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Die Clubs legen drauf: Handball-Heimspiele sind ein Verlustgeschäft

Die Zuschauerzahlen im Handball – sie sind auf diese Saison hin geradezu eingebrochen. Und das hat bloss indirekt mit der Pandemie zu tun.

Der BSV und Suhr liefern sich Mitte Monat eine packende Begegnung – vor gefühlt leeren Rängen.

Der BSV und Suhr liefern sich Mitte Monat eine packende Begegnung – vor gefühlt leeren Rängen.

Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

Es sind Zahlen, die alarmieren. 470 und 410 Leute besuchten die beiden bisherigen Heimspiele des BSV Bern – jenes Clubs, welcher in der letzten Saison mit 935 Zuschauern den höchsten Schnitt aller hiesigen Vereine verzeichnet hatte. Wacker Thun, während Jahren mit einem Mittel von rund 1000 Personen der Publikumsmagnet hierzulande, spielte im bislang einzigen Heimauftritt vor 225 Menschen. Das sind weniger als die Hälfte im Vergleich mit dem ersten Match 2019/2020.

Der heftige Rückgang betrifft nicht bloss die Berner Vertreter, und er ist lediglich indirekt Folge der Pandemie. 1000 Zuschauer dürften die Clubs in diesem Monat empfangen, ab Oktober theoretisch sogar mehr. Das Gros der Vereine hat im Zuge der Erarbeitung eines Schutzkonzepts das Limit freiwillig herabgesetzt, im Falle der Berner auf 600 Leute pro Partie.

Dass selbst dieses Kontingent nicht ausgeschöpft wird, hat vornehmlich damit zu tun, dass ein Matchbesuch in Zeiten von Corona als nicht sonderlich reizvoll erscheint. In den Hallen herrscht weitestgehend Maskenpflicht, man hat sich im Rahmen teils aufwendiger Prozesse zu registrieren – und läuft Gefahr, sich in Quarantäne begeben zu müssen, sollte ein anderer Anhänger positiv getestet werden.

Das Handballpublikum besteht zu einem nicht unwesentlichen Teil aus älteren Leuten und damit aus Menschen, welche sich wohl eher vor einer Ansteckung fürchten als der klassische Eventbesucher. Sie bleiben der Veranstaltung im Zweifelsfall fern, gerade wenn wie während der Qualifikation nicht besonders viel auf dem Spiel steht. Überdies haben es die Berner Clubs versäumt, mit einem guten Saisonstart Interesse zu wecken.

Das Derby als Hoffnung

Achim Dähler, der Geschäftsführer des BSV, sagt, bewegten sich die Zuschauerzahlen auf dem gegenwärtigen Niveau, sei ein Heimspiel ein Verlustgeschäft – an den bisherigen beiden Partien hätten die Stadtberner draufgelegt. Und Nicole Kaufmann erzählt, die Durchführung sei nicht ab einer bestimmten Besucherzahl rentabel. «Das hängt etwa davon ab, ob es sich bei den Besuchern grossteils um Saisonkarteninhaber handelt», erklärt Wackers Geschäftsführerin. Sie hält aber gleichfalls fest, dass Heimspiele in dieser Form defizitär sind.

Die Vertreter der Berner Clubs versichern, dass Geisterspiele bis auf weiteres vermieden werden, obwohl diese tiefere Kosten verursachen würden. Sie wollten unbedingt vor Publikum spielen, erklären sie, das sei schliesslich auch der Wunsch der Akteure. Und sie gehen davon aus, dass die Werte steigen werden. Das bevorstehende Derby vom Samstag (17 Uhr, Lachenhalle) – es kommt auch vor diesem Hintergrund gelegen.

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