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Die Macht von Google, Apple & Co.: Wie fünf Superstarfirmen die Börsen treiben

Corona? Ist den Börsen weitgehend egal. Das liegt auch an der wachsenden Macht von wenigen Technologiekonzernen: Die Erklärung in 5 Punkten.

Technologiekonzerne gehören mittlerweile zu den wertvollsten Unternehmen der Welt: Ein Fotograf schiesst ein Foto des Google-Aktienkurses beim Börsengang der Suchmaschine 2004.

Technologiekonzerne gehören mittlerweile zu den wertvollsten Unternehmen der Welt: Ein Fotograf schiesst ein Foto des Google-Aktienkurses beim Börsengang der Suchmaschine 2004.

Foto: Keystone

An den Aktienmärkten war dieses Jahr wenig von der Corona-Krise zu merken, trotz ihrer dramatischen weltweiten wirtschaftlichen Konsequenzen. Das gilt besonders für die US-Börsen, die auch einen erheblichen Einfluss auf jene in Europa ausüben. Als Grund dafür wird oft die überaus expansive Geldpolitik genannt. Doch es gibt noch eine andere Ursache: den Einfluss von Technologiefirmen wie vor allem Apple, Microsoft, Amazon, Facebook und Google. Angesichts ihrer immer grösseren Macht werden sie zuweilen auch als Superstarfirmen bezeichnet. Die Aktienmärkte spiegeln diesen Machtzuwachs. Der Reihe nach:

Massives Gewicht an den Aktienmärkten

Der enorme Einfluss zeigt sich am Gewicht, den die fünf Firmen mittlerweile in den führenden Aktienindizes der USA haben, die auch für jene der übrigen Welt eine grosse Rolle spielen. Den grössten und weltweit wichtigsten, S&P 500, dominieren die fünf Konzerne allein zu fast einem Viertel. Einst hatten die fünf grössten Unternehmen noch ein Gewicht von maximal 15 Prozent. Im Nasdaq-Index ist ihr Einfluss mit rund 45 Prozent sogar noch grösser. Dieser Index konzentriert sich allerdings auf Technologietitel.

Auch Profiteure der Corona-Krise

Allein die Bewertung von Apple hat im laufenden Jahr rund 60 Prozent zugelegt. Ähnlich sieht es bei Amazon aus. Bei Facebook, Microsoft und Google sind es um die 30 Prozent. Dass die Unternehmen von der Krise profitieren, war zu erwarten. Während direkte Kontakte zum Risiko wurden, stiegen die Nutzung von Internetlösungen und der Bedarf nach Soft- wie Hardware auch fürs Homeoffice.

Dennoch erklärt die Krise den Erfolg dieser Firmen nur beschränkt. Jede von ihnen hat ihren Wert bereits in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Apple und Amazon haben den ihren sogar mehr als vervierfacht. Zudem sind die Erlöse nicht bei allen in einem Ausmass gestiegen, wie das der Kursverlauf vermuten liesse. Der Verkaufsumsatz von Apple zum Beispiel ist in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr nur um rund 5 Prozent gewachsen. Anders sieht es bei Amazon aus, dessen Verkaufserlöse um mehr als ein Drittel angestiegen sind.

Was die jüngste Rotation bedeutet

Der starke Kursanstieg der fünf Superstarfirmen ist vor allem eine Wette auf deren Zukunft. Einige Beobachter hielten ihn für nicht gerechtfertigt. Die Entwicklung der letzten Tage scheint diese Ansicht zu bestätigen. Seit den Erfolgsmeldungen über einen im nächsten Jahr erhältlichen Impfstoff haben die fünf Tech-Konzerne an Wert eingebüsst, zugelegt haben dagegen die Aktien aus bisher vernachlässigten Sektoren. An den Börsen spricht man deshalb von einer Rotation. Dennoch zeichnet sich bisher kein drastischer Absturz der Technologieaktien ab, und es gibt gute Gründe für die Erwartung, dass die fünf Konzerne ihre Macht noch weiter ausbauen werden.

Keine Konkurrenz in Sicht

Die Kunden bleiben voraussichtlich von den Angeboten dieser Firmen abhängig. Einerseits führt ein «Netzwerkeffekt» dazu, dass die Angebote gerade deshalb für die Nutzer grossen Wert haben, weil viele andere sie auch nutzen. Ein «Lock-in-Effekt» hat weiter zur Folge, dass die von diesen Firmen gesetzten Standards die Nutzung dieser Angebote faktisch erzwingen. Was das heisst, zeigt exemplarisch der Kommunikationskanal Whatsapp von Facebook. Wenn ihn die meisten verwenden, werden Alternativen unabhängig von ihrer Qualität weitgehend wertlos.

«Die massive Verfügbarkeit von Daten festigt den Wettbewerbsvorteil der Superstarfirmen besonders stark.»

Unternehmen wie Google stellen deshalb viele Dienstleistungen (wie «Maps» oder die Suchmaschine) ihren Nutzern gratis zur Verfügung. Geld verdienen sie mit den umfangreichen Daten, die sie im Gegenzug von ihren Kunden erhalten. Diese Daten verkaufen sie an Firmen, denen es damit möglich wird, ihre Produkte sehr gezielt einem gewünschten Zielpublikum anzupreisen. Die massive Verfügbarkeit von Daten festigt den Wettbewerbsvorteil der Superstarfirmen besonders stark.

Nutzniesser der politischen Blockade

Eine Einschränkung ihrer Macht müssen diese Firmen aber vonseiten der Behörden fürchten. Wegen verschiedener Arten von Wettbewerbsbeschränkungen und ihrer Strategie zur Vermeidung von Steuern stehen diese Firmen weltweit bereits im Fokus von Untersuchungen, und es drohen ihnen neue Regulierungen. Doch in den USA dürfte es für eine Regierung Biden in einem vermutlich gespaltenen Kongress schwer sein, Regulierungen durchzusetzen. Und das Vorgehen der Europäer, um die Firmen anders als bisher zu besteuern, wurde von den USA bisher als Angriff auf eigene Ansprüche und auf US-Firmen taxiert. Vorerst ist deshalb auch von den Behörden nichts zu erwarten, was die Macht dieser Unternehmen einschränkt.

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