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Die Grasshoppers haben positive Gefühle

Sportlich sind für GC der zweite Rang und das Erreichen der Aufstiegs-Barrage das Minimalziel – wer den Fussballklub übernimmt, ist offen.

GC in der Challenge League: Die Fans hoffen auf bessere Zeiten.

GC in der Challenge League: Die Fans hoffen auf bessere Zeiten.

Simon Tanner / NZZ

Er könne es gar nicht anders ausdrücken: «Ich habe einfach ein sehr gutes Gefühl», sagt Fredy Bickel. Der Geschäftsführer und Sportchef der Grasshoppers sitzt im Campus in Niederhasli, neben ihm der Trainer Uli Forte. Thema sind der Ausblick auf den Rückrundenstart am Sonntag in Chiasso und der Rückblick auf die Vorbereitung. 

Dankeschön für gute Arbeit

Bickels «sehr gutes Gefühl» gründet auf seinen Eindrücken der letzten Tage und Wochen. Nach dem Amtsantritt am 1. Oktober war er vor allem mit Administrativem beschäftigt, seit dem Jahreswechsel fand er erstmals Zeit, sich auch um die Spieler, den Trainer und den Staff zu kümmern. All die Gespräche und Eindrücke freuten Bickel so sehr, dass er am Ende des Trainingslagers in der Türkei den Spielern als Dankeschön für ein Abendessen sogar seine private Kreditkarte überliess.

Eine Geste auf Kosten des Klubs wäre nicht möglich gewesen. GC hat keinen finanziellen Spielraum, auch das Trainingslager soll aus Kostengründen kurz auf der Kippe gestanden haben. Die Spieler bekommen in der Rückrunde zwar wieder kleine Punkteprämien, aber Geld für neue Spieler ist nicht vorhanden. «Das war von Anfang an klar», sagt Bickel. Deshalb sei es für ihn auch kein Problem gewesen, keine neuen Spieler zu verpflichten, wie das ein Sportchef üblicherweise macht. Noch vor einem Jahr hat GC die halbe Mannschaft ausgewechselt.

Das Ergebnis ist bekannt: Auch Bundesliga-Prominenz wie Yoric Ravet oder Caiuby konnte den Abstieg nicht verhindern. Bickel und Forte haben das Kader nun auf 23 Spieler reduziert und gleichzeitig zwei Junge aus der U 21 in die 1. Mannschaft befördert. «Ich kümmere mich derzeit nur um den Moment», sagt Bickel, «ich will eigentlich nicht zu viel über die Zukunft wissen.» Denn wie und ob es nach dieser Saison weitergeht mit den Grasshoppers, ist nach wie vor offen.

Wer folgt Stüber und Anliker?

Klar ist lediglich, dass Peter Stüber und Stephan Anliker, die je 45 Prozent der GC-Aktien besitzen und jährlich je 3,5 Millionen Franken einschiessen, ihre Anteile weggeben und in der kommenden Saison nicht mehr zahlen wollen. Seit Monaten sucht der Präsident und einzige Verwaltungsrat Andras Gurovits nach neuen Besitzern. «Ich habe vorsichtig positive Signale vom Präsidenten», sagt Bickel und fügt an, dass es «sicher irgendwie mit GC weitergeht, dafür kenne ich den Klub zu gut». Gurovits will keine Angaben machen über laufende Verhandlungen. Als Wirtschaftsanwalt weiss er, dass Übernahmen nur funktionieren, wenn keine Informationen nach aussen sickern. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch ausländische Interessenten im Gespräch sind.

Eine Übernahme ist auch deshalb kompliziert, weil nicht nur zwei Parteien, sondern mehrere Player eine Übereinkunft finden müssen: Die beiden Hauptaktionäre Stüber und Anliker müssen gemeinsam zustimmen. Sie wollen zwar nicht weiterhin zahlen, aber auch nicht als Totengräber dastehen und zudem den Klub in gute Hände übergeben. Als dritte Partei muss schliesslich auch der Zentralvorstand um den Präsidenten Andres Iten das Einverständnis geben, weil der Zentralvorstand das Marken- und Namensrecht am Klub besitzt. Am 2. März muss bei der Liga die Lizenz für die nächste Saison beantragt werden. Das schliesst nicht aus, dass eine Übernahme später stattfinden kann. «Wir werden Ende Februar sicher eine Lizenz einreichen», sagt Bickel lediglich.

Sportlich ist das Ziel für die Rückrunde klar: der zweite Rang und damit das Erreichen der Barrage am 27. und 30. Mai gegen den Zweitletzten der Super League. Sechs Punkte beträgt der Abstand auf den Leader Lausanne nach einer Hinrunde, in der GC defensiv stabil war, aber selten die Gegner klar dominierte. So hat Lausanne nur ein Tor weniger zugelassen als GC, aber gleich vier Teams haben mehr Tore geschossen als die Mannschaft von Uli Forte. «Wir haben viel Wert gelegt auf das Spiel im gegnerischen Strafraum, aber das Toreschiessen kann man nicht herbeizaubern», sagt Forte. Zuversicht gibt dem Trainer die Tatsache, dass die Mannschaft unverändert geblieben ist. Mit Wittwer, Subotic und Buff haben drei designierte Leistungsträger die ganze Vorbereitung absolviert. Und jüngere Spieler seien nun auf einem besseren Niveau. Forte sagt: «Die Mannschaft arbeitet mit Freude, ich habe ein gutes Gefühl.»

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