Switzerland

Die Bezahl-App Twint holt auf

Debit- und Kreditkarten sind bei Schweizern beim Einkaufen zwar noch die am meisten genutzten bargeldlosen Zahlungsmittel. Doch das Bezahlverfahren Twint gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Bei Studenten ist es laut einer Umfrage bereits das bevorzugte Zahlungsmittel.

Bei Peer-2-Peer-Zahlungen wird Twint häufig benutzt.

Bei Peer-2-Peer-Zahlungen wird Twint häufig benutzt.

Christian Beutler / Keystone

(awp/sda) Allgemein ist bei der Schweizer Bevölkerung die Banküberweisung, gefolgt von den Debitkarten und den Kreditkarten bei Zahlungen die erste Wahl, wie eine vom Marktforschungsinstitut Ipsos im Auftrag von Twint durchgeführte und am Montag veröffentlichte Umfrage zeigt. Daran teilgenommen haben 800 Personen aus allen Sprachregionen der Schweiz. Durchgeführt wurde sie im Zeitraum Anfang bis Mitte August.

Dabei ist für 24% aller Befragten die Banküberweisung vor den Debitkarten (18%) und der Kreditkarte (15%) das präferierte Zahlungsmittel. Auf Platz vier folgt aber bereits Twint (12%). Für junge Menschen (16-34-Jährige) und besonders für Studenten ist dieses Bezahlverfahren bereits das zweit- respektive das meist beliebteste Zahlungsmittel. Dabei ist Twint bei diesen beiden Befragungsgruppen weiter verbreitet als etwa Paypal, Apple Pay oder Revolut. Diese werden nur von wenigen der Befragten genutzt.

Ein Viertel der Schweizer will Twint mehr nutzen

Es zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede in Bezug auf die Präferenz zwischen der Bezahlung im Laden (POS), beim Online Shopping (ECOM) und beim Geldrückbezahlen an Freunde und Familie (P2P). So werden in Läden Debitkarten, Bargeld und Kreditkarten bevorzugt, während es beim Online-Shopping Kreditkarten, PayPal und Twint sind und bei Peer-2-Peer Zahlungen vor allem Twint präferiert wird.

Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung plant gemäss der Umfrage Twint in Zukunft häufiger zu nutzen. Bei aktuellen und potenziellen Twint-Nutzern sind es über die Hälfte. Andere bargeldlose Zahlungsarten und Anbieter zeigen gemäss Umfrage eine konstante zukünftige Nutzung.

Angesichts dieser Perspektiven und aufgrund der starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf 2020 zeigte sich CEO Markus Kilb an einer Videokonferenz zuversichtlich. Die Anzahl Nutzender, Händler und Transaktionen habe während und auch nach dem Corona-Lockdown stetig zugenommen.

Ziele für 2020 werden übertroffen

Derzeit verzeichne Twint 3 Millionen Nutzer, womit sich deren Anzahl innerhalb eines Jahres um 80% erhöht habe. Diese würden aktuell mehr als 11 Millionen Transaktionen pro Monat via Twint tätigen. «Wir werden somit die für 2020 gesetzten Ziele von 3 Millionen Nutzer und 100 Millionen Transaktionen klar übertreffen», so Kilb weiter.

Seit diesem Frühjahr sind auch rund 15 000 neue Händler zu Twint gestossen, darunter neben gossen Anbietern auch viele Hofläden, Marktstände und Manufakturen. Diese Entwicklung zeige, dass Twint den Händlern auch bezüglich Gebühren ein wettbewerbsfähiges Angebot unterbreite. Mit dem Argument zu hoher Gebühren hat im März der Online-Händler Digitec-Galaxus Twint als Zahlungsmittel gestrichen.

Mit diesem ehemaligen Kunden würden derzeit wieder Gespräche geführt, sagte Kilb weiter. Auf Anfrage sagte denn auch Digitec-Galaxus-Chef Florian Teuteberg: «Wir sind mit Twint nach wie vor im Gespräch. Wir wollten die Zahlungsart nie abschalten und würden uns freuen, wenn unsere Kunden wieder mit Twint zahlen könnten.»

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