Switzerland

Deutsche Gewerkschaft will bei Amazon am «Black Friday» streiken, deutscher Minister will stationären Handel stützen – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(sda/afp/reu) Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat den Erhalt des stationären Einzelhandels in Deutschland als eine «nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe» bezeichnet. «Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses», sagte Altmaier der «Bild»-Zeitung vom Donnerstag.«Bäckereien, kleine Lebensmittelgeschäfte, Buchläden, Antiquitätengeschäfte haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und machen unsere Innenstädte zu Orten der Begegnung und attraktiv für viele Menschen.»

Er wolle nicht in einer Stadt leben, in der es nur noch Filialen grosser Ketten gebe, sagte Altmaier. «Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, den stationären Handel und kleinere Geschäfte zu unterstützen.» Der Einzelhandel und die FDP in Deutschland hatten angesichts der Einschränkungen in der Coronavirus-Krise vor einer Verödung der Innenstädte gewarnt.

Angesichts der angespannten Lage bei vielen Einzelhändlern verlangt Altmaier zudem zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels in Deutschland mehr verkaufsoffene Sonntage 2021. «Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann», sagte er zur «Bild» weiter. Er habe an alle Landesregierungen und Kommunen die Bitte gerichtet, mit den Öffnungszeiten möglichst grosszügig und flexibel umzugehen, hiess es weiter.

(Reuters) Die deutsche Gewerkschaft Verdi will mit Streiks bei Amazon während der Schnäppchenjagd um den «Black Friday» Druck auf den amerikanischen Onlinehändler ausüben. Mit Beginn der Nachtschicht auf Donnerstag rief die Gewerkschaft die Beschäftigten in sieben Versandzentren in Deutschland zu einem dreitägigen Ausstand auf. Dies teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Den Beschäftigten werde die «geforderte tarifvertragliche und existenzsichernde Entlohnung vorenthalten», während Amazon zugleich Milliardengewinne einfahre, kritisierte Verdi.

Mitarbeiter bei Amazon profitierten «von exzellenten Löhne, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen», erklärte dagegen der US-Konzern. In Deutschland liege der Einstiegslohn bei Amazon zwischen 11,30 und 12,70 Euro brutto pro Stunde. Der Tarifstreit zwischen dem Online-Händler und Verdi schwelt bereits seit Jahren. Verdi fordert für die Mitarbeiter in den deutschen Amazon-Versandzentren tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel gelten und unterstreicht diese Forderung immer wieder mit Protesten. Amazon lehnt einen solchen Tarifvertrag mit Verdi ab.

(afp) iPads gegen Waffenlizenzen: Der Sicherheitschef des amerikanischen Technologiekonzerns Apple ist wegen Bestechungsvorwürfen angeklagt worden. Thomas Moyer soll versucht haben, mit 200 Tablet-Computern an Waffenlizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zu gelangen.

Dies erklärte die Staatsanwaltschaft des kalifornischen Verwaltungsbezirks Santa Clara am Dienstag (Ortszeit). In dem Fall wurden neben Moyer auch zwei Polizisten angeklagt.

Der Sicherheitschef von Apple soll 200 iPads gegen Waffenlizenzen getauscht haben.

Der Sicherheitschef von Apple soll 200 iPads gegen Waffenlizenzen getauscht haben.

Andrew Kelly / Reuters

Die beiden Polizisten hätten Moyer zu dem Versprechen gedrängt, dem Büro des Sheriffs 200 iPads im Wert von zusammen fast 70 000 Dollar zu spenden, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Im Gegenzug wollten sie demnach zurückgehaltene Lizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zum verborgenen Tragen von Schusswaffen ausstellen. Das Geschäfte wurde laut der Anklage im August 2019 in letzter Minute abgeblasen, nachdem Moyer und einer der Polizisten von einem Durchsuchungsbeschluss für das Büro des Sheriffs erfuhren.

In der Anklage werden Moyer Bestechung und den beiden Polizisten Bestechlichkeit vorgeworfen. Ein Gerichtstermin wurde für den 11. Januar angesetzt.

Moyers Anwalt wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. «Tom Moyer ist unschuldig.» Zwar habe Apple angeboten, iPads zu spenden. Und Apple habe sich um Waffenlizenzen beworben. «Aber diese beiden Dinge stehen in keinem Zusammenhang.» Es habe sich nicht um ein Tauschgeschäft gehandelt. Moyer sei vielmehr «Kollateralschaden» in einem «langen, bitteren und sehr öffentlich geführten Streit» zwischen dem Sheriff von Santa Clara und dem Bezirksstaatsanwalt geworden.

In einer getrennten Anklage wurden ausserdem einer der Polizisten und ein Versicherungsmakler angeklagt. Hier soll es ebenfalls um eine Waffenlizenz gegangen sein – und um VIP-Tickets für ein Eishockey-Spiel im Wert von 6000 Dollar.

(Bloomberg) Die erste syndizierte Anleihe, die die Deutsche Lufthansa AG mit einem Bonitätsstatus nur noch im Ramschbereich begibt, ist für den Konzern zum Erfolg geworden.

Dem informierten Kreisen zufolge ursprünglich angepeilten Volumen von mindestens 500 Millionen Euro stand ein solches Investoreninteresse gegenüber, dass die Fluggesellschaft die Emission auf eine Milliarde Euro verdoppelt hat. Das Ordervolumen lag indessen bei rund 4 Milliarden Euro.

Auch bei der Preissetzung profitierte die Lufthansa von der regen Nachfrage der Anleger: Die Bonds werden mit 3% pro Jahr verzinst. Die Laufzeit endet im Mai 2026.

Die Lufthansa teilte am Dienstagabend zudem mit, das erste Kündigungsrecht ihrer 2075 fälligen mit 5,125% verzinsten Hybridanleihe über 500 Millionen Euro nicht auszuüben. Der Ku­pon wird am 12. Februar neu festgesetzt.

«Der grosse Erfolg beider Transaktionen unterstreicht das Vertrauen des Kapital­marktes in unser Unternehmen und unsere Restrukturierungsmassnahmen», sagte Wilken Bormann, Executive Vice President Group Finance der Lufthansa. «Bereits jetzt haben wir den grössten Teil unserer im Jahr 2021 auslau­fenden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Milliar­den Euro erfolgreich refi­nanziert.»

(Reuters) Das schwer unter der Coronavirus-Pandemie leidende kanadische Unterhaltungsunternehmen Cirque du Soleil hat sich aus der Insolvenz gelöst. Das Unternehmen erklärte am Dienstag (Ortszeit), es habe eine entsprechende Vereinbarung mit seinen Gläubigern getroffen.

Weltweit hatte Cirque du Soleil im Zuge der Coronavirus-Pandemie den Betrieb von mehreren Dutzend Shows einstellen müssen, darunter allein sechs im amerikanischen Glücksspielparadies Las Vegas. Tausende von Artisten mussten zudem entlassen werden.

(sda) Die grösste Bank der USA JPMorgan Chase muss wegen angeblichen Aufsichtsversagens eine Geldstrafe zahlen. Die zum amerikanischen Finanzministerium gehörende Behörde OCC brummte dem Kreditinstitut am Dienstag (Ortszeit) ein Bussgeld von 250 Millionen Dollar auf.

Die Aufseher warfen JPMorgan in einer Mitteilung mangelnde interne Kontrollen vor. Im Risikomanagement habe es über Jahre Defizite gegeben. So sei Interessenkonflikten nicht ausreichend vorgebeugt worden. Die Bank habe die Strafe akzeptiert und die Mängel behoben, hiess es weiter.

JPMorgan war Ende September erst wegen Marktmanipulation von der Finanzaufsicht CFTC zu einer Strafzahlung von 920 Millionen Dollar verdonnert worden. Händler der Bank sollen jahrelang die Preise von Edelmetall- und Anleihekontrakten zu ihren Gunsten beeinflusst haben

(awp/sda/dpa) Mit dem Kauf des US-Verlags Simon & Schuster mit Erfolgsautoren wie Stephen King baut der Bertelsmann-Konzern seine Position auf dem internationalen Buchmarkt aus. Die zum Konzern gehörende Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House übernimmt den Buchverlag vom Medienunternehmen ViacomCBS für umgerechnet 1,83 Milliarden Euro (2,175 Milliarden US-Dollar).

Dies teilte der Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzern am Mittwoch in Gütersloh mit. Das Verlagshaus mit Sitz in New York veröffentlicht neben Stephen King auch Werke unter anderem von Hillary Clinton und John Irving.

Bei Simon & Schuster sind weltweit rund 1500 Mitarbeiter tätig, der Umsatz lag den Angaben zufolge im Jahr 2019 bei 814 Millionen US-Dollar (Ende 2019 rund 725,8 Mio Euro). 85 Prozent der Umsätze des Verlags entfallen auf die USA.

Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt von regulatorischen Genehmigungen. Den Abschluss erwartet Bertelsmann im Laufe des nächsten Jahres. Simon & Schuster soll unter das Dach von Penguin Random House schlüpfen, aber dort eine eigene Verlagseinheit bilden. Personelle Änderungen an der Führungsspitze sind nicht geplant.

Kaufpreis in bar

Bertelsmann will den Kaufpreis in bar aus liquiden Finanzmitteln zahlen. Mit dem Kauf stärkt Bertelsmann seine Präsenz in seinem zweitgrössten Markt USA und wichtigstem Auslandsmarkt.

Seit Frühjahr ist der Konzern, zu dem unter anderem auch die RTL Group und der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr sowie der Dienstleister Arvato zählen, bereits alleiniger Eigentümer von Penguin Random House in New York als grösstem Publikumsverlag der Welt. Die Verlagsgeschichte von Bertelsmann reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sieht Wachstumschancen im weltweiten Buchmarkt weiterhin in den USA, aber auch in China, Indien und Brasilien. Was die Segmente anbetrifft, gebe es grosses Wachstum im Bereich Kinder- und Jugendbücher. Aber auch beim Hörbuch sieht der Konzern Potenziale.

(Reuters/afp) Die zweite Coronavirus-Welle verschärft die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn. Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom Mittwoch steuert der deutsche Staatskonzern deshalb dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu. Dies gehe aus den Unterlagen für die Verwaltungsratssitzung am 9. Dezember hervor, die dem Blatt vorlägen, hiess es. Zum Halbjahr hatte die Deutsche Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

Um die Verluste auszugleichen, hat die deutsche Regierung der Deutschen Bahn im Konjunkturpaket vom Juni eine Aufstockung des Eigenkapitals um fünf Milliarden Euro zugesagt. Bis 2024 rechnet das Unternehmen mit Einbussen zwischen elf und im schlechteren Szenario von 13,5 Milliarden Euro.

Das Logo des chinesischen Telekomausrüsters ZTE und ein grosses 5G-Zeichen auf der World 5G Exhibition in Peking am 22. November 2019.

Das Logo des chinesischen Telekomausrüsters ZTE und ein grosses 5G-Zeichen auf der World 5G Exhibition in Peking am 22. November 2019.

Jason Lee / Reuters

(Reuters) Die amerikanische Aufsichtsbehörde FCC hält an ihrer Einstufung des chinesischen Telekomausrüsters ZTE als «Sicherheitsrisiko» fest. Die Behörde wies am Dienstag (Ortszeit) einen Antrag des Unternehmens zurück, diese Bewertung zurückzunehmen.

Dies teilte die FCC gleichentags mit. Die amerikanische Behörde hatte im Juli ZTE und den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft.

Damit müssen Kunden in ländlichen Gebieten die Ausrüstung der beiden Firmen aus bestehenden amerikanischen Netzen entfernen und ersetzen. Zudem dürfen sie keine Subventionen aus dem Staatstopf in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar zum Kauf von Ausrüstung mehr in Anspruch nehmen.

(Reuters) Der Computerhersteller Hewlett Packard (HP) meldet einen Rekord bei den Auslieferungen im vierten Geschäftsquartal. Zwar fiel der Umsatz um ein Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Dienstag (Ortszeit) nach Börsenschluss in den USA mitteilte. Allerdings hatten Experten mit einem Rückgang auf 14,7 Milliarden gerechnet. Die Dividende werde zudem um zehn Prozent erhöht, hiess es weiter.

Für das laufende erste Quartal sagte HP einen Gewinn je Aktie zwischen 64 und 70 Cent voraus. Experten gehen derzeit lediglich von 54 Cent je Titel aus. An der Börse kamen die Informationen gut an. Die HP-Aktien legten nachbörslich um rund sechs Prozent zu.

Hewlett-Packard hatte sich Ende 2015 aufgespalten. Neben HP agiert auch der Bereich Hewlett Packard Enterprise (HPE) eigenständig, in dem Server- und Speicherdienste gebündelt sind.

(dpa) Der Computer-Konzern Dell schlägt sich in der Corona-Krise dank einem hohen Bedarf an PCs, Notebooks und Tablets besser als erwartet. «Wir sind auf eine beispiellose Nachfrage nach Anwendungen für Heimarbeit gestossen», verkündete Dell-Vorstand Jeff Clarke am Dienstag nach Börsenschluss in den USA bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal. Der Betriebsgewinn stieg im Jahresvergleich um starke 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (1,0 Milliarden Franken).

Vor allem die PC-Sparte verzeichnete deutliche Zuwächse – hier nahmen die Erlöse im Privatkundengeschäft um 14 Prozent und die Verkäufe an Geschäftskunden um 5 Prozent zu. Deutlich schlechter lief es indes bei Servern und Netzwerkgeräten. Insgesamt schaffte Dell ein dreiprozentiges Umsatzplus auf 23,5 Milliarden Dollar. Damit wurden die Prognosen übertroffen, was die Aktie nachbörslich zunächst steigen liess. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 37 Prozent zugelegt.

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