Switzerland

Der Weg zum eigenen Chalet muss frei bleiben

Die Fahrt ins eigene Ferienhaus muss erlaubt bleiben. Und die Feriengäste müssen sich so verantwortungsbewusst benehmen wie zu Hause.

Mein Feriendomizil, mein Eigentum, meine Burg: Chalet in Zermatt.

Mein Feriendomizil, mein Eigentum, meine Burg: Chalet in Zermatt.

Foto: Thomas Egli

Die Parks, die Plätze, die Seepromenade. Alles Sperrzone. In diesen Zeiten will man grössere Menschenansammlungen vermeiden. Zu Recht. Dieses Virus muss isoliert werden. Voller Hindernisse ist nun auch noch der Weg ins eigene Feriendomizil. Eine Rechtfertigung brauchts nicht nur an den Polizeikontrollen, die in den Ferienregionen immer häufiger aufgestellt werden. Eine Rechtfertigung brauchts vor allem sich selber gegenüber.

Ist es fair, wenn sich privilegierte Häupter auf dem exklusiven Balkon der Bergsonne entgegenstrecken wollen?

Die Signale von oben sind sonnenklar

Die Signale von oben sind sonnenklar. Bundesrat Alain Berset hat eindringlich davor gewarnt, ins Tessin zu fahren. Und nun appellieren auch noch Bündner und Tessiner an die Unterländer: Bleiben Sie zu Hause. Restate a casa.

Verständlich. Eine Woche vor Ostern das herrliches Wetter verspricht ist die Furcht vor einer Massenwanderung gross. Stau vor dem Gotthard will niemand. Ganz besonders in diesem Jahr.
Aber
den Aufenthalt im eigenen Chalet oder Rustico zum asozialen Akt zu erklären, geht zu weit.

Den Aufenthalt im eigenen Chalet oder Rustico zum asozialen Akt zu erklären, geht zu weit.

Entscheidend dabei ist vielmehr das Verhalten der Ferienhüslibesitzer. Im Erst- wie auch Zweitwohnsitz gilt der Covid-Code: Social Distancing, keine Menschenansammlungen bilden, unnötige Fahrten und Gefahren meiden.

Also: Krasse Wanderungen oder waghalsige Aktionen im steilen Gelände sind asozial. Denn das Letzte, was die Regionalspitäler derzeit brauchen können, sind sonnenverbrannte Städter mit verdrehten Knöcheln oder einem Loch im Kopf.

Das verlockende Verbot

Die Versuchung ist riesig, die Fahrt ins Zweitdomizil nicht nur zu ächten, sondern auch zu verbieten. Der Staat im Notstandsmodus ist heute leicht dazu zu verführen, die Grundrechte auf Bewegungsfreiheit und auf Eigentum einzuschränken.

Damit es nicht dazu kommt, braucht es eine Politik mit Augenmass und Feriendomizilbesitzer mit Verantwortungsbewusstsein. Die letzten drei Wochen haben gezeigt, dass beide Seiten das nicht so schlecht hinbekommen haben.

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