt stärker zu machen. Dennoch scheint die Mischung in der Hintermannschaft zu stimmen. Es gibt Offensivspezialisten wie Santeri Alatalo, Janis Moser oder Raphael Diaz. Und es gibt Defensivspezialisten wie Jonas Siegenthaler, Mirco Müller und Tobias Geisser.

Bewertung: ⭐⭐⭐

Sturm:

Das Prunkstück im Schweizer Sturm sind natürlich die drei NHL-Söldner: Nico Hischier, Timo Meier und Philipp Kurashev. Von Hischier erwartet man Tore und Assists, aber auch, dass er wichtige Bullys in Über- und Unterzahl gewinnt. Meier soll natürlich Power und Tore bringen und Kurashev soll seine starken Spielmacherqualitäten einbringen.

2019 war Nico Hischier der Schweizer Topskorer. Bild: KEYSTONE

Aber auch die National-League-Fraktion ist nicht zu verachten. Da ist einerseits Grégory Hofmann, der nächste Saison wohl sein Glück in der NHL versuchen wird und in der Liga Tor um Tor geschossen hat. Da ist Sven Andrighetto, der einer der besten Spieler der Liga war. Da ist Enzo Corvi, einer der besten Spielmacher der Liga, vielleicht sogar Europas. Und sie werden begleitet von erfahrenen WM-Teilnehmern wie Andres Ambühl, Tristan Scherwey oder Joel Vermin.

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐

Gesamtbewertung: 10/15 ⭐

Slowakei

Tor:

Vermutlich setzen die Slowaken auf Branislav Konrad im Tor, der beim tschechischen Kellerkind Olomouc eine solide Saison gespielt hat. Adam Huska hat in dieser Saison nur wenig gespielt und Julius Hudacek hat bei Spartak Moskau nicht wirklich überzeugt.

Bewertung: ⭐⭐

Verteidigung:

Die Slowakei stellt dieses Jahr ein uncharakteristisch junges Team, insbesondere auch in der Verteidigung. Mit dabei ist etwa der 17-jährige Simon Nemec, der als Top-Prospect für den NHL-Draft 2022 gehandelt wird. Samuel Knazno, letztes Jahr von Columbus gedraftet, ist ebenfalls erst 18-jährig. Angeführt wird die Verteidigung von Martin Gernat, einem guten Zweiweg-Verteidiger, der 2018 ein kurzes Gastspiel in Lausanne hatte.

Simon Nemec ist eines der grössten slowakischen Talente der letzten Jahre. Bild: keystone

Bewertung: ⭐⭐⭐

Sturm:

Auch die Slowaken haben Verstärkung aus der NHL in der Person von Marian Studenic, Nico Hischiers Teamkollege aus New Jersey. Der Flügelstürmer ist aber längst nicht so etabliert wie sein Schweizer Kollege und hat erst acht NHL-Spiele auf dem Konto. Sonst ist der Sturm eine Mischung von Europa-Söldnern aus Schweden, Tschechien und Finnland sowie Spielern der slowakischen Liga.

Bewertung: ⭐⭐

Gesamtbewertung: 7/15 ⭐

Der Rest

Dänemark tritt mit einer ähnlichen Mannschaft an wie in den letzten Jahren. Seit 2016 haben die Dänen die Viertelfinals nicht mehr erreicht, daran dürfte sich kaum etwas ändern. Schmerzlich vermisst werden NHL-Verstärkungen wie Nikolaj Ehlers, Frederik Andersen oder Lars Eller.

Ursprünglich als Co-Gastgeber geplant, musste die Mannschaft von Belarus nun doch auch nach Riga reisen. Dort wird sie kaum grosse Ambitionen haben. Der gefährlichste Spieler ist Yegor Sharangovich, der diese Saison in New Jersey 16 Tore in 54 Spielen schoss.

Das Grossbritannien an der WM 2019 nicht abgestiegen ist, war die grosse Sensation. Dieses Jahr bleiben die Mannschaft ebenfalls oben, weil der Abstieg ausgesetzt wurde. Viele Erfolge dürften die Briten aber kaum feiern.

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