Switzerland

Die ETH Zürich wird immer weiblicher – auch in der Schulleitung

Der Frauenanteil an der Hochschule ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Nun wurde auch das oberste Gremium mit zwei Vizepräsidentinnen ergänzt.

Die zwei neuen Vizepräsidentinnen Vanessa Wood (links), und Julia Dannath-Schuh mit ETH-Präsident Joël Mesot.

Die zwei neuen Vizepräsidentinnen Vanessa Wood (links), und Julia Dannath-Schuh mit ETH-Präsident Joël Mesot.

Markus Bertschi/ETH Zürich

ETH-Präsident Joël Mesot ist am Freitagmorgen in Begleitung zweier Frauen vor die Medien getreten. Zu seiner Linken stand Vanessa Wood, ETH-Professorin und renommierte Nanotechnologie-Forscherin. Zu seiner Rechten Julia Dannath-Schuh, promovierte Psychologin und langjährige Beraterin für Führungskultur.

Mesot verkündete, was der ETH-Rat zuvor beschlossen hatte: Die zwei Frauen erweitern als Vizepräsidentinnen die Schulleitung. Die 37-jährige Wood ist neu verantwortlich für Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen, die 43-jährige Dannath-Schuh für Personalentwicklung und Leadership.

Der ETH-Präsident mass dem Moment in der schmucken Semper-Aula im Hauptgebäude eine grosse Bedeutung zu: «Heute ist ein extrem wichtiger Tag für die ETH. Ich bin mir sicher, dass die zwei Frauen die Hochschule mit ihren Fähigkeiten weiterbringen.»

Frauen im Vormarsch

Die Schulleitung besteht neu aus sieben Personen. Drei davon sind Frauen. Zuvor war Rektorin Sarah Springman die einzige Frau im obersten Gremium der ETH gewesen.

Die Britin hiess ihre zwei neuen Kolleginnen auf Twitter denn auch herzlich willkommen.

Die Veränderung an der Spitze entspricht einer Entwicklung, die innerhalb der Hochschule seit einiger Zeit zu beobachten ist. Frauen sind zwar noch immer auf allen Stufen unterrepräsentiert. Aber die ETH ist in den letzten Jahren weiblicher geworden.

Das zeigt auch das sogenannte Equality Monitoring der Hochschule. In dem bisher unveröffentlichten Bericht wurde die Situation von Gleichstellung und Vielfalt in Studium und Wissenschaft an der ETH analysiert.

Daraus geht hervor, dass der Frauenanteil bei den Studenten und Studentinnen im Jahr 2019 in 10 der 16 Departemente erhöht wurde. Einige Abteilungen legten in den letzten vier Jahren deutlich zu: Das Departement für Biosysteme verzeichnet ein Plus von 7 Prozent, das Departement für Erdwissenschaften steigerte den Frauenanteil seit 2015 gar um 10 Prozent. Insgesamt liegt er nun bei knapp einem Drittel. Ähnlich sieht es bei den Doktoranden und den Postdocs aus.

In der Professorenschaft sind die Frauen ebenfalls immer stärker präsent. Zwar lag der Frauenanteil bei den Neuberufungen auf festangestellte Professuren noch immer lediglich bei 21 Prozent. Bei Assistenzprofessuren ging 2019 aber die Hälfte aller Neuberufungen an Frauen.

Auch in Bereichen, die lange von Männern dominiert wurden, konnten die Frauen in den letzten Jahren zulegen. Zwischen 2006 und 2012 wurde von insgesamt 28 Ehrendoktortiteln nur ein einziger an eine Frau vergeben. Seither steigerte sich der Anteil markant. In den vergangenen sieben Jahren lag er bei durchschnittlich 35 Prozent.

Grosse Unterschiede und ein Leck

Trotz diesen positiven Entwicklungen zeigt der Bericht auch, dass der ETH noch viel Arbeit bevorsteht. Auffällig sind die grossen Unterschiede zwischen den Departementen. Während bei den Gesundheitswissenschaften die Studentinnen in der Mehrheit sind, liegt der Frauenanteil im Departement für Maschinenbau chronisch tief bei 12,5 Prozent.

Ein weiteres Problem ist die sogenannte Leaky Pipeline: je höher die akademische Karrierestufe, desto geringer der Frauenanteil. Hochschulen und Universitäten in aller Welt haben mit diesem Phänomen zu kämpfen. Die ETH ist davon nicht ausgenommen.

Leaky Pipeline: je höher die Karrierestufe, desto weniger Frauen

Geschlechteranteile in Prozent an der ETH Zürich

BachelorMasterDoktoratPostdocOberassistentenSenior ScientistsAssistenzprofessurProfessur020406080100

Das Phänomen beginne im Wesentlichen auf der Stufe Oberassistenz und verschärfe sich auf der Stufe der Senior Scientists, heisst es in dem Bericht. Weibliche Professoren sind deshalb in vielen Bereichen nach wie vor eine Rarität.

Besonders auffällig ist dies im Departement für Mathematik. Unter den Studierenden sind mehr als ein Fünftel Frauen. Bei den Professoren liegt ihr Anteil allerdings bei nicht einmal 8 Prozent.

Ein solches Missverhältnis kann sich negativ auf junge Akademikerinnen auswirken. Untersuchungen haben gezeigt, dass Rollenvorbilder essenziell sind: In Departementen, in denen es viele Professorinnen gibt, schlagen mehr Frauen eine wissenschaftliche Karriere ein. Fehlen die Vorbilder, wählen sie häufiger einen anderen Weg. Das könnte auch am Departement für Mathematik der ETH der Fall sein. Letztes Jahr sank der Anteil Doktorandinnen dort um 5 Prozent.

Frauen und Männer nehmen die Arbeit an der ETH denn auch ganz unterschiedlich wahr. In einer internen Umfrage gab jüngst jede vierte Frau an, dass sie sich in den letzten zwei Jahren in irgendeiner Weise diskriminiert gefühlt habe. Bei den Männern war es nur jeder zwanzigste.

«360-Grad-Diversität»

Die Erweiterung der Schulleitung begründet die ETH insbesondere mit dem starken Wachstum der Hochschule. Die Wahl der zwei neuen Vizepräsidentinnen ist jedoch auch als Versuch zu werten, in Sachen Gleichberechtigung einen Schritt vorwärtszumachen. Dem Thema wird seit einiger Zeit eine deutlich höhere Bedeutung beigemessen als in der Vergangenheit. Das hat auch mit Joël Mesot zu tun, der die Frauenförderung seit seinem Amtsantritt Anfang 2019 weit oben auf seine Agenda gesetzt hat.

Mit Vanessa Wood und Julia Dannath-Schuh wird die Schulleitung nicht nur weiblicher, sondern auch jünger. Mesot sprach bei ihrer Vorstellung deshalb von einer «360-Grad-Diversität» und hob die Fähigkeiten der zwei Frauen hervor. «Ihr bringt Kompetenzen mit, die wir noch nicht haben in der Schulleitung.»

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