Switzerland

Der Kanton will beim Kreisel Ampeln aufstellen – die Gemeinde wehrt sich dagegen

In Gebenstorf muss man künftig auf grünes Licht warten, bevor man in den Kreisel bei der ehemaligen Turnhalle einfahren darf. Das zumindest ist beim Kanton in Planung – wenn auch nur zu Stosszeiten. Der Sinn der Ampeln: Ein flüssiges Verkehren der Busse ermöglichen, indem den Autos möglichst wirksam die Vorfahrt in den Kreisel entrissen wird.

Das Projekt ist eine Massnahme aus dem Verkehrsmanagement Region Brugg. Für Gemeindeammann Fabian Keller (CVP) handelt es sich hierbei aber um ein nutzloses Vorhaben: «Wenn es keine eigene Busspur gibt, steht der Bus genauso im Stau wie alle anderen Autos.» Der Gemeinderat sieht keine verkehrstechnische Notwendigkeit für diese Ampeln und wehrt sich nun entschieden dagegen.

Keller teilt auf Anfrage mit, dass man einen Protokollauszug aus dem Gemeinderat an das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) übermittelt habe. Die Gebenstorfer bitten den Kanton darin, das Projekt einzustellen und mit der Gemeinde in Kontakt zu treten – gerade letzteres sei im bisherigen Verlauf des Projekts vernachlässigt worden.

Gemeinde soll 48 Prozent der Gesamtkosten zahlen

Im Oktober 2019 sei der Gemeinderat vom Kanton zu einem Gespräch über das Verkehrsmanagement geladen worden, bei der auch die Lichtsignalanlagen thematisiert wurden. Schon damals war laut Fabian Keller der Sinn und Zweck der Ampeln für den Gemeinderat nicht deutlich. Allerdings sei versprochen worden, dass Details der Verkehrsplanung mitgeteilt werden, sobald sie feststehen: «Nach dem ersten Gespräch haben wir aber nichts mehr vom Kanton gehört; bis wir eine Rechnung im fünfstelligen Bereich für die bisherige Planung erhalten haben.»

48 Prozent der Gesamtkosten für Planung und Bau der Ampeln soll die Gemeinde Gebenstorf tragen – ohne in die Planung eingebunden worden zu sein. Davon abgesehen, dass der Gemeinderat die Ampeln gar nicht will, könnte er diese aufgrund anlaufender Bau- und Sanierungsprojekte frühestens 2022 finanzieren. Keller bedauert, dass die Verantwortlichen beim Kanton die Gemeinde so wenig in den Planungsprozess eingebunden habe.

Die Abteilung Tiefbau und Verkehrstechnik beim BVU wollte Fragen hierzu nicht beantworten. Welchen Nutzen der Kanton in einer Lichtsignalanlage sieht, wie viel sie gesamt kosten soll und warum man die Gemeinde nicht enger in die Planung miteinbezogen habe, bleibt offen. Man befinde sich mitten in den Besprechungen mit der Gemeinde und kommuniziere deshalb zur Zeit nicht über die Presse, heisst es von Seiten des BVU.

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