Switzerland

Die 300 Reichsten der Schweiz werden trotz Corona-Krise reicher

Die Vermögen der 300 reichsten Personen in der Schweiz sind in diesem Jahr trotz Corona-Krise gewachsen. Den Spitzenplatz belegt erneut die Familie des verstorbenen Ikea-Gründers Ingvar Kamprad. Unter den fünf reichsten findet sich neu die Familie Blocher.

Die Familie Blocher, im Bild Magdalena Martullo und ihr Vater Christoph Blocher, ist neu in die Top five vorgestossen.

Die Familie Blocher, im Bild Magdalena Martullo und ihr Vater Christoph Blocher, ist neu in die Top five vorgestossen.

Walter Bieri / Keystone

(awp/sda)/tsf.

Während viele Menschen aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit um ihr Gespartes bangen, haben die 300 Reichsten der Schweiz ihren Besitzstand im Corona-Jahr weiter ausgebaut. Konkret stiegen die Vermögen insgesamt um 5 Milliarden auf total 707 Milliarden Franken. Oder anders ausgedrückt: Würde das Vermögen der 300 Reichsten des Landes auf die Bevölkerung verteilt, erhielte jede Person 82 500 Franken bar auf die Hand, wie es in der jährlichen Studie des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» heisst.

Das Plus falle mit von 0,7 Prozent im Vergleich zu früheren Jahren aber eher knapp aus. In den letzten zehn Jahren davor seien die Vermögen der 300 Reichsten zusammengenommen im Schnitt um jährlich 26 Milliarden Franken oder 5,8 Prozent angeschwollen.

Pro Kopf kommen die 300 Reichsten Schweizer somit auf knapp 2,4 Milliarden Franken. Im Jahr 1989 waren es laut Bilanz gerade mal 660 Millionen gewesen. Das Durchschnittsvermögen der Vermögenden ist also um den Faktor 3,6 gewachsen. Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz pro Kopf im selben Zeitraum «nur» um den Faktor 2,7 gestiegen.

Die Schweiz bleibt ein Land der Superreichen. Gegen die Hälfte der 300 Reichsten – exakt 135 – sind Milliardäre. Beinahe bei der Hälfte geht es um Ausländer, die in der Schweiz wohnen, hier angemeldet sind und Steuern bezahlen. Von den 2095 Milliardären, die das US-Magazin «Forbes» im Frühjahr weltweit ortete, lebt jeder 15. in der Schweiz.

Blochers in den Top five

Laut Bilanz kommen die zehn Reichsten unter den Reichen zusammen auf ein Besitztum von 220 Milliarden Franken. Ganz oben an der Spitze steht seit nunmehr 19 Jahren die im Waadtland ansässige Familie Kamprad. Das Vermögen der Brüder Jonas, Peter und Mathias Kamprad, die seit dem Tod ihres Vaters und Ikea-Gründers Ingvar Kamprad den Konzern leiten und damit über das schwedische Möbelimperium wachen, wird mit rund 56 Milliarden Franken bewertet.

Gefolgt werden die Kamprad-Brüder vom Familienverbund Hoffmann und Oeri, der gemäss «Bilanz» mit der Beteiligung am Pharmakonzern Roche innert Jahresfrist 2 Milliarden an Wert zulegte und nun 29 bis 30 Milliarden Franken schwer ist. Den letzten Podestplatz sicherte sich Chanel-Grossaktionär Gérard Wertheimer mit 25 bis 26 Milliarden.

Neu in die Top five vorgestossen sind die Blochers. Das familiäre Vermögen ist laut der «Bilanz» innert Jahresfrist um rund 4 Milliarden Franken angewachsen. Dies vor allem, weil die Aktien der Ems-Chemie, kontrolliert von der Familie Blocher, in diesem Jahr einen eindrücklich Wertzuwachs erfuhren. Mit einem Vermögen von 15 bis 16 Milliarden belegen die Blochers Rang fünf unter den 300 Reichsten. Zum Vergleich: Als Christoph Blocher 2003 in den Bundesrat gewählt wurde und damit seinen Ems-Chemie-Chefsessel an Tochter Magdalena Martullo-Blocher abtrat, betrug der Vermögensstand der Familie noch 2,5 Milliarden.

Bierkönig Jorge Lemann verliert

Unter den Verlierern sticht Jorge Lemann mit einer Vermögenseinbusse von 7 auf 15 bis 16 Milliarden Franken hervor. Alleine der Kurssturz des von ihm zur Nummer eins gebrachten Bierkonzerns AB InBev hat ihm einen Verlust von 6 Milliarden eingetragen. Einbussen zwischen 3 und 4 Milliarden auf ihren Beteiligungen haben auch Guennadi Timtschenko, Alexandre Van Damme, Viktor Vekselberg oder Glencore-Lenker Ivan Glasenberg zu beklagen.

Erstmals präsentiert die Bilanz auch zehn neue Reichste, welche die Limite des Mindestvermögens von 100 Millionen Franken übertreffen. Gewichtigster Zuzug ist der Weissrusse Andrey Melnichenko, der über ein Vermögen von 14 bis 15 Milliarden gebietet. Ein Interessanter Neuling ist Roland Brack: Der Corona-Boost hat seine Online-Handelsfirma Competec belebt und das Vermögen auf 450 bis 500 Millionen angehoben.

Die zehn neuen Namen

Name Kanton Branche Geschätztes Vermögen
Andrey Melnichenko GR Chemie, Dünger, Kohle 14–15 Mrd. Fr.
Laura und Michael Paulus USA Software 1–1,5 Mrd. Fr.
Roland Brack AG Onlinehandel, Grosshandel 450–500 Mio. Fr.
Max-Hervé George, Byron Baciocchi BE/GB Immobilien, Hotellerie 400–450 Mio. Fr.
Thomas Lines AG Pharma, Immobilien 300–350 Mio. Fr.
Familien Mori und de Toledo GE Apotheke, Optik 300–350 Mio. Fr.
Jeremy Weir GE Erdöl- und Metallhandel 300–350 Mio. Fr.
Marc Bürki, Paolo Buzzi VD Wertschriftenhandel 250–300 Mio. Fr.
Guido Fluri ZG Immobilien 250–300 Mio. Fr.
Bernhard Burgener AG Medien, Beteiligungen 100–150 Mio. Fr.

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