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Deutschlands wertvollster Konzern: Aktien des Software-Anbieters SAP brechen um über 20 Prozent ein

Die Kunden von SAP setzen, auch durch die Corona-Pandemie, immer stärker auf Cloud-Dienstleistungen. Das ist einerseits gut, doch andererseits ist das Geschäft mit Software aus der Datenwolke margenschwächer als das klassische Lizenzgeschäft. Der schlechtere mittelfristige Ausblick hat Anleger am Montag schockiert.

Das Cloud-Geschäft wird für SAP - im Bild CEO Christian Klein - immer wichtiger. Es ist aber margenschwächer als das klassische Lizenzgeschäft.

Das Cloud-Geschäft wird für SAP - im Bild CEO Christian Klein - immer wichtiger. Es ist aber margenschwächer als das klassische Lizenzgeschäft.

Ralph Orlowski / X00960

Seit Jahren ist SAP das mit Abstand wertvollste deutsche Unternehmen. Selbst die Corona-Krise konnte dem Anbieter von Unternehmenssoftware für Buchführung, Controlling, Vertrieb, Einkauf und vieles mehr kaum etwas anhaben. Von dem pandemiebedingten Einbruch im März hat sich der Aktienkurs schnell wieder erholt, und Anfang September erreichten die Titel von SAP bei rund 144 € sogar einmal mehr ein Rekordhoch. Doch am Montag war es mit der Börsen-Herrlichkeit vorbei. Nach einer am Sonntag veröffentlichten «Gewinnwarnung» und einem revidierten mittelfristigen Ausblick brachen die Titel um 22% auf rund 97 € ein. Das war der tiefste Kurssturz seit über 20 Jahren.

Satter Rückgang der Marge

Da das Management um Vorstandssprecher Christian Klein die Prognose für das Jahr 2020 im Hinblick auf Kennzahlen wie den Umsatz und das Betriebsergebnis lediglich geringfügig nach unten revidiert hatte, war schnell klar, dass vor allem die Senkung der mittelfristigen Prognose die erfolgsverwöhnten Investoren geschockt hatte. Nach Einschätzung von SAP befinden sich viele Kunden aufgrund der Corona-Krise an einem Wendepunkt. Für zahlreiche Unternehmen sei der Umstieg in die Cloud, verbunden mit einer Neuausrichtung des Geschäfts, unerlässlich geworden. Was harmlos klingt, bedeutet für SAP einen negativen Effekt auf die operative Marge von satten vier bis fünf Prozentpunkten im Jahr 2023. Das war aus Sicht der Anleger eine desaströse Mitteilung. Da half es auch nicht, dass SAP die Cloud-Erlöse in den kommenden Jahren massiv steigern will.

Beim kurzfristigen Ausblick für 2020 wirkt sich negativ aus, dass die Belebung der Nachfrage in den vergangenen Wochen nach neuerlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in einigen Ländern verhaltener ausgefallen ist als vom Management erwartet. Im dritten Quartal war der Umsatz um 4% gesunken, was allerdings vor allem auf Währungseffekte zurückzuführen war. Der gegenüber dem Dollar härtere Euro machte der stark in den USA vertretenen SAP zu schaffen. Bereinigt um diese Effekte sind die Erlöse jedoch immerhin stabil geblieben. Das Cloud-Geschäft wuchs sogar um 11%, es ist allerdings margenschwächer als das klassische Lizenzgeschäft des Unternehmens. SAP ist Weltmarktführer bei betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware für Unternehmen, das Geschäft mit Cloud-Diensten wird aber immer wichtiger. Der Konzern hat über 400 000 Kunden in etwa 190 Ländern.

Einstiegschance für mutige Anleger

Für die kommenden Jahre rechnet das Management nur noch mit einem verhaltenen Wachstum der Umsatzerlöse und mit einem stagnierenden oder sogar etwas niedrigeren Betriebsergebnis. Erst ab dem noch relativ fernen Jahr 2023 sei wieder mit einem beschleunigten Wachstum der Umsatzerlöse und einem zweistelligen Anstieg des Betriebsergebnisses zu rechnen. Aufgrund dieses veränderten Ausblicks haben viele Finanzanalytiker ihren Daumen gesenkt und ihre Kursziele erheblich nach unten angepasst. Einige halten dem Unternehmen aber zugute, dass die Wachstumsperspektive nach wie vor intakt sei, und halten an Kurszielen von rund 140 € fest.

Für mutige Anleger könnte der massive Einbruch der Aktien eine Chance sein, die Titel des Unternehmens nachzukaufen, um auf eine rasche Erholung zu spekulieren. Zumindest für Investoren mit einem langen Atem sieht das Chance-Risiko-Verhältnis nach dem starken Kurseinbruch derzeit attraktiv aus. Und ein Trost bleibt auch für SAP, der Konzern ist immer noch das wertvollste Unternehmen im Deutschen Aktienindex vor Linde, Siemens und Volkswagen.

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