Switzerland

Der geniale Nerd, der mit Steve Jobs Streiche spielte und die Welt veränderte

Apple-Gründer: Steve Wozniak (links) war der geniale Tüftler, Steve Jobs hatte den Geschäftssinn. Bild: APPLE

Der geniale Nerd, der mit Steve Jobs Streiche spielte und die Welt veränderte

Steve Wozniak, der Vater des Personal Computers, feiert am Dienstag seinen 70. Geburtstag. Ein Rückblick auf verrückte Zeiten.

Der erste brauchbare Personal Computer, der Apple I, wurde von einem einzigen Menschen erfunden und entwickelt: Steve Wozniak. Der Tüftler, der nun 70 Jahre alt wird, bildete beim Aufbau von Apple den Gegenpol zu seinem visionären Kumpanen Steve Jobs.

Die Computerrevolution begann für Apple-Mitbegründer Steve Wozniak in der Garage eines arbeitslosen Ingenieurs im Silicon Valley.

Diese Nerds träumten davon, dass Computertechnologie für die Allgemeinheit erreichbar sein sollte. Menschen sollten es sich leisten können, einen eigenen Computer zu besitzen und damit zu arbeiten oder zu spielen. Und dank des Genies von Wozniak, der am 11. August 1950 in Sunnyvale (Kalifornien) geboren wurde, sollte es kein Traum bleiben.

Wozniak mit dem iPhone 4S, im Oktober 2011. Er stellte sich bei Verkaufsstarts jeweils in die Schlange. Bild: AP

Anfang der 70er Jahre gab es noch keine Personal Computer. Über schrankgrosse Rechenanlagen, die für normale Menschen unbezahlbare Technikmonster waren, verfügten nur wenige Unternehmen, einige Universitäten und das Militär. Im Homebrew Computer Club redeten sich die Hobbybastler aber darüber die Köpfe heiss, wie man die Technologie erschwinglich machen kann.

Ihr erster Streich

Wozniak wuchs mit elektronischen Bauteilen als liebstes Spielzeug auf. Als Teenager lötete «Woz», wie er von allen Freunden genannt wurde, gerne an Schaltkreisen herum. Er las alles, was er in die Hände bekam, um an diese unzugänglichen Maschinen zu gelangen.

Auf der High School lernte Woz den fast fünf Jahre jüngeren Steve Jobs kennen, der seine Begeisterung für Computer teilte. Trotz des Altersunterschieds fanden sie schnell gemeinsame Interessen – von den «elektronischen Sachen» bis hin zum Spass an ulkigen Scherzen.

«Woz war der erste Mensch, den ich traf, der mehr über Elektronik wusste als ich», sagte Jobs später. Wozniak brachte ihm die Songs von Bob Dylan nahe, gemeinsam jagten sie Mitschnitten seiner Live-Auftritte nach. Und sie verabschiedeten eine Abschlussklasse an ihrer Highschool mit einem riesigen Stinkefinger-Transparent, das sich plötzlich von einem Balkon entrollte. Dieser Streich habe ihre Freundschaft besiegelt, erzählte Jobs später.

Der «Blue Box Hack»

Das erste gemeinsame technische Projekt der beiden Freunde war eigentlich kriminell. Sie waren darauf aufmerksam geworden, wie das Telefonsystem der USA so manipuliert werden konnte, dass man kostenlos Telefonate führen konnte. Alle Steuerfrequenzen waren in einem öffentlich zugänglichen Handbuch aufgeführt. Während der Telekom-Riese AT&T sich daran machte, die Handbücher schleunigst aus den Bibliotheken zu entfernen, schlichen sich die Freunde an einem Sonntag in eine geschlossene Bücherei und sicherten sich das Buch.

Schon beim «Blue Box Hack» zeichnete sich die Aufgabenteilung ab, die später bei Apple galt: Jobs war der weitsichtige Geschäftsmann, der die Box möglichst vielen verkaufen wollte, Woz der geniale Tüftler. Sie nutzten das Gerät aber vor allem zum Spass, um selbst kostenlose Ferngespräche zu führen. Einmal riefen sie aus einer Telefonzelle den Vatikan an, Wozniak gab sich als US-Aussenminister Henry Kissinger aus und verlangte, dringend den Papst zu sprechen. Zum Kirchenoberhaupt wurden sie nicht durchgestellt – doch die Box funktionierte.

«Breakout» programmiert

Im Januar 1973 trat Wozniak eine Stelle bei Hewlett-Packard (HP) an, um am Design von Schaltkreisen zu arbeiten, die für Rechenmaschinen und Taschenrechner verwendet wurden. In seiner Freizeit sicherte er sich einen Platz in der Geschichte der Computerspiele, denn in nur vier Tagen programmierte Woz die Spielelektronik für das legendäre Game «Breakout» von Atari.

Bis heute ist nicht klar, ob Steve Jobs seinen Freund bei dem von ihm vermittelten Gig übers Ohr gehauen hat. Wozniak schreibt in seiner Autobiografie «iWoz», er habe von Jobs die Hälfte der 700 Dollar erhalten, die er nach seinen Angaben dafür bekommen habe. «Später erfuhr ich, dass er doch etwas mehr für die Arbeit bekommen hatte, als er mir damals gesagt hatte – etwa ein paar Tausend Dollar (...) Er war nicht ehrlich mit mir, und ich war verletzt. Aber ich machte daraus keine grosse Sache.» Jobs dementierte später, dass er Woz übervorteilt hat.

Sein Meisterstück

Geld und ökonomischer Erfolg spielte im Universum von Wozniak aber ohnehin eine untergeordnete Rolle: «Ich wollte immer nur Ingenieur sein», und seine Arbeit mit Freunden teilen, sagte er. Das Design des ersten brauchbaren Personal Computers, des Apple I, wollte Woz ursprünglich für andere Bastler offenlegen. Jobs musste ihn überreden, daraus eine Firma aufzubauen.

Sein Meisterstück lieferte Wozniak 1977 mit dem Apple II. Jobs liess dafür ein Plastikgehäuse entwerfen, um auch Anwender ausserhalb der Bastlerszene anzusprechen und kümmerte sich um entsprechende Produktionskapazitäten. Er sorgte auch dafür, dass die nötigen Gelder zu Verfügung standen, indem er Investoren wie Mike Markkula und Arthur Rock mit ins Boot holte.

1984: Steve Jobs zeigt stolz einen Apple IIc Computer, daneben stehen der damalige Apple-CEO John Sculley und der geniale Chipdesigner Wozniak (von links). Bild: AP

Beim Design der Platine des Apple II erwies sich Woz als Genie, denn ihm gelang es, mit unvorstellbar wenigen Bauteilen auszukommen. Der Apple II konnte Farben und Grafiken darstellen, zudem war er vielseitig erweiterbar.

Der Rechner von Woz erwies sich für Apple als riesiger kommerzieller Erfolg. Er sorgte dafür, dass Apple Computer zu einer weltweit bekannten Marke wurde. Der Börsengang von Apple im Jahr 1980 machte Wozniak und Jobs zu Millionären.

Die Zusammenarbeit der beiden Steves dauerte aber nicht mehr lange: Im Februar 1981 verunglückte der Hobby-Pilot Wozniak beim Start eines Kleinflugzeugs. Er wurde am Kopf verletzt und litt wochenlang unter Gedächtnisstörungen.

Danach nahm sich Woz eine Auszeit von Apple, organisierte zwei Festivals mit Musik und Technologie. 1983 kehrte er zurück – nur um sich 1985 endgültig zu verabschieden. Formal ist Woz bis heute Angestellter von Apple und bezieht ein symbolisches Gehalt.

Woz mit seiner Frau Janet vor dem Steve Jobs Theater in Cupertino. archivBild: AP

In den Zeiten vor der Coronavirus-Pandemie jettete Wozniak als Legende aus den Anfangszeiten der PC-Branche um die Welt, um auf Tech-Shows und anderen Events zu sprechen. Er tanzte aber auch ungelenk durch die TV-Show «Dancing with the Stars» im US-Fernsehen und hat als er selbst in der Serie «Big Bang Theory» einen Gastauftritt.

In jüngster Zeit konnten die US-Fernsehzuschauer ihn zusammen mit seiner Frau Janet in der Fox-Show «Celebrity Watch Party» sehen, wie sie sich in ihrem Wohnzimmer andere Fernsehsendungen anschauen und witzig kommentieren.

(dsc/sda/dpa)

Wie Apple Geschichte schrieb

Apple und sein Logo

Zu viel am Handy? Dr. Watson weiss, woran du leidest

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zwischen Vorschusslorbeeren und Skepsis: Juventus wagt das Experiment Pirlo

Am Samstag entliess Juventus Turin Trainer Maurizio Sarri. Sein Nachfolger wird Andrea Pirlo. Der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler gilt als grosses Trainer-Talent – trotzdem sind bei weitem nicht alle Fans zufrieden.

Als Andrea Pirlo Ende Juli als Trainer der U23 zu Juventus Turin zurückkehrte, war allen klar: Der Weltmeister von 2006 sollte mehr als nur ein Nachwuchstrainer sein. Pirlo wurde im Gegensatz zu seinen Vorgängern bei einer Pressekonferenz vorgestellt, sogar Präsident Andrea Agnelli war vor Ort – er, der bei der Medienkonferenz nach der Ankunft von Maurizio Sarri ein Jahr zuvor noch gefehlt hatte.

Und Agnelli machte kein Geheimnis daraus, dass er Pirlo als zukünftigen Trainer für die erste …

Link zum Artikel

Football news:

Sevilla hat fünf Niederlagen in den spielen um den Europapokal. Das ist ein Anti-Rekord für den FC Sevilla, der den FC Bayern im Spiel um den Europacup-Supercup verloren hat
Bayern gewann 4 Trophäen in einem Jahr. Um den Rekord von Barça zu wiederholen, müssen noch zwei weitere Folgen: der FC Bayern besiegte den FC Sevilla im Spiel um den Europa-Supercup. Der Klub aus München hat 2020 die vierte Trophäe gewonnen. Zuvor hatte der FC Bayern trebl die Meisterschaft und den DFB-Pokal sowie die Champions League in der Saison 2019/20 gewonnen
Stefano Pioli: wir Müssen Chalhanoglu Tribut zollen. Er ist ein wichtiger Spieler in Mailand
Flick gewann die vierte Trophäe in seiner Trainerkarriere
Der FC Bayern hat zum zweiten mal den UEFA-Supercup gewonnen
Das Tor von Tottenham war weniger als 5 cm. Mourinho über Shkendia - 79
Der FC Bayern hat seine 22. Siegesserie unterbrochen und in der Hauptrunde gegen Sevilla eine Serie von 22 siegen in Folge in allen Turnieren, die seit Februar andauern, unterbrochen. Das Letzte mal hatte der FC Bayern am 25.Februar nicht gewonnen, als er gegen RB Leipzig (0:0) Unentschieden spielte. Die Letzte Niederlage gab es im Dezember vergangenen Jahres. Im Spiel Bayern München - FC Sevilla ist jetzt die Overtime. Auf Showsport ist die Videoübertragung des Spiels verfügbar. Auch wir führen Text Online