Switzerland

Die Hospitalisierungen in der Schweiz nehmen weiterhin ab, die Positivitätsrate der Coronatests sinkt – und alles Weitere zum Virus in 31 Grafiken

Welches Land ist wie stark vom Virus betroffen? Was unternehmen Regierungen im Kampf gegen Sars-CoV-2? Die wichtigsten Daten und Fakten zum Coronavirus.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Dienstag (25. 11.) 4876 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber Anfang November, als teils in der Schweiz über 10 000 neue Fälle an einem Tag gemeldet worden waren. Allerdings sind es 600 Meldungen mehr als am Vortag. Die neuen Infektionen verteilen sich jeweils auf mehrere Tage, da die Meldungen positiver Tests teils erst verspätet eintreffen.

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen geht zurück

Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen geht zurück - Bestätigte neue Coronavirus-Fälle pro Tag in der Schweiz und in Liechtenstein, nach Testdatum

Der 7-Tage-Durchschnitt der täglichen Zahl der Neuinfektionen war Anfang November auf über 8000 Fälle gestiegen, ist nun jedoch wieder auf etwa 4300 gesunken. Anfang Oktober lag der Wert jedoch noch deutlich unter 500, der Anstieg innerhalb eines Monats war also massiv.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der Schweiz nimmt ab

Täglich bestätigte Neuinfektionen in der Schweiz und in Liechtenstein, 7-Tage-Schnitt bis vor 3 Tagen

März 2020April 2020Mai 2020Juni 2020Juli 2020Aug. 2020Sept. 2020Okt. 2020Nov. 2020020004000600080004306430641235

1 «Besondere Lage» tritt in Kraft (28. Februar)

2 «Ausserordentliche Lage» (16. März)

3 Öffnung von Schulen, Läden und Gastronomie (11. Mai)

4 Grenzöffnungen (15. Juni) und grosszügige Lockerungen (22. Juni)

5 Verschärfte Massnahmen treten in Kraft (29. Oktober)

Angesichts der sich verschlimmernden Situation hatte der Bundesrat Ende Oktober (28. 10.) im Rahmen der «besonderen Lage» neue Massnahmen beschlossen, wie ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen, eine Sperrstunde in Bars und Restaurants, die Schliessung von Clubs und Tanzlokalen und eine erweiterte Maskenpflicht im Freien und am Arbeitsplatz. Diese Massnahmen scheinen nun Wirkung zu zeigen.

Die derzeitigen Fallzahlen sind nicht direkt mit jenen aus dem Frühling vergleichbar. Das liegt vor allem daran, dass nun viel mehr Tests durchgeführt werden. Im März lag der 7-Tage-Schnitt bei maximal 7700 Tests, Anfang November waren es über 30 000 Tests. Allerdings ist der 7-Tage-Schnitt in den vergangenen zwei Wochen wieder deutlich unter 25 000 gesunken.

Die Anzahl der durchgeführten Tests sinkt wieder

Anzahl positive und negative Sars-CoV-2-Tests in der Schweiz und in Liechtenstein, Durchschnitt der letzten 7 Tage (in Tausend)

Das ist verwunderlich, denn die Anzahl der Tests in der Schweiz ist im Verhältnis zum Infektionsgeschehen unzureichend. Darauf weist der Anteil positiver Tests hin. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte dieser bei unter 5 Prozent liegen. In der Schweiz liegt er gegenwärtig immer noch bei knapp 20 Prozent – auch wenn er kürzlich gesunken ist, heisst das, dass noch immer jeder fünfte durchgeführte Test positiv ausfällt. Diese Entwicklung ist bedenklich, da sehr hohe Positivitätsraten darauf hinweisen, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet. Die Menge der durchgeführten Tests in der Schweiz reicht folglich nicht aus, um das Infektionsgeschehen nachvollziehen zu können.

Der Anteil positiver Tests liegt noch bei knapp einem Fünftel

Anteil der positiv ausgefallenen Sars-CoV-2-Tests (7-Tage-Schnitt) in der Schweiz und in Liechtenstein, in Prozent

1 Ehemaliger Höchststand am 30. März mit einer Positivitätsrate von 20,1 Prozent

Die Zahl der neuen Hospitalisierungen hatte Anfang November einen neuen Höchststand erreicht, ist seither aber ebenfalls deutlich zurückgegangen. Der 7-Tage-Schnitt der Todesfälle sinkt seit wenigen Tagen und liegt nun bei 76 Todesfällen pro Tag, das ist noch immer deutlich mehr als im Frühjahr. Aufgrund von verspäteten Nachmeldungen können beide Werte zudem noch ansteigen.

Zahl der neuen Todesfälle nimmt langsam ab

7-Tage-Schnitt der täglich neu gemeldeten Todesfälle und Spitaleintritte in der Schweiz

Vergleicht man die Wachstumsraten innerhalb einer Woche, zeigt sich, dass die Zahlen der neu gemeldeten Infektionen und Hospitalisierungen bereits seit einiger Zeit zurückgehen und nun auch bei den Todesfällen das Wachstum auf unter Null gesunken ist.

Gemeldete Coronavirus-Fälle, Hospitalisierungen und Todesfälle gehen zurück

Wachstumsraten verschiedener Werte (7-Tage-Durchschnitte) in der Schweiz innerhalb einer Woche, in Prozent

Die sinkende Zahl der Spitaleintritte ist eine gute Nachricht für die Spitäler, dürfte die Entwicklung doch zu deren Entlastung beitragen. Gemäss dem «ICU Monitoring» der ETH Zürich sind schweizweit momentan 78,4 Prozent aller Intensivbetten belegt.

Die Intensivbetten in einigen Kantonen sind bereits stark ausgelastet

Belegung der ICU-Betten nach Kanton, in Prozent

BS 88 BL 72 SH 100 TG 85 JU 86 SO 96 AG 82 ZH 75 AR 50 AI -- NE 69 BE 86 LU 86 ZG 75 SZ 73 SG 67 VD 83 FR 93 OW -- NW 100 UR 67 GL 67 GR 57 GE 67 VS 88 TI 65

Trotz weniger Neueinlieferungen in die Spitäler steigt die Belegung der Intensivstationen durch Covid-19-Patienten weiter an. Das Niveau der Auslastung vom Höhepunkt im März ist bereits übertroffen.

Die meisten Patienten auf den Intensivstationen sind an Covid-19 erkrankt

Anzahl der Patienten und der freien Betten auf Schweizer Intensivstationen

Im Vergleich zum Frühling wurden die Kapazitäten aber weniger stark ausgebaut. Das könnte auf Kosten anderer Patienten gehen, bei denen Eingriffe verschoben werden, um zusätzliche Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin meldete am 17. November zudem, alle zertifizierten Intensivbetten seien derzeit belegt. Die Spitäler haben zwar zusätzliche Intensivbetten eingerichtet, diese erfüllen in der Regel aber nicht die Standards der zertifizierten Betten im Bezug auf geschultes Personal. Die Betreuung der Patienten könnte also leiden, wenn die Auslastung noch weiter steigt.

Mit den steigenden Fallzahlen hat sich das Virus auch wieder etwas mehr in vulnerable Bevölkerungskreise eingeschleust. Es haben sich anteilsmässig auch wieder mehr Person über 80 Jahren angesteckt, bei denen das Risiko, an Covid-19 zu sterben, am höchsten ist.

Anteil der älteren Infizierten steigt etwas an

Bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz nach Altersklasse (in Jahren), Anteile in Prozent

April 2020Nov. 2020020406080100

Geografisch betrachtet ist die Westschweiz nach wie vor am stärksten betroffen. Die Zahl der Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen zeigt, dass im Moment praktisch alle Westschweizer Kantone zu den Hotspots gehören.

Die akuten Corona-Hotspots sind die Kantone Freiburg, Waadt und Genf

Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner in den letzten zwei Wochen, nach Kanton

425 1247

Durchschnitt: 749,19

BS 800 BL 670 SH 672 TG 573 JU 766 SO 609 AG 635 ZH 652 AR 675 AI 490 NE 1105 BE 619 LU 625 ZG 610 SZ 494 SG 850 VD 1199 FR 1179 OW 762 NW 425 UR 733 GL 441 GR 621 GE 1247 VS 979 TI 1048

Die Entwicklung bei den Spitzenreitern ist besonders dramatisch: Im Oktober waren in Freiburg und Genf innert weniger Tage die Zahl der Infizierten in die Höhe geschnellt. Zum Vergleich: Im Kanton Zürich gab es auch mehr Fälle als im Sommer, aber der Anstieg war nicht so deutlich. Nun entspannt sich die Lage in Genf und Freiburg aber wieder.

Starke Ausbrüche in den Kantonen Freiburg und Genf

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in ausgewählten Kantonen, 7-Tage-Schnitt bis vor drei Tagen

Das Forscherteam um Tanja Stadler, Professorin am Departement für Biosysteme an der ETH Zürich, rekonstruiert laufend, wie sich die sogenannte Reproduktionszahl in der Schweiz entwickelt. Diese Zahl muss unter 1 liegen, damit das exponentielle Wachstum gestoppt wird.

Der Wert ist nach einem starken Anstieg im September wieder deutlich gesunken und liegt seit Anfang November unter 1, das heisst, ein Infizierter steckte im Schnitt etwas weniger als eine weitere Person an. Am letzten Datum, für das eine Schätzung vorliegt (14. 11.), lag der R-Wert gar bei 0,75.

Reproduktionszahl sinkt deutlich unter 1

Schätzung der Reproduktionszahl in der Schweiz bis vor 11 Tagen, basierend auf den bestätigten Fällen in der Schweiz

1 «Besondere Lage» tritt in Kraft (28. Februar)

2 «Ausserordentliche Lage» (16. März)

3 Öffnung von Schulen, Läden und Gastronomie (11. Mai)

4 Grenzöffnungen (15. Juni) und grosszügige Lockerungen (22. Juni)

5 Infektionszahlen steigen stark (seit Anfang Oktober)

6 Verschärfte Massnahmen (29. Oktober)

Bestätigt sich dieser Trend, könnte das Ziel der Covid-19-Task-Force des Bundes, die Zahl der täglichen Neuansteckungen bis Jahresende auf 500 zu senken, erreicht werden. Dafür bräuchte es einen R-Wert von unter 0,8. Bereits kleine Schwankungen dieses Werts können aber grosse Auswirkungen haben.

Die neuesten Schätzungen der Reproduktionszahl können in den Tagen nach ihrer Veröffentlichung jedoch noch leicht variieren und werden des Öfteren nachträglich nach unten oder nach oben korrigiert. Das liegt zum einen daran, dass die Zahl der täglichen bestätigten Neuinfektionen des BAG rückwirkend aufgrund von Nachmeldungen nach oben korrigiert werden kann.

Ein weiterer Grund, warum R schwankt, ist, dass nicht jeden Tag erwartbar viele Fälle gemeldet werden – die Fälle steigen nicht in einer glatten Kurve an. Aufgrund von Schwankungen glätten die Forscher die Daten, um sich dem zugrunde liegenden Trend anzunähern. Ein unglücklicher Nebeneffekt ist, dass der geglättete Trend manchmal die Steigung der letzten Tage leicht verändern kann.

Ein Grund für den sinkenden R-Wert könnte sein, dass sich die Menschen in ihren Aktivitäten eingeschränkt haben und weniger Personen treffen. Mobilitätsdaten, die vom Statistischen Amt des Kantons Zürich, der ETH Zürich und dem Forschungsinstitut Intervista erhoben werden, zeigen, dass diese Entwicklung bereits Ende September eingesetzt hat. Der Mobilitätsrückgang ist jedoch weitaus geringer als im Frühjahr, als die Einschränkungen härter waren. Der Rückgang hat sich zudem in den letzten Tagen stabilisiert.

Mobilität stabilisiert sich nach Rückgang wieder

Mittlere täglich zurückgelegte Distanz pro Person (Medianwert) in der Schweiz, nach Altersgruppen, in Kilometern, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

1 «Besondere Lage» tritt in Kraft (28. Februar)

2 «Ausserordentliche Lage» (16. März)

3 Öffnung von Schulen, Läden und Gastronomie (11. Mai)

4 Grenzöffnungen (15. Juni) und grosszügige Lockerungen (22. Juni)

5 Infektionszahlen steigen stark (seit Anfang Oktober)

6 Verschärfte Massnahmen (29. Oktober)

Seit Ende Oktober zeigt sich das Coronavirus auch wieder sehr deutlich in der Statistik der wöchentlichen Todesfälle. Bei Frauen und Männern über 65 Jahren zeigt sich eine deutliche Übersterblichkeit, das heisst, dass mehr Todesfälle gemeldet werden, als statistisch zu diesem Zeitpunkt zu erwarten gewesen wäre. Bereits im Frühjahr während der ersten Welle gab es Übersterblichkeit. Der Lockdown dürfte noch mehr Todesfälle verhindert haben. Im Sommer bewegten sich die Todesfälle lange am unteren Rand der Bandbreite der statistischen Erwartung, teilweise kam es auch zu einer leichten Untersterblichkeit.

Stärkere Übersterblichkeit als während der ersten Welle

Statistisch erwartbare und tatsächlich eingetroffene Todesfälle pro Woche bei Menschen über 65 Jahre in der Schweiz

Erwartete Todesfälle (Bandbreite)

Tatsächliche Todesfälle

1 Starke Grippewelle

2 Hitzewelle

3 Starke Grippewelle

4 Erste Corona-Welle

5 Zweite Corona-Welle

Inzwischen hat sich das Bild geändert: Der Anstieg der Neuinfektionen und Todesfälle in den vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass es zwischen dem 8. und dem 15. November bei den Menschen über 65 Jahren 579 Todesfälle mehr gab, als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Das ist eine stärkere Übersterblichkeit als im Höhepunkt der ersten Welle, als 445 Personen mehr starben, als statistisch erwartet worden war.

Bei Personen unter 65 Jahren gibt es laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik gegenwärtig keine Übersterblichkeit.

Total zählt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seit Ende Februar über 300 000 bestätigte Corona-Infektionen und mehr als 3900 Todesfälle. Die meisten Patienten, die sich in der ersten Welle mit dem Virus angesteckt haben, gelten als wieder genesen.

Über 300 000 Corona-Fälle in der Schweiz

Bestätigte Coronavirus-Fälle in der Schweiz und in Liechtenstein (in Tausend)

In vielen europäischen Ländern kämpfen die Regierungen derzeit gegen eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen und beschliessen strengere Massnahmen. Etliche Länder befinden sich in «Teil-Lockdowns» mit temporären Ausgangssperren, Teilschliessungen und regionalen Massnahmen.

Viele Westschweizer Kantone gehören zu den am stärksten betroffenen Regionen in ganz Europa. Einzelne Kantone haben darum ebenfalls die Schliessung von Restaurants, Freizeiteinrichtungen und auch Läden angeordnet.

Wo Covid-19 in Europa am stärksten verbreitet ist

Coronavirus-Fälle pro 100 000 Einwohner in der letzten Woche, nach Region

Auch in den Grenzregionen zu Italien, Österreich und Frankreich werden derzeit besonders viele Infektionen pro Kopf verzeichnet. Neben der Schweiz sind in Europa pro Kopf aktuell Georgien, Österreich und Slowenien am stärksten betroffen.

Besonders kleine Länder melden sehr viele Neuinfektionen pro Kopf

Täglich bestätigte Neuinfektionen mit Covid-19 pro 100 000 Einwohner (gleitender 7-Tage-Durchschnitt) in europäischen Ländern*

Besonders kleine Länder melden sehr viele Neuinfektionen pro Kopf - Täglich bestätigte Neuinfektionen mit Covid-19 pro 100 000 Einwohner (gleitender 7-Tage-Durchschnitt) in europäischen Ländern*

Besonders stark sind die Infektionszahlen zuletzt auch in Italien gestiegen, nachdem man die Pandemie dort bis in den September hinein verhältnismässig gut unter Kontrolle hatte. Nun gibt es in Italien mehr Neuinfektionen als in Spanien oder Frankreich.

Zweite Welle ist in Frankreich und Italien am grössten

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den fünf am stärksten betroffenen Ländern Europas*, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

In praktisch allen Ländern ist die zweite Corona-Welle nun deutlich grösser als im Frühjahr. Das lässt sich unter anderem damit erklären, dass viele Länder die Testkapazitäten stark erhöht haben. Im internationalen Testing-Vergleich zeigt sich, dass die Schweiz die Anzahl der Tests im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nur sehr schleppend erhöht hat. Mittlerweile testet aber auch die Schweiz deutlich mehr als noch Anfang Oktober, als sie noch zu den Schlusslichtern gehörte.

Dänemark und Frankreich testen in Europa am meisten

Tägliche Tests pro 1000 Einwohner*, gleitende 7-Tage-Durchschnitte

Land Stand

Dies dürfte jedoch weitestgehend eine Reaktion auf die vielen neuen Krankheitsfälle sein. Bei der Anzahl Tests pro bestätigtem Fall schneiden die Schweiz sowie einige osteuropäische Länder daher auch schlecht ab. In diesen Ländern dürfte die Anzahl der Tests im Verhältnis zu den Fallzahlen also nach wie vor ungenügend sein.

Nur osteuropäische Länder testen pro Fall weniger als die Schweiz

Anzahl tägliche Tests pro bestätigten Fall*, gleitende 7-Tage-Durchschnitte

Land Stand

Weitet man die Betrachtung auf die ganze Welt aus, so zeigt sich, dass die Schweiz bei den bestätigten Neuinfektionen pro Kopf unter den Ländern mit mindestens 1 Million Einwohnern derzeit weit vorne liegt.

Die Schweiz ist immernoch unter den 20 Ländern mit den meisten Neuinfektionen pro Kopf

Aktueller 7-Tage-Schnitt der täglich neu bestätigten Coronavirus-Fälle auf 100 000 Einwohner, in den 20 Ländern* mit den höchsten Werten

020406080100GeorgienSerbienKroatienSlowenienÖsterreichLitauenPolenPortugalUSAJordanienNordmazedonienItalienSchweizSchwedenBulgarienKosovoTschechienUngarnRumänienArmenien

Die Lage im Nahen Osten beruhigt sich. Wegen stark steigender Infektionszahlen hatte Israel einen zweiten Corona-Lockdown verhängt, mittlerweile sind Lockerungen in Kraft getreten. Ein Erfolg ist deutlich erkennbar: Die Neuinfektionen sind in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen und liegen nun auf niedrigem Niveau.

Im Nahen Osten ist die Zahl der Neuinfektionen relativ gering

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den fünf am stärksten betroffenen Ländern des Nahen Ostens*, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

Betrachtet man sämtliche Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie, so zeigt sich, dass insbesondere europäische und lateinamerikanische Länder, die USA, Israel und Kleinstaaten im Nahen Osten pro Kopf sehr stark betroffen sind. Auch die Schweiz ist in der Liste der 20 Länder mit den meisten Corona-Fällen vertreten.

Bahrain, Katar und Belgien sind pro Kopf am stärksten betroffen

Total der bestätigten Coronavirus-Fälle auf 100 000 Einwohner seit Beginn der Pandemie, 20 Länder* mit den meisten Fällen auf 100 000 Einwohner

010002000300040005000BahrainKatarBelgienTschechienArmenienUSAPanamaIsraelSchweizSpanienKuwaitFrankreichSlowenienArgentinienGeorgienPeruBrasilienNiederlandeChileÖsterreich

In vielen lateinamerikanischen Ländern sinkt derzeit die Zahl der Neuinfektionen. Eine Ausnahme bildete lange Zeit Argentinien. Doch auch dort sind die bestätigten Neuinfektionen nun gesunken.

In Argentinien sinken die Neuinfektionen nun auch

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den fünf am stärksten betroffenen Ländern Lateinamerikas*, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

Die Länder Asiens verzeichnen pro Kopf weitaus weniger Infektionen als Länder anderer Kontinente. In Indien gab es jedoch über einen sehr langen Zeitraum ständig steigende Fallzahlen – dort scheint sich die erste Welle über mehrere Monate hinweg ausgebreitet zu haben. In letzter Zeit sind die Neuinfektionen in Indien wieder gesunken.

In Asien sind vor allem die Entwicklungsländer betroffen

Täglich bestätigte Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den fünf am stärksten betroffenen Ländern Asiens*, gleitender 7-Tage-Durchschnitt

Blickt man auf die Kontinente, werden in absoluten Zahlen werden in Europa derzeit am meisten täglich neu bestätigte Fälle verzeichnet.

Europa hat mit Abstand die meisten Coronavirusfälle – aber die Fallzahlen sinken

Tägliche Anzahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle, gleitender Durchschnitt über die letzten sieben Tage, nach Kontinent (in Tausend)

Febr. 2020März 2020April 2020Mai 2020Juni 2020Juli 2020Aug. 2020Sept. 2020Okt. 2020Nov. 20200100200300

Während die Zahl der täglich bestätigten neuen Fälle in der EU im Sommer lange Zeit konstant tief blieb, war sie in den USA angestiegen. In den Vereinigten Staaten gibt es absolut gesehen immer noch die meisten bestätigten Fälle der Welt. Zuletzt sind in der USA als auch in der EU die Coronavirus-Infektionen stark angestiegen. In der EU sinken die Zahlen nun seit Kurzem deutlich, während Sie in den USA weiter steigen.

USA haben wieder mehr Fälle als die EU

Zahl der neu bestätigten Coronavirus-Fälle pro Tag, gleitender Durchschnitt über die jeweils letzten 7 Tage (in Tausend)

März 2020April 2020Mai 2020Juni 2020Juli 2020Aug. 2020Sept. 2020Okt. 2020Nov. 2020050100150200250

Insgesamt haben sich laut der Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 59 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Es sind fast alle Länder der Welt von der Pandemie betroffen.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen auf über 59 Millionen

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Anzahl bekannter Infizierter hinkt stets der Realität hinterher. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiv mit dem Virus infizierten Personen überall höher liegt. Zum einen haben die Länder sehr unterschiedliche Testverfahren – in manchen Ländern werden zum Beispiel nur Personen mit Symptomen getestet –, zum anderen verstreichen zwischen der Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome etwa fünf Tage, und auch der Sars-CoV-2-Test und seine Auswertung brauchen Zeit.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Dänemark testen weltweit am meisten

Coronavirus-Testhäufigkeit, tägliche Anzahl an Tests (Auswahl von Ländern), gleitender 7-Tage-Durchschnitt

Land Positivitätsrate
VAE 11,5 1,1
Dänemark 10,8 1,9
Zypern 6,8 3,3
Bahrain 5,8
USA 5,2 9,9
Grossbritannien 4,6 8
Litauen 4,2 15,4
Estland 4,2 5,7
Israel 4 1,9
Jordanien 2,4 21,2

Wenn es darum geht, die Auswirkungen der Pandemie zu zeigen, ist einer der verlässlicheren Anhaltspunkte die Zahl der Toten. Denn im Gegensatz zu den bestätigten Infektionszahlen, wo es grosse Unsicherheiten wie unterschiedliche Zählweisen und hohe oder niedrige Testing-Intensitäten gibt, sind die Todeszahlen in der Regel zuverlässiger.

Auch die Todesfallzahlen sind jedoch mit einer Unsicherheit behaftet, denn in den meisten Ländern gehören zu dieser Statistik nicht nur jene Personen, die an Covid-19 gestorben sind, sondern auch jene, die im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben sind. Das sind also zum Beispiel Personen, die einen Herzinfarkt erleiden und sterben und die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keinerlei Symptome gezeigt haben. Belgien wiederum zählt auch die Todesfälle in Pflegeheimen, die Verdachtsfälle sind – bei denen also unklar ist, ob die Personen tatsächlich mit dem Coronavirus infiziert waren.

Abgesehen von Belgien, Spanien und Grossbritannien verzeichneten die lateinamerikanischen Länder im Gesamtverlauf die meisten Toten pro Kopf.

Belgien und Peru haben am meisten Tote pro Kopf zu beklagen

Total der Corona-Todesfälle pro 100 000 Einwohner seit Beginn der Pandemie, 20 Länder* mit den meisten Toten pro 100 000 Einwohner

BelgienPeruSpanienItalienGrossbritannienArgentinienMexikoBrasilienChileUSABolivienEcuadorFrankreichNordmazedonienBosnien-HerzegowinaKolumbienPanamaTschechienArmenienSchweden139,54111,4293,4684,984,1384,1381,4281,2180,7979,4578,6477,6475,1274,9472,0271,8671,4970,5767,8263,83

Für die Einschätzung der gegenwärtigen Lage ist es auch wichtig zu wissen, wie sich die Todeszahlen entwickeln. Die folgende Grafik zeigt daher, wie sich die tägliche Anzahl der Toten in den 30 Ländern weltweit entwickelt, die derzeit die höchste Anzahl an neuen täglichen Todesfällen melden.

In welchen Ländern die Todesfallzahlen steigen, sinken oder stagnieren

Tägliche Anzahl der Coronavirus-Toten, gleitender Durchschnitt über die letzten 7 Tage

Es zeigt sich in zahlreichen Ländern ein deutlicher Anstieg bei den täglichen Todesfällen. In vielen osteuropäischen Ländern werden weit mehr Todesfälle verzeichnet als im Frühling. Besonders stark betroffen sind Tschechien, Polen und die Ukraine, aber auch die Entwicklung in Westeuropa ist besorgniserregend. Die Todesfälle sinken derzeit nur noch in wenigen Ländern.

Eine Analyse von Nikolai Thelitz, Alexandra Kohler, Barnaby Skinner, Jonas Oesch, Balz Rittmeyer, Joana Kelén, Anja Lemcke, Julia Monn, Christian Kleeb, Dominik Batz, Kaspar Manz, Florian Seliger und Eike Hoppmann.

Hinweis: Um sich über die Gefahren, die mit dem Coronavirus einhergehen, wie auch über aktuelle Massnahmen in der Schweiz zu informieren, besuchen Sie die Informationswebsite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Weitere Informationen auf Englisch erhalten Sie auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die NZZ hat alle Artikel zum Coronavirus hier zusammengestellt. Alles zu den Symptomen und Tipps für den Alltag finden Sie hier.

Methodikhinweis: Für die Schweiz nutzen wir die Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die das BAG auf seiner Homepage zur Verfügung stellt, und die Zahlen der Kantone, bereitgestellt vom Statistischen Amt des Kantons Zürich. Zurzeit werden die Zahlen des BAG Montag bis Freitag upgedatet, jeweils kurz nach Mittag. Bei internationalen Vergleichen verwenden wir die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU). Die Forscher der JHU erheben die Infiziertenzahlen aus verschiedenen Quellen, darunter jene von den Gesundheitsministerien, aber auch mittels inoffizieller und schneller Quellen wie Online-Nachrichtendiensten, und lassen sie jeweils von offiziellen Stellen bestätigen (im Detail hier erklärt). Die Grafiken mit Zahlen des BAG werden jeweils Montag bis Freitag gegen Mittag aktualisiert. Die Grafiken mit Zahlen der JHU werden jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag aktualisiert.

Alle Zahlen, die wir zeigen, beziehen sich nur auf die bestätigten Coronavirus-Infektionen in den jeweiligen Ländern. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der effektiven Corona-Infizierten überall höher liegt. Die Wissenschafter sind darauf angewiesen, dass die Regierungsstellen korrekte Angaben machen, was nicht immer sichergestellt ist. Zudem können national oder regional unterschiedliche Vorgehensweisen und eine variierende Häufigkeit von Tests einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit der Fallzahlen haben. Die Zahlen der JHU weisen zum Teil kleine Lücken und Korrekturen auf. Mehr dazu, wie die NZZ Daten zum Coronavirus verwendet, lesen Sie hier.


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