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Die nächste Posse des Sportchefs – wie sich Bern selbst in eine Krise stürzte

SCB-Sportchef Alex Chatelain – hat er versagt? Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die nächste Posse des Sportchefs – wie sich Bern selbst in eine Krise stürzte

Der Titelverteidiger SC Bern ist immer noch unter dem Strich klassiert. Die sportliche Leitung des Klubs hat versagt.

Krisen können viele Ursachen haben. Gerade in einer so unberechenbaren Sportart wie Eishockey, die erst noch auf einer rutschigen Unterlage ausgeübt wird. Schon 2014 und 2019 haben der SC Bern bzw. die ZSC Lions die Playoffs als Titelverteidiger verpasst. Aber diese Krisen hatten verschiedene Ursachen, die schliesslich im Versagen kumulierten.

Die Krise beim Titelverteidiger SC Bern ist allerdings eine der seltenen, die nur einen einzigen Grund hat und zu hundert Prozent hausgemacht ist. Es geht um das Versagen der sportlichen Führung. Soeben hat Sportchef Alex Chatelain mit einer weiteren Posse das Publikum unterhalten.

Er hat von den Lakers Casey Wellman übernommen. Doch der hat nun den medizinischen Test nicht bestanden und der Vertrag ist hinfällig. Eigentlich noch ein Glück für den SCB: Der Amerikaner wäre nach Miika Koivisto und Andrew MacDonald schon die dritte ausländische «Nullnummer» in dieser Saison geworden.

Sportliche Leitung reagierte zu spät auf Negativtendenz

Eine Reihe von Fehldispositionen der sportlichen Führung haben den Meister in eine heikle Lage gebracht. Alle haben die gleiche Ursache: Zu späte Reaktion auf sich abzeichnende Entwicklungen. Das Goalie-Experiment mit Niklas Schlegel ist viel zu spät mit dem Engagement eines ausländischen Torhüters (Tomi Karhunen) abgebrochen worden.

Miika Koivisto war nicht gut genug für Bern – die sportliche Leitung hat das zu spät bemerkt. Bild: KEYSTONE

Dass der finnische Verteidiger Miika Koivisto nicht genügt, hatte sich schon in der Vorbereitung abgezeichnet. Auch hier kam die Reaktion erst nach mehr als 15 Partien. Ersatz Andrew MacDonald ist ein noch schwächerer Verteidiger und dürfte als untalentiertester ausländischer Spieler in die Geschichte des SCB eingehen.

In der ausgeglichenen Liga kann es sich kein Team leisten, mit den Goalies zu experimentieren oder nicht mindestens drei der vier Ausländerpositionen gut zu besetzen. An und für sich ist die Leistungskultur beim SC Bern gut. Die Mannschaft um den charismatischen Captain Simon Moser ist intakt.

Aber die Probleme mit den Goalies (jetzt gelöst) und mit den Ausländern (nach wie vor nicht gelöst) führten zu einer Serie von knappen Niederlagen und schliesslich zu einer Negativ-Dynamik, welcher sich eine Mannschaft nur noch schwer entziehen kann. Der SC Bern ist als erster Titelverteidiger seit der Einführung der Playoffs (1985/86) im Januar bis auf den 11. Platz abgerutscht – mit einer Mannschaft, die nominell (ausser auf den Ausländerpositionen) gut genug ist für einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte der National League.

Nur ein mühseliger Sieg unter dem neuen Trainer

Die logische Folge dieser Krise war der seltsamste Trainerwechsel der neueren Geschichte. Kari Jalonen, der die Berner in drei Jahren zu drei Qualifikationssiegen und zwei Titeln geführt hatte, ist durch Hans Kossmann ersetzt worden.

Niemand war gegen Kari Jalonen, er hatte die Kabine im Griff. Und so erstaunt es nicht, dass der Trainerwechsel nicht zur erwarteten heftigen Reaktion geführt hat, die normalerweise einem Kommandowechsel folgt. Unter dem neuen Trainer hat der SCB zwei von drei Partien verloren – 0:3 in Ambri und nun 3:4 in der Verlängerung gegen die ZSC Lions. Nur gegen die SCL Tigers

Hans Kossmann hat die ZSC Lions Ende Dezember 2017 in der Krise übernommen und 2018 zum Titel geführt. Nun soll der kanadisch-schweizerische Doppelbürger dieses Kunststück beim SCB wiederholen. Er setzt auf direkteres, aggressiveres Hockey («Nord-Süd-Hockey») als sein Vorgänger und weniger auf Systematik im Spiel («Ost-West-Hockey»). Was zu höherer defensiver Durchlässigkeit führt: Soeben haben die Berner gegen die ZSC Lions 3:4 nach Verlängerung verloren. Vorher unterlagen sie auf eigenem Eis 1:2 gegen Fribourg, 1:2 nach Penaltyschiessen gegen Biel sowie 0:1 in Zug und 1:2 in Genf.

Schon wieder eine Niederlage: Meister Bern droht die Playoffs zu verpassen. Bild: KEYSTONE

Die Playoff-Qualifikation kann eine befreiende Wirkung haben. Das Hoffen auf ein Wunder geht weiter in der Hauptstadt. Aber die Probleme sind schon programmiert: Der Sportchef hat mit dem schwedischen Center Ted Brithen soeben einen dritten ausländischen Stürmer neben Andrew Ebett (hat noch einen Vertrag) und Dustin Jeffrey (kommt von Lausanne) verpflichtet. Weitere zwei Lizenzen braucht er für einen ausländischen Torhüter und einen torgefährlichen ausländischen Flügel.

Fünf ausländische Spieler unter Vertrag, aber nur vier dürfen spielen – ohne Not hat die sportliche Führung bereits den Keim für Konflikte gelegt. Wie auch immer die laufende Saison ausgeht – der SC Bern wird auch in der kommenden Spielzeit nicht zur Ruhe kommen.

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