Switzerland

Der Markt für Ökonomen wächst zusammen – aber die Schweizer nutzen kaum die Chancen der sozialen Netzwerke

Zu den einflussreichsten Ökonomen in der Schweiz gehören Deutsche. Sie nutzen Twitter viel offensiver als viele Schweizer Fachkollegen.

Ökonomen können heutzutage über Online-Portale, Blogs oder die sozialen Netzwerke grundsätzlich die ganze Welt kostengünstig erreichen. Früher war die Ausstrahlung von Medien wie der Tageszeitung oder Radio und Fernsehen stark auf den jeweiligen nationalen Rahmen konzentriert.

Ökonomen können heutzutage über Online-Portale, Blogs oder die sozialen Netzwerke grundsätzlich die ganze Welt kostengünstig erreichen. Früher war die Ausstrahlung von Medien wie der Tageszeitung oder Radio und Fernsehen stark auf den jeweiligen nationalen Rahmen konzentriert.

Gaetan Bally / Keystone

Die einen mögen darin eine deutsche Vormachtstellung erkennen, andere würden von einem freien Wettbewerb der Ideen sprechen. Tatsache ist, dass in der Liste der einflussreichsten Ökonomen in der Schweiz zahlreiche Wirtschaftswissenschafter aus Deutschland vertreten sind.

Im «Ökonomen-Einfluss-Ranking» 2020, das die NZZ dieser Tage veröffentlicht hat, machen sie ein Viertel der Forscher in den Top 40 aus. Zu ihnen gehören etwa der Finanzwissenschafter und Chef des Ifo-Instituts München, Clemens Fuest, sein Vorgänger, Hans-Werner Sinn, oder Marcel Fratzscher, Leiter des DIW Berlin.

Einfluss in beide Richtungen

Dass deutsche Ökonomen in der Schweizer Diskussion präsent sind, ist an sich kein neues Phänomen. So wird Hans-Werner Sinn als vielleicht bekanntester deutscher Wirtschaftswissenschafter seit langem in der Schweiz wahrgenommen. Zudem geht der Einfluss auch in die andere Richtung. Mit Ernst Fehr und Bruno S. Frey sind seit geraumer Zeit zwei Fachvertreter aus der Schweiz in der Liste der einflussreichsten Ökonomen in Deutschland vertreten.

Ferner strahlen manche Wirtschaftswissenschafter über den deutschsprachigen Raum hinaus. Beispielsweise belegt der junge Zürcher Ökonom David Dorn im Schweizer Ranking Rang 16. Grösser dürfte aber sein Einfluss in den USA sein. Dort hat er mit seinen Forschungen dazu, wie der Handel mit China in Amerika Arbeitsplätze vernichtet hat, viel Aufmerksamkeit erregt.

Grenzüberschreitende Probleme

Einiges deutet darauf hin, dass der «Markt für Ökonomen» stärker zusammenwächst. Zum einen liegt es an den Themen, die die Welt derzeit in Atem halten. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China, die «faire» Besteuerung von Internetkonzernen oder die Digitalisierung der Arbeitswelt: Für diese grenzüberschreitenden Probleme sind häufig internationale Fachexperten gefragt.

Zu ihnen gehören etwa der Welthandelsexperte Gabriel Felbermayr vom deutschen IfW Kiel oder der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum, der sich intensiv mit den digitalen Umwälzungen in der Arbeitswelt beschäftigt. Sie haben laut dem Ranking in der Schweiz jüngst mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Neue Ökonomie der Aufmerksamkeit

Zum andern haben sich die Kanäle, über die öffentliche Debatten stattfinden, in den vergangenen Jahren technologisch und strukturell stark verändert.

Früher konnten sich Ökonomen vor allem über Tageszeitungen oder Radio und Fernsehen Gehör verschaffen; aber die Ausstrahlung dieser Medien ist stark auf den jeweiligen nationalen Rahmen konzentriert. Heute hingegen lässt sich über Online-Portale, Blogs oder die sozialen Netzwerke grundsätzlich die ganze Welt kostengünstig erreichen.

Vor allem der Kurznachrichtendienst Twitter ist zu einem Forum geworden, in dem sich Ökonomen ernsthaft mit Fachkollegen sowie mit einer interessierten Öffentlichkeit von Politikern, Medienschaffenden und Bürgern austauschen. Mit fundierten Argumenten kann hier prinzipiell jeder Einfluss gewinnen. Das begünstigt den grenzüberschreitenden Austausch von Ideen.

Deutsche Grössen setzen auf Twitter

Auffällig ist, dass führende deutsche Ökonomen Twitter offensiver nutzen als viele Schweizer Fachkollegen. Eigentlich sind nur die drei Schweizer Ökonominnen, die sich in den Top 20 platziert haben, ernsthaft auf Twitter präsent, um ihre Ideen zu verbreiten und sich Debatten zu stellen.

Die Wirtschaftspolitikerin Monika Bütler von der Universität St. Gallen machte beispielsweise in der Corona-Krise auf Twitter früh klar, dass sie die gesundheitlichen Risiken der Pandemie für grösser hält als viele Fachkollegen. Die in Harvard ausgebildete Entwicklungsökonomin und Finanzwissenschafterin Dina Pomeranz von der Universität Zürich gehört seit Jahren international zu den gewichtigsten Twitter-Exponenten in ihrem Gebiet. Auch die junge Ökonomin Isabel Martinez von der ETH Zürich, die sich mit Forschungsarbeiten zu Ungleichheit und Besteuerung einen Namen gemacht hat, setzt auf das soziale Netzwerk.

Demgegenüber sind praktisch alle der einflussreichsten männlichen Schweizer Ökonomen Twitter-Muffel. Vielleicht versprechen sie sich von anderen Kanälen mehr Einfluss. Aber dass es auch anders geht, zeigen die deutschen Fachkollegen.

Alle deutschen Grössen wie Fuest, Sinn, Fratzscher, Felbermayr, Südekum und auch Lars Feld, der Vorsitzende der «Wirtschaftsweisen», sind auf Twitter aktiv. Das soziale Netzwerk ist für sie ein wichtiger Ort geworden, um ihre wirtschaftspolitischen Vorstellungen zu verbreiten und zu vertreten. Damit dürften sie sich auch in der Schweiz mehr Gehör verschafft haben.

Monika Bütler und Dina Pomeranz als bestplatzierte Ökonominnen

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